Anzeige: Umweltprojekt : Augenweide und Nahrungsquelle: So gut entwickeln sich die Bienenwiesen der Stadtwerke Kiel

Die Landwirte Martin Engel und Jan-Heinrich Heckel konnten schon zahlreiche Insekten, Hasen und Rehe in ihren Bienenwiesen beobachten.
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Die Landwirte Martin Engel und Jan-Heinrich Heckel konnten schon zahlreiche Insekten, Hasen und Rehe in ihren Bienenwiesen beobachten.

Das Projekt „Blühende Bienenwiesen“ kommt bei Spaziergängern und Tieren gleichermaßen gut an. Die Pflanzen stehen in voller Blüte.

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10. August 2020, 00:01 Uhr

Kiel | Die ersten Bienenwiesen in Schleswig-Holstein blühen und sorgen bereits für Aufsehen. Dort „summt und brummt es in allen Tönen“, so beschreibt es Landwirt Engel. Und auch Spaziergängern fallen die farbenfrohen Felder auf.

Für das Projekt „Blühende Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel säten die Landwirte Jan-Heinrich Heckel und Martin Engel im Frühjahr auf ihrem Land Blühmischungen in Felde, in der Nähe des Naturparks Westensee und in Schellhorn, direkt am Lanker See. Und Schleswig-Holstein blüht noch was: Hofbesitzerin Annette Hinz aus Heikendorf zieht voraussichtlich im Herbst nach.

Das Projekt finanziert sich durch den Umweltfonds der Stadtwerke Kiel und soll Lebensraum für Bienen, Insekten und andere Tiere schaffen und Vorbild für viele weitere Aktionen dieser Art sein. 

Mehr über das Projekt „Blühende Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel

Mit dem Umweltfonds finanzieren die Stadtwerke Kiel landesweit Umweltschutzprojekte. Dabei fließen 0,6 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde aus dem Tarif StromNatur in den Umweltfonds und ermöglichen somit die Aussaat der Blühflächen, die in Kooperation mit Landwirten geschieht.

Der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Kiel AG, Frank Meier, sieht darin einen wichtigen Schritt in Richtung einer globalen Entwicklung: „Aus unserem Umweltfonds finanzieren wir landesweit Projekte, die sich dem Umweltschutz widmen. Und der muss regional beginnen, um am Ende global zu wirken.“

Wie praktisch, dass es im Norden manchmal so pustig ist, dass es den Schafen die Locken aus der Wolle zieht. Schleswig-Holsteinische Windkraftanlagen nutzen den Wind und wandeln ihn in Strom um. Somit kommt der gewonnene Strom des StromNatur-Tarifs der Stadtwerke Kiel komplett aus regionaler erneuerbarer Energie.

Insekten, die ökologische Artenvielfalt und das Klima kann somit jeder schützen und stärken, der Strom aus dem Tarif StromNatur von den Stadtwerken Kiel bezieht. Frische Wechsler erhalten zusätzlich einen Bonus. Für mehr Informationen geht es hier zum Tarifrechner der Stadtwerke Kiel oder in einem anderen Artikel hier.

Lesen Sie auch: Blühende Bienenwiesen in Schleswig-Holstein: Landwirte über ihre Motivation für das Projekt

Landwirt Engel: „Wirklich eine Augenweide“

Der Landwirt Martin Engel sorgt in diesem Jahr in Kooperation mit den Stadtwerken Kiel für bunte Blüten und damit Nahrung und Lebensraum für Insekten und viele andere Tiere in Schleswig-Holstein. Auf insgesamt vier Hektaren Land in Felde am Westensee zwischen Rendsburg und Kiel säte er am 16. April Bienenwiesen.

Schon seit etwa 51 Jahren ist Martin Engel Landwirt. Er setzte modernste Technik ein, um das Saatgut gleichmäßig auf den vier Hektaren Land zu verteilen.
Manuel Weber

Schon seit etwa 51 Jahren ist Martin Engel Landwirt. Er setzte modernste Technik ein, um das Saatgut gleichmäßig auf den vier Hektaren Land zu verteilen.

 

„Die Aussaat erfolgte erst so spät, damit die Nachtfröste der Eisheiligen die jungen Pflanzen nicht so stark schädigen können“, erklärt er. Nur 15 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter waren dann eigentlich zu wenig, um das Saatgut ausreichend zu bewässern, doch die Pflanzen zeigten sich widerstandsfähig. Anfang Juni folgte dann ausreichend Regen, um den Blumensamen Kraft zu geben. Und dann ging es los: „Zuerst blühten Anfang Juni der Gelbsenf und Leindotter und vor allen Dingen aber Phacelia“, so Engel. Phacelia, das seien die violetten Blüten im Feld – „eine wunderschöne Sache, eine Augenweide“, findet er.

Die Phacelia, auch „Imkerpflanze“ genannt, gilt als sehr ertragreiche Bienentrachtpflanze, deren Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau etwa dem von Raps und Buchweizen entspricht.
Manuel Weber

Die Phacelia, auch „Imkerpflanze“ genannt, gilt als sehr ertragreiche Bienentrachtpflanze, deren Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau etwa dem von Raps und Buchweizen entspricht.

Bienenwiesen auch bei Vierbeinern beliebt

Und, wie sich herausstellte, ist Phacelia offenbar nicht nur bei Insekten beliebt, sondern auch bei einigen Vierbeinern. Darunter Rehwild:

Ich vermute, dass in den Knospen etwas Süßes drin ist, was sie mögen. Martin Engel, Landwirt und Jäger
 

Auch sein Kollege, Landwirt Jan-Heinrich Heckel, der ebenfalls am Projekt der Stadtwerke Kiel teilnimmt, beobachtete mehr Rehwild als sonst auf seinen Flächen, die er zu Bienenwiesen umfunktioniert hatte. Heckel: „Bisher war Rehwild eigentlich gar nicht auf den Flächen unterwegs, aber anscheinend fanden die Tiere diese Pflanzen ganz interessant.“ Auch er hat zu einem Großteil die violette Blüte Phacelia in seiner Saatmischung. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Pollen, Honigtau und Nektar wird sie auch „Imkerpflanze“ genannt. Außerdem beobachtete Martin Engel bei sich in Felde Hasen, die mal „ein bisschen hier und ein bisschen da“ knabberten – das sei aber nicht schlimm, Blüten seien genug da.

Mitte Juli habe es dann starke Niederschläge mit Wind gegeben und die ersten Pflanzen hätten sich geneigt oder platt aufs Feld gelegt, erzählt er. Dadurch kamen aber wiederum andere Pflanzen noch ein bisschen besser hervor. Engel:

Die Natur, so habe ich es manchmal im Gefühl, regelt das alles schon so, das können wir gar nicht immer so richtig wahrnehmen. Martin Engel, Landwirt
 

Es summt und brummt in allen Tönen

Aktuell findet gerade ein Übergang statt: Auch die ersten Sonnenblumen sind zu sehen. „Mehrere Sonnenblumenköpfe haben sich bereits richtig entfaltet und sind schön gelb“, erzählt der Landwirt und fügt hinzu: „Ich gehe davon aus, dass das Feld in den nächsten Tagen noch gelber wird und sich dann auch noch mehr Bienen und Hummeln ernähren können.“ Später sollen noch Saatwicken und Lupinen folgen.

Auf den Bienenwiesen von Landwirt Engel blühen auch Sonnenblumen in voller Pracht.
Privat/Martin Engel

Auf den Bienenwiesen von Landwirt Engel blühen auch Sonnenblumen in voller Pracht.

Insgesamt habe er bei der Wahl der Saatmischung auf Vielfalt geachtet und darauf, über einen möglichst langen Zeitraum Blüten auf den Feldern zu haben. Mit der aktuellen Mischung, bestehend aus zehn Sorten, deckt er die Monate zwischen Juni und September ab.

Man kann im Sonnenschein sehr eindrucksvoll sehen, was da so alles herumschwirrt. Das ist schon gigantisch, es summt und brummt in allen Tönen. Martin Engel, Landwirt und Jäger

Regelmäßig gehe er auf die Bienenwiesen, um nach dem aktuellen Stand zu schauen. Bienen, Hummeln, Käfer, Fliegen – bei einer dieser Runden nahm er das große Summen im Feld per Video auf:

Engel baut Bank für Spaziergänger

Martin Engel möchte auch andere ermuntern, mehr Blüten zu säen. „Früher waren Gärten immer mit Blumen übersät, heute fahren überall Mähroboter“. Insbesondere an den Straßen gebe es seiner Meinung nach viele Flächen, die ungenutzt blieben. „Wenn man die A20 von Lübeck nach Rostock entlangfährt, da sind so viele Flächen rechts und links, da könnten auch Blühstreifen gesät werden“, findet er.

Seine Felder liegen direkt an seinem Hof. Wenn er dort arbeitet, spricht er die Spaziergänger gerne an oder wird auch angesprochen. Er hat eine Bank mit zwei Hinweisschildern dorthin gebaut, die genauere Informationen zu seinem Anbau und den Blühwiesen geben. Wenn er in seiner Rolle als Jäger von seinem Hochsitz aus Tiere und Natur beobachtet, ist die Bank fast immer besetzt. Sein selbstgebauter Verweilplatz in direkter Nachbarschaft zu den bunten Blüten wird gut angenommen.

Im Gespräch wird schnell deutlich, dass er nicht nur mit viel Verstand dabei ist, sondern auch mit Herz. Und noch ein Gutes haben die Bienenwiesen: „Von den ganzen Blumen springt bestimmt auch mal der eine oder andere Blumenstrauß heraus“, lacht er.

Wer auch Landwirt oder Landwirtin ist und Interesse hat, Flächen in blühende Bienenwiesen zu verwandeln, kann sich hier bei den Stadtwerken Kiel melden.

Jan-Heinrich Heckel düngt mit Schafmist

Landwirt Heckel sät im ersten Jahr Blumen auf seinen Flächen aus. Das Projekt „Blühende Bienenwiesen“ der Stadtwerke Kiel ist für ihn eine Win-Win-Situation: Die Flächen waren aufgrund der Bodennässe nur schwer zu bewirtschaften. Nun kann er sie trotzdem nutzen und der Natur gleich etwas zurückgeben.

Jan-Heinrich Heckel ist von Kindesbeinen an mit der Landwirtschaft vertraut. Umgeben von Grünland und Torfmoor hat seine Bienenwiese nahe eines Landschaftsschutzgebietes eine ausgesprochen insektenfreundliche Lage.
Manuel Weber

Jan-Heinrich Heckel ist von Kindesbeinen an mit der Landwirtschaft vertraut. Umgeben von Grünland und Torfmoor hat seine Bienenwiese nahe eines Landschaftsschutzgebietes eine ausgesprochen insektenfreundliche Lage.

Seine Blütenmischung besteht hauptsächlich aus den violetten Phacelia-Blüten und weiß blühendem Buchweizen, das beides blüht und auch schon Insekten und andere Tiere angelockt haben. Doch auch trotz des guten Erfolges plant der Landwirt schon für die Zukunft: Heckel hat sich bereits nach weiteren vielseitigeren Saat-Mischungen erkundigt, die er dann im neuen Frühjahr aussäen will.

Auch am Lanker See erblüht ein Meer aus violetten Phacelia-Blüten.
Manuel Weber

Auch am Lanker See erblüht ein Meer aus violetten Phacelia-Blüten.

Als Schafzüchter hat er einen ganz besonderen Vorteil – er hat den idealen Naturdünger für die blühenden Wiesen direkt auf dem Hof. „Der Dünger ist gut für den Boden-Hummusgehalt und dessen Fruchtbarkeit“, erklärt er. Aufgrund der Temperatur und dem Niederschlag sei davon einiges bereits mineralisiert und von den Blühpflanzen aufgenommen worden: „Sonst würden die gar nicht so gut da stehen.“ Der Boden auf dem Land von Heckel, direkt am Lanker See, ist sandig und in diesem Jahr auch nass: „Aufgrund der zahlreichen Niederschläge im Winter und Frühjahr hat der See einen hohen Stand erreicht, somit hat sich das Wasser wahrscheinlich auch auf die Fläche übergeschlagen“, sagt er.

Der nasse Boden erschwerte die Bearbeitung des Bodens vor der Aussaat. Der geringe Niederschlag in den Monaten von Frühjahr bis Juli sei für ihn hinsichtlich der Bienenwiesen aber kaum problematisch gewesen, die Pflanzen hätten sich gut entwickelt.

Vogelscheuchen gegen Graugänse

Im Rahmen des Projektes ist Martin Engel und Jan-Heinrich Heckel deutlich geworden, dass Rehe Phacelia-Blüten aufgrund ihres hohen Nektargehalts sehr zu mögen scheinen. Und obwohl die Bienenwiesen auch für andere Tiere als Bienen als Lebensraum und Nahrungsquelle gedacht sind – ein wenig musste Jan-Heinrich Heckel die Blüten dann doch präventiv beschützen. Er stellte Vogelscheuchen gegen Graugänse auf. Die seien laut den Erfahrungen des Landwirts im gesamten Umkreis zu bestimmten Zeiten immer mal wieder auf dem Gelände rund um den Lanker See zu Besuch. Heckel:

So richtig kritisch war das diesmal aber nicht, die Gänse fanden die Gerste, die vorher auf den Flächen angebaut wurde, spannender. Jan-Heinrich Heckel, Landwirt und Schafzüchter
 

Im letzten Jahr hatte er bei der Gerste nämlich mit Verlusten zu kämpfen. „Die Ernte stand kurz vor dem Totalschaden. Die Gänse schwimmen nachts auf dem Lanker See und fressen tagsüber dann auf den umliegenden Grünlandflächen. Die Vögel hatten dort schon richtige Trampelpfade geschaffen.“ Die junge Frühjahrssaat war noch jung und nicht so hochgewachsen, die jungen Gänse brauchten Energie und taten sich so an den jungen Pflanzen gütlich.

Aber auch Hummeln, Schmetterlinge, Spinnen und Käfer sind in das Heim aus Blüten gezogen. „Auch habe ich relativ viele Hasen gesehen, die sich da das ein oder andere Pflänzchen herausgenommen haben“, sagt Jan-Heinrich Heckel und fasst zusammen: „Da ist schon ordentlich was los auf den Wiesen!“

Für Tiere Lebensraum und Nahrungsquelle, für Menschen eine Augenweide.
Manuel Weber

Für Tiere Lebensraum und Nahrungsquelle, für Menschen eine Augenweide.

Ein Projekt von:

Stadtwerke Kiel AG

Uhlenkrog 32
24113 Kiel

Telefon: 0800/247 1 247
Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr
E-Mail: email@stadtwerke-kiel.de

Hier geht es zur Website.
Hier geht es direkt zum Tarifrechner.

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