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Radeln auf den Spuren der Pilzköpfe : Wo einst die Beatles logierten

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Wer auf diese Radtour geht, sollte unbedingt Musik im Gepäck haben, denn er wandelt auf den Spuren der Beatles.

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erstellt am 06.Mai.2017 | 00:00 Uhr

Queen, Pink Floyd, Kraftwerk – die Liste der Bands, die das Fahrrad zum Thema ihrer Songs machten, ist lang. Doch die Beatles sind nicht dabei. Das Duo John Lennon und Paul McCartney – die beiden waren hauptsächlich für die Songs verantwortlich – fuhren lieber mit dem gelben U-Boot durch die Weltmeere (Yellow Submarine), waren mit dem Chauffeur unterwegs, wenn auch ohne Auto (Drive my car), oder fuhren mit der Eisenbahn (Ticket to ride). Trotzdem ist das Fahrrad die beste Möglichkeit, die wunderschöne Gegend kennenzulernen, „wo die Beatles einst logierten“. Kommen Sie mit auf eine Magical Mystery Tour.

The Beatles, eine unbekannte Band aus Liverpool, stand am 17. August 1960 zum ersten Mal auf der Bühne des Indra auf der Großen Freiheit in Hamburg. Bis Ende 1962 dauerte – mit einigen Unterbrechungen – die „Lehrzeit“ der „Fab Four“ in der Hansestadt. Was dann folgte, ist tausendfach aufgeschrieben, verfilmt und in allen erdenklichen Formen dokumentiert. Einmal noch sollten die Beatles in die Stadt zurückkehren, in der ihre musikalische Wiege stand: 1966 gab es die Bravo Beatles Blitztournee – zwei umjubelte Konzerte in der Ernst-Merck-Halle in Hamburg. Logiert haben die Pilzköpfe vom 26. auf den 27. Juni 1966 im Schloss Tremsbüttel, einem der Ziele dieser Tour, die uns durch das Herz Stormarns führt.

<p>Die Route führt von Ahrensburg über Hammor, Elmenhorst und Ammersbek zurück zum Bahnhof Ahrensburg.</p>

Die Route führt von Ahrensburg über Hammor, Elmenhorst und Ammersbek zurück zum Bahnhof Ahrensburg.

Foto: Magazin rad & tour 2016/2017

Unser Ausgangspunkt Ahrensburg ist die größte Stadt im Kreis Stormarn. Neben dem Marstall und der Schlosskirche ist das Ahrensburger Schloss das Wahrzeichen der Stadt. 1595 wurde der Herrensitz von Peter Rantzau in Form einer Wasserburg erbaut. Das Schloss und das dazugehörige Gut wurden Mitte des 18. Jahrhunderts von Carl-Heinrich von Schimmelmann erworben. Dorf und Schloss wurden von ihm im Stil des Barock umgestaltet. Der Naturliebhaber wird am Schloss den Blackbird singen hören. Wer jedoch Freude an der prächtigen Ausstattung historischer Räume hat, sollte das Schloss auf jeden Fall besichtigen. Im Erdgeschoss dominieren Rokoko und der frühe Klassizismus, eine prachtvolle Rokokotreppe führt in das erste Obergeschoss des Schlosses. Hier sind es das späte 18. Jahrhundert, Historismus und Biedermeier, die das Erscheinungsbild bestimmen.

Dem Tourvorschlag weiter folgend erreichen wir auf The long and winding road den Forst Beimoor. Wir befinden uns immer noch auf Ahrensburger Gebiet und stellen überraschend fest, dass es – so ganz nahe an der Hansestadt Hamburg – große Waldgebiete gibt. Während rund elf Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins mit Wald bedeckt sind, liegt der Waldanteil im Stadtgebiet Ahrensburg bei rund 18 Prozent. Der Forst lädt – natürlich je nach Jahreszeit und Wetter – zu einer ruhigen Rast (I’m so tired) ein. Wer sich ruhig verhält, kann neben der Flora auch die Fauna des Waldes bewundern.

Die Tour rund um Ahrensburg erstreckt sich über 43 Kilometer.
Die Tour rund um Ahrensburg erstreckt sich über 43 Kilometer. Foto: Magazin rad & tour 2016/2017

Das nächste Ziel – Beatles-Fans aufgepasst – ist das Schloss Tremsbüttel. Auch heute noch beherbergt das Märchenschloss ein Hotel mit Restaurant und Schlosscafé. Nach Kaffee und Kuchen empfiehlt sich ein Rundgang durch den weitläufigen Park. Die Beatles sollen recht lange geschlafen haben (A hard day’s night) und am frühen Nachmittag winkten sie von einem der Schlossbalkone ihren Fans zu. Don’t bother me, dachten sich die Beatles wohl und verließen nach 44 Sekunden – wie die Chronisten berichten – wieder den Balkon. Die Pilzköpfe fuhren von Tremsbüttel direkt zum Flughafen, um Richtung Japan abzuheben. Wir hingegen radeln gemütlich zum Gut Jersbek, unserem nächsten Ziel. Die Liste der Besitzer dieses Gutes, das im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, liest sich wie das „Who is who“ des schleswig-holsteinischen Adels: von Buchwaldt, von Ahlefeldt, von Oberg, von Cossel, Thierry, von Reventlow und von Bethmann Hollweg. Herrenhaus, Torhaus und Eiskeller (Here comes the sun) sind in Privatbesitz, können aber aus der Ferne angeschaut werden. Zugänglich ist jedoch der ehemalige Barockgarten, der einen Spaziergang lohnt.

Es ist geradezu unmöglich, unser nächstes Ziel mit den Beatles zu verbinden – einzig der Song A taste of honey wäre passend. Am Bredenbeker Teich hat nämlich der Ahrensburger Autor Waldemar Bonsels die Geschichten um seine Figur Biene Maja spielen lassen. Heute befindet sich dort ein Campingplatz mit einem Strandbad, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nach einem abkühlenden Bad geht es zurück (Get back) nach Ahrensburg – vorbei an Erdbeerfeldern (Strawberry fields forever). Wer sich unterwegs aufmerksam die Schilder anschaut, wird einen Waldemar-Bonsels-Weg bemerken.

<p>Strandbad: den Bredenbeker Teich können Radfahrer im Sommer für eine Abkühlung nutzen.</p>

Strandbad: den Bredenbeker Teich können Radfahrer im Sommer für eine Abkühlung nutzen.

Foto: Tourismusmanagement Stormann

Tja, und die Beatles? Die größte Erkenntnis dieser Tour ist, dass die vier Jungs aus Liverpool bei ihrem Besuch in Stormarn sehr viel verpasst haben. Gut, Schloss Tremsbüttel haben sie gesehen, aber alle anderen schönen Ziele in Stormarn blieben John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr verborgen. Genießen Sie die Tour, ganz im Sinne des Songs Tomorrow never knows.

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