Cyberattacken auf private Rechner : Datenklau: So sind private Daten vor Hackerangriffen geschützt

Aufgrund von Viren, die in den E-Mail-Anhängen lauern können, ist es ratsam sich ein umfassendes Sicherheitspaket sowohl für den PC und den Laptop als auch für alle mobilen Geräte zu installieren.
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Aufgrund von Viren, die in den E-Mail-Anhängen lauern können, ist es ratsam sich ein umfassendes Sicherheitspaket sowohl für den PC und den Laptop als auch für alle mobilen Geräte zu installieren.

Cyberattacken sind eine Bedrohung und treffen längst nicht mehr nur prominente Politiker und Konzerne. Auch die Rechner, Tablets, Handys und mobilen Endgeräte von Privatleuten und kleineren Unternehmen sind bedroht.

shz.de von
18. Januar 2019, 06:15 Uhr

Wer kennt es nicht: In dem digitalen Postfach staut sich eine Flut von E-Mails an, die tagtäglich eintrudeln. Darunter verbirgt sich auch eine beträchtliche Zahl an Nachrichten, deren Absender es darauf abgesehen haben, zu betrügen oder dem Empfänger zu schädigen. Wichtige Maßnahmen und Einstellungen helfen dabei, das Risiko, einem Hackerangriff zum Opfer zu fallen, zu reduzieren.

In vielen Fällen geht es den Absendern von trügerischen E-Mails darum, Zugangsdaten für diverse digitale Dienstleistungen wie Online-Banking zu erhalten. Andere Absender planen, private Netzwerke zu kapern, um diese als Ausgangspunkt für Spam-Mails zu nutzen oder vorhandene Daten zu blockieren. Um dann wieder Zugriff auf die Festplatten zu bekommen, werden die Opfer häufig erpresst.

Identitätsdiebstahl

Um die Empfänger dieser Mails zum Öffnen zu bewegen, sind die Hacker ausgesprochen einfallsreich. Betreffzeilen wie „Rechnung“, „Expresslieferung“, „Habe versucht, dich zu erreichen“ und „Rückmeldung“ sind häufig der erste Versuch, die Opfer in die Mail zu locken. Diese Mails haben dann unabhängig ihres Betreffs eines gemeinsam: Der Empfänger kann nähere Informationen erst erfahren, wenn er den Dateianhang öffnet. Doch mit dem Klick auf den Anhang wird ein ausführbares Programm (Trojaner) aktiviert, das Schadsoftware auf dem Rechner und dem mobilen Endgerät installiert (Zip-Datei). Ebenfalls werden Verweise auf eingebaute Links in der Mail genutzt, um diese Software zu platzieren. Auf diesen Webseiten, die häufig sehr realistisch nachgebaut sind, können zudem Login- oder persönliche Daten gefordert werden. Mit den gewonnenen Daten räumen die Täter nicht nur Konten leer, sie können sich dann auch im Wege der Identitätstäuschung als der Empfänger tarnen, Bestellungen aufgeben oder andere zu Zahlungen bringen. Beispielsweise tritt der Täter etwa bei eBay unter dem Namen des Opfers auf und lässt sich Waren per Vorkasse bezahlen.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Zunächst mal hilft ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit. Kennt man den Absender? Hat der Absender einen Grund, diese Mail zu versenden? Wenn eine Mail nicht eindeutig dem Privatleben zuzuordnen ist, bleibt der Anhang besser ungeöffnet. Bei Links hilft es, wenn man diesen nicht blind folgt, sondern die Internetseite der betreffenden Firma oder Bank selbst aufruft. Dabei sollte man darauf achten, dass eine gesicherte Verbindung aufgebaut wird. Zu erkennen ist eine solche am Präfix „https://“.

Firewalls, Spamfilter und Anti-Virensoftware

Auch technisch lässt sich vorsorgen, sogar auf einfache Art und Weise. Auf jeden Fall sollte man die Firewall aktivieren, die jedes Betriebssystem mit sich bringt. Auch der Spamfilter im E-Mail-Programm sollte eingeschaltet werden. Die modernen Filter sortieren automatisch einen Großteil der betrügerischen Mails aus und funktionieren sehr zuverlässig. Darüber hinaus empfiehlt sich, eine Virensoftware zu erwerben. Die großen Anbieter verkaufen mittlerweile preisgünstige Pakete für alle Betriebssysteme. Damit lassen sich nicht nur die Hausrechner schützen, sondern auch alle Tablets und Handys in der Familie oder dem Unternehmen. Viele Anti-Viren-Programme sind auch kostenlos herunterladbar.

Cyber-Kriminalität trifft heutzutage vermehrt auch Privatleute. Umso wichtiger ist es daher, sich umfangreich gegen solche Hackerangriffe zu schützen.
Oliver Berg
Cyber-Kriminalität trifft heutzutage vermehrt auch Privatleute. Umso wichtiger ist es daher, sich umfangreich gegen solche Hackerangriffe zu schützen.
 

Passwörter und Backups

Ganz wichtig ist nach wie vor auch die Wahl guter Passwörter. Passwörter sollten viele Buchstaben, Zahlen und Zeichen beinhalten und möglichst nicht erratbar sein. Geburtstage gelten deshalb nicht als sichere Passwörter. Wichtig ist auch, für jeden Account ein eigenes Passwort zu verwenden. Um sich die vielen verschiedenen Passwörter zu merken, eignet sich ein Passwortmanager. Mithilfe eines solchen Programms können Konten und Passwörter einfach verwaltet werden und sichere Passwörter erstellt werden.

Daten in regelmäßigen Abständen sichern

Schließlich sollten wichtige Daten regelmäßig gesichert werden, indem sie auf ein externes Speichermedium kopiert werden. Eine sichere Variante in diesem Zuge stellt vor allem eine externe Festplatte dar. Diese sollte normalerweise vom Rechner getrennt sein.

(Mit Material von Arag)

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