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#aktivinsh : Wie gesund ist Schleswig-Holstein?

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Schlechte Ernährung macht schlapp, Herzerkrankungen dämpfen die Lebenslust, und auch Übergewicht ist ein Problem in Deutschland. Doch wie schlagen sich die Schleswig-Holsteiner im deutschlandweiten Gesundheitsvergleich?

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 05:30 Uhr

Die Sportvereine in Schleswig-Holstein verzeichnen Rückgänge in ihren Mitgliederzahlen. Bezeichnend ist, dass schon unter den Einschülern nach einem Bericht zu den Untersuchungen der Kinder- und Jugendärztlichen Dienste für das Schuljahr 2013/2014 10,3 Prozent der Jungen und 10,2 Prozent der Mädchen übergewichtig sind. Für die Jungen ist sogar ein Anstieg zu den Jahren davor zu verzeichnen.

Nicht nur Kinder sollten sich viel bewegen, um gesund zu bleiben.

Nicht nur Kinder sollten sich viel bewegen, um gesund zu bleiben.

Foto: Pixabay

Aber auch die älteren Schleswig-Holsteiner könnten besser auf ihre Gesundheit achten. Laut einer Studie zur Gesundheit älterer Menschen in Schleswig-Holstein (2012) beurteilen zwar zwei von drei Einwohnern über dem 60. Lebensjahr ihre Gesundheit als gut oder sehr gut, so dass die subjektive Gesundheit in Schleswig-Holstein höher liegt als im Bundesdurchschnitt. 31 % der Bewohner leiden jedoch unter einer chronischen Krankheit und 10 % sogar unter mehreren. Die häufigste chronische Krankheit in Schleswig-Holstein ist der Bluthochdruck, der sogar bei jedem zweiten Einwohner ab 60 Jahren auftritt. Danach folgen Arthrose (40 %), erhöhte Cholesterinwerte und Blutfette (40 %) sowie chronische Rückenschmerzen (26 %).

Zahlen zur Gesundheit in Schleswig-Holstein

Zu viel auf der Waage 10,3 % der Jungen und 10,2 % der Mädchen im Einschulungsalter sind übergewichtig
Zu wenig auf der Waage 12 % der Jungen und 10,1 % der Mädchen sind untergewichtig
Gesundheit 2 von 3 Schleswig-Holsteinern ab 60 beurteilen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut
Lebensqualität 30 % der Schleswig-Holsteiner ab 60 Jahren bewerten ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut
chronisch krank 31 % der Schleswig-Holsteiner ab 60 Jahren leidet unter einer chronischen Krankheit
Bluthochdruck jeder zweite Einwohner über 60 Jahre hat Bluthochdruck

 

Feierabend auf der Couch

Schleswig-Holsteiner verbringen ihren Feierabend am liebsten auf der Couch. Das hat die TK-Bewegungsstudie 2016 herausgefunden. Zum dritten Mal wurde anhand einer bundesweiten repräsentativen Erhebung analysiert, wie es um das Bewegungsverhalten der Menschen in Deutschland steht.

Herausgekommen ist unter anderem, dass jeder Zweite in Norddeutschland den Feierabend am liebsten auf dem Sofa verbringt. Auch wurde deutlich, dass 50% der Schleswig-Holsteiner selten oder nie Sport betreiben. Schlechter stehen nur noch Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen sowie Brandenburg und Berlin da.

Dabei ist Bewegung so wichtig, sagt Dr. med. Claudia Lawetzky, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren in Schleswig. Gesundheit stehe auf drei Säulen: Viel Bewegung, gute Ernährung und wenig Stress. Ihr Tipp: Jeden Tag eine Minute etwas tun, das man sonst nicht tut, zum Beispiel die Treppe anstelle des Fahrstuhls nehmen. Die eigene Ausdauer werde allerdings erst ab circa 30 Minuten Bewegung verbessert.

Lebenserwartung in Deutschland: Wie sieht es in Schleswig-Holstein aus ?

Passt die Sehnsucht nach der Couch mit einer hohen Lebenserwartung zusammen? Anscheinend schon, denn im Jahr 2013 betrug die Lebenserwartung laut des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Deutschland für neugeborene Jungen 78 Jahre und für neugeborene Mädchen im Schnitt 82,8 Jahre. Im Bundesdurchschnitt ist die Lebenserwartung in Schleswig-Holstein im Gegensatz zu östlichen Teilen Deutschlands relativ hoch, erreicht aber auch nicht in allen Kreisen des Landes Höchstwerte.

Gesundheit und Ernährung

Laut der Studie zur Gesundheit älterer Menschen in Schleswig-Holstein empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Obwohl die meisten Schleswig-Holsteiner ab 60 Jahren angeben, schon jeden Tag Obst und/oder Gemüse zu essen, erreichen sie doch selten diese Menge. Knapp 70 % behaupten dennoch von sich selbst, auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Frisches Obst sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch gut.

Frisches Obst sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch gut.

Foto: Pixabay

Claudia Lawetzky fordert dazu auf, sich generell mehr Gedanken über die eigene Ernährung zu machen. „Was wir essen, das sind wir“, sagt sie und fügt hinzu, dass industrielle Nahrung den Menschen schädigt. Ihre Schlagwörter für eine gesunde Ernährung: Regional, saisonal, bunt. Durch gute Ernährung kann jeder Mensch einen guten Beitrag zu seiner eigenen Gesundheitsvorsorge leisten.

Eine Reihe von Restaurants haben sich dieser neuen, gesunden Küche verschrieben. Mit frischen und möglichst natürlichen Speisen versuchen sie, nicht nur zu einer gesunden Ernährung beizutragen, sondern auch auf die Bedürfnisse nachhaltiger Wirtschaftlichkeit einzugehen.

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