Tipps mit interaktiver Karte : Winterzauber in SH - Romantische Spaziergänge am See

Schleswig-Holstein besitzt im Winter einen ganz besonderen Zauber. shz.de stellt drei winterliche Spaziergänge am See vor, die sich nicht nur zur kalten Jahreszeit lohnen.

shz.de von
01. Februar 2018, 04:12 Uhr

1. Sankelmarker See – Ein Rundgang mit Geschichte

Wer einen Ort sucht, der das Wort ‚Idylle‘ treffsicher beschreibt, sollte seinen Sonntag für einen Spaziergang an diesem See freihalten: Der Sankelmarker See im Norden der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge verspricht nahe Flensburg und unterhalb der Akademie Sankelmark alles, was ein romantischer Winterausflug am See braucht – und hält es auch. Zwar direkt an der B76 zwischen Oeversee und Jarplund-Weding gelegen, ist die Hektik der Straße schnell vergessen. Direkt hinter dem Parkplatz führen Schilder in Richtung See und schließlich um den See herum – mit wunderbarer Aussicht auf die weiß-kühle Winterlandschaft stets inklusive.

Der Sankelmarker See ist am Ende der letzten Eiszeit aus einer abgetrennten Gletscherzunge entstanden. Mit einer Fläche von über 55 Hektar und einer mittleren Tiefe von rund sechs Metern ist er zwar im Verhältnis zu seinen größeren Brüdern wie dem Großen Plöner See, dem Selenter See oder dem Großen Ratzeburger See eher klein, gehört aber dennoch zu den größten Binnenseen in Schleswig-Holstein. Der Vorteil seiner kleinen Größe: Der Spaziergang von rund vier Kilometern ist in gut eineinhalb Stunden machbar. Auch in den Wintermonaten sind hier Jogger aktiv, die den gut befestigten, aber manchmal nassen Weg rund um den See nutzen. Gummistiefel machen den Wanderweg zu jeder Jahreszeit trocken begehbar.

Ein interaktiver Naturlehrpfad des Naturschutzvereins ‚Obere Treenelandschaft‘ informiert über die Besonderheiten des Sees mitsamt seiner Flora und Fauna. Wer sich für die Historie Schleswig-Holsteins interessiert, bleibt mit Blick auf den zugefrorenen See stehen und taucht ein in vergangene Zeiten: 1864 standen sich hier an den Ufern des Sankelmarker Sees Truppen im deutsch-dänischen Krieg gegenüber. Mehrere Gedenkstätten erinnern an diese Schlacht von Oeversee.

<p>Wenn es draußen kühl und frostig ist, erstrahlt der Sankelmarker See in einem ganz besonderen Glanz.</p>
Erwin Gutzeit, www.gutzeit-foto.de

Wenn es draußen kühl und frostig ist, erstrahlt der Sankelmarker See in einem ganz besonderen Glanz.

 

2. Bordesholmer See – Das Kloster Bordesholm (fast) immer im Blick

Wer im Winter am Bordesholmer See spazieren geht, hat vor allem eines stets vor Augen: das Kloster Bordesholm. Wenn das sonst rote Dach in einem weißen Schimmer liegt und der davor zugefrorene See sein Übriges tut, kommt auch im Februar und März wunderbare Winterstimmung auf. Bereits 1327 wurden die Augustiner Chorherren aus Neumünster auf die damalige Insel angesiedelt – erst durch eine bisher ungeklärte Absenkung des Seespiegels wurde die Klosterinsel mit dem Festland verbunden. Der See selbst, der eine Fläche von etwa 70 Hektar und eine mittlere Tiefe von etwas über drei Metern aufweist, entstand während der Eiszeit als Abflusstal.

Der Spaziergang rund um den Bordesholmer See dauert mit seinen sechs Kilometern rund eine Stunde und startet an der Heintzestraße. Kostenlose Parkplätze direkt an der Straße laden dazu ein, das Auto stehen zu lassen und den See gemütlich zu Fuß zu umrunden. Der Großteil des Spaziergangs führt auf einem schönen Wanderweg abseits der Straße entlang, Schilder weisen auf den Rundweg hin. Neben der freien Sicht auf den See und der darin liegenden Vogelinsel erstrahlt vom Ufer aus (fast) immer das Kloster Bordesholm in seinem Glanz. Wer seine Tour in Richtung Westen startet, erreicht zunächst das Kloster mitsamt dem Klosterstift und der Klosterkirche und schließlich, kurz vor Ende der Tour, die Bordesholmer Seeterrassen, die ebenfalls einen herrlichen Ausblick auf das Kloster bieten.

Während des Spaziergangs tauchen von Zeit zu Zeit einige Punkte des Ökopfades der Gemeinde auf, der ökologische Besonderheiten am Wegesrand wie etwa die Plantane mit mehreren Metern Stammumfang kennzeichnet. Die Platane gehört mit ihren circa 250 Jahren zu den ältesten Bäumen in Deutschland und befindet sich direkt hinter dem Westflügel des Klosterstiftes. Zu erkennen ist der seltene Baum an seiner ungewöhnlichen Rindenstruktur. Auch interessant: Forscher und Forscherinnen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben am Bordesholmer See sechs verschiedene Fledermausarten nachgewiesen – im Winter befinden sich die Tiere allerdings noch in ihrem wohlverdienten Winterschlaf.

<p>Im Sommer wie im Winter ein Highlight: die Seebrücke in Bordesholm mit Blick auf das Kloster.</p>
Regina Behrmann

Im Sommer wie im Winter ein Highlight: die Seebrücke in Bordesholm mit Blick auf das Kloster.

 

3. Großensee – Das Ostufer bietet die besten Ausblicke

Im Süden von Schleswig-Holstein, im Kreis Stormarn, liegt der Großensee, der seinem Namen alle Ehre macht: Gegenüber dem Sankelmarker See und dem Bordesholmer See ist er mit rund 73 Hektar der größte der drei Seen – im Vergleich zum Großen Plöner See oder dem Wittensee ist er aber immer noch relativ schnell zu umrunden. Der Großensee ist Teil der malerischen Drei-Seen-Platte Lütjensee, Mönchsteich und Großensee. Sein Wasser gilt als eines der saubersten im Großraum Hamburg. Seine Besonderheit: Der Großensee zeigt eine ungewöhnliche Artenvielfalt und beherbergt zahlreiche gefährdete Unterwasserarten. Die mittlere Tiefe des Sees liegt bei etwas über neun Metern.

Der winterliche Spaziergang um den nahe Hamburg gelegenen See, der sich in einer sogenannten eiszeitlichen Senke befindet, führt zu einem Großteil direkt am See entlang. Einige Uferstellen sind allerdings auch von Privathäusern besiedelt oder werden landwirtschaftlich genutzt. Der Spaziergang startet am Freibad Südstrand, einer Badestelle des Sees. Über die Seestraße und den Waldweg geht es in Richtung Nordosten am eisig-glitzernden See entlang bis hin zum kostenlos nutzbaren Nordstrand, der im Sommer dazu einlädt, zur mitten im See gelegenen Insel zu schwimmen. Ab dem Nordstrand führt der Strandweg erst in Richtung Westen und schließlich wieder nach Süden, bis es am Alten Dorfkrug und dem Campingplatz entlang wieder zur Ausgangsstelle geht.

Wer den Winterspaziergang nutzen möchte, um nicht nur ordentlich Winterluft zu tanken, sondern auch mit Blick auf den See den Kopf freizubekommen, geht am Ostufer spazieren – und marschiert nach einem Abstecher zum Mönchsteich (unterhalb der Gaststätte Schleushörn abbiegen) ebenfalls am Ostufer wieder zurück. Hier geht es ohne Privatgrundstücke, die den Weg versperren, direkt am See entlang. Auch liegt keine größere Straße, wie der Pfefferberg oder die Lütjenseer Straße am Westufer, auf dem Weg. Wer den See dennoch lieber komplett umrunden möchte, freut sich auf rund sieben Kilometer Frischluft.

<p>Nicht nur im Winter ist der Großensee im Kreis Stormarn ein landschaftlicher Höhepunkt der Region.</p>
Sigrid Winkler

Nicht nur im Winter ist der Großensee im Kreis Stormarn ein landschaftlicher Höhepunkt der Region.

 

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