Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst : Bei Anruf Notfall: Wann man einen Notruf unter 112 absetzen sollte - und wann nicht

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Wer die 112 missbräuchlich anruft, macht sich strafbar. Denn für den Notfall gibt es auch noch andere Nummern. Doch in welchem konkreten Fall darf dieser Notruf abgesetzt werden?

Karen Bartel von
19. September 2018, 04:33 Uhr

Die Nummer für den Notfall lernt bereits jedes Kind und ist europaweit gleich: Wer 112 anruft, erhält Hilfe. Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst sind je nach Notfall innerhalb weniger Minuten im Einsatz. Der Missbrauch der Nummer ist dabei strafbar. Und dennoch häufen sich diese Fälle. Denn manchen ist unklar, wann die 112 gewählt werden darf und wann nicht. Die Experten der Arag Versicherung liefern die entsprechenden Antworten.

Missbrauch einer Notrufnummer: Wer wissentlich eine Notrufnummer missbraucht oder einen Nofall nur vortäuscht muss laut StGB §145 mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Das kann nicht nur strafrechtliche, sondern auch zivilrechtliche Folgen haben, informieren die Arag-Experten: Wer den Notruf missbraucht, trägt die Kosten des Einsatzes und eventuelle Folgeschäden, wenn also jemand anderes zu Schaden kam, weil Hilfe nicht rechtzeitig da war.

In diesen Notfällen ruft man unbedingt die 112

Für einen Notfall gibt es keine einheitliche Definition, denn jeder empfindet eine solche Situation unterschiedlich. Dennoch gibt es klare Fälle, in denen die 112 gewählt werden muss: Unfälle, Brände und akute bis hin zu lebensbedrohliche Notfallsituationen. Beispiele dafür sind schwere Verletzungen, Schockzustände oder Ohnmacht. Besonders bei Anzeichen für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, wie plötzliche Schmerzen in der Brust sowie spontane Sprach- oder Sehstörungen, sollte unter der 112 der Rettungsdienst alarmiert werden.

Diese Fälle sind dringend, aber kein Fall für die 112

Wenn ärztliche Hilfe dringend benötigt wird, aber die betroffene Person sich nicht in Lebensgefahr befindet, kann außerhalb der Sprechzeiten über die bundesweite Nummer 116 117 der ärztliche Bereitschaftsdienst erreicht werden. Dies ist beispielsweise bei heftigem Brechdurchfall, grippalen Infekten oder Infektionskrankheiten wie etwa Masern der Fall. Der ärztliche Bereitschaftsdienst gibt Auskunft über die nächstgelegene Bereitschaftsdienstpraxis oder aber schickt einen Arzt nach Hause zu dem Patienten.

Die Situation richtig einschätzen können

Bei kleineren Bränden, die man selbst löschen kann, oder Unfällen, in denen die Umgebung und die betroffene Person nicht in akuter Lebensgefahr sind, ist davon abzuraten, die 112 zu wählen. Auch sollte man so umsichtig sein und keinen Testanruf absetzen, um zu sehen, ob die Nummer funktioniert.

Eine Frage der Ziffer: Dann wählt man 110

Kein Fall für den Notruf, sondern für die Polizei ist es, wenn man bedroht wird, sich in einer gefährlichen Situation befindet oder sich diese gerade anbahnt. 110 sollte man auch als Zeuge solcher Situationen wählen. Nach Auskunft der Arag Experten genügt bereits der Verdacht einer Straftat, um die Polizei zu rufen.

(mit Material von Arag Versicherung)

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