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Schlewig-Holstein erleben : Wahrzeichen der Nordsee: Wattwandern am Leuchtturm

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Sie sind nicht nur im Urlaub einen Abstecher wert: die Leuchttürme an der Nordsee. shz.de schlägt fünf Ausflugsziele vor.

Schon seit Jahrhunderten weisen Leuchttürme Seefahrern den Weg und dienen in der Nacht als Orientierung. Heute gelten die Wahrzeichen der Nordseeküste vor allem als Sehenswürdigkeit - und zeigen sich besonders bei einer Wanderung durch das Unesco Weltkulturerbe Wattenmeer von ihrer schönsten rot-weiß-gestreiften Seite.

1. Spaziergang mit Leuchtturm im Blick - Wattwandern vor Hörnum

<p>In seinem typischen Rot-weiß  ist der Leuchtturm Hörnum schon von weiter Ferne aus zu sehen - auch vom Watt vor Hörnum aus.</p>

In seinem typischen Rot-weiß  ist der Leuchtturm Hörnum schon von weiter Ferne aus zu sehen - auch vom Watt vor Hörnum aus.

Foto: Sylt Marketing / Monika Gumm
 

Das Hörnumer Watt ist Teil des Unesco Weltnaturerbes Wattenmeer und bietet sich bei einem Besuch auf Sylt hervorragend für eine Wanderung an. Die Schutzstation Wattenmeer führt Wattwanderungen für Gruppen durch, die im Sommer barfuß und im Winter mit Gummistiefeln auf Watt-Entdeckungsreise gehen. Vom Jugenderholungsheim Puan Klent im Süden Sylts startet die Gruppe auf ihrer zweistündigen Wanderung durch den Nationalpark Wattenmeer in Richtung Hörnum. Mit hochgekrempelter Hose erfahren die Wanderer, was die „Sylter Royal“ mit Miesmuscheln zu tun hat und wie eine Strandkrabbe gefangen wird. Hier ist der Weg das Ziel: Muschelbänke, Priele sowie das Vogelschutzgebiet „Hörnumer Nehrung“ warten darauf, von den Wanderern erkundet zu werden.

Der Leuchtturm Hörnum ist dabei in der Ferne zu sehen und erstrahlt - wie man sich eben einen typisch norddeutschen Leuchtturm vorstellt - in seinem rot-weiß-gestreiften Glanz. Eine geführte Besichtigung des 34 Meter hohen, übrigens noch funktionsfähigen Leuchtturms, rundet die Tour ab. Ein Fakt schon vorab: Von 1914 bis 1933 war in diesem Leuchtturm die kleinste Schule Deutschlands beheimatet.

 

2. Inselhopping mal anders - Wattwanderung zwischen Amrum und Föhr

<p>Vor blauem Himmel leuchtet der Amrumer Turm mit seinen rot-weißen Streifen um die Wette.<strong></strong></p>

Vor blauem Himmel leuchtet der Amrumer Turm mit seinen rot-weißen Streifen um die Wette.

Foto: Carlos Arias Enciso/www.nordseetourismus.de
 

Richtiges „Inselhopping“ verspricht die Wattwanderung von Amrum nach Föhr. Die meisten der Wanderungen, die von Mai bis September stattfinden, beginnen in Norddorf, im Norden der Insel Amrum. Der Leuchtturm dagegen steht auf Amrums Südhälfte, in Großdün. Wie auch die Seefahrer, können die Wattwanderer den hohen Turm allerdings aus der Ferne sehen. Die Tour ist abhängig von Konditionen wie Wetter, Gezeiten und Wasserstand, denn auf dem Weg von Amrum nach Föhr muss ein Priel durchquert werden. Ein zweiter Priel, der von Utersum, wird umgangen, da es schlichtweg zu tief ist.

Es geht auch andersherum: Bei der Tour von Föhr nach Amrum hat man den Leuchtturm sogar noch länger im Blick. Kurios: Häufig wird der Leuchtturm Hörnum für den Amrumer Leuchtturm gehalten. Auch, wenn im Watt alles viel näher dran erscheint, als es wirklich ist, ist der Sylter Leuchtturm im Gegensatz zum Amrumer nicht von Föhr aus zu Fuß zu erreichen.

Der Leuchtturm Amrum gilt mit 41,8 Metern als der höchste der Westküste und hat sogar einen weiteren Rekord gebrochen: Mit dem Jahr 1874 als Jahr der Fertigstellung ist er auch noch der älteste Leuchtturm. Sein typisch norddeutsches Aussehen verdankt er seinen rot-weißen Streifen. Wer das voll funktionstüchtige Wahrzeichen von innen besichtigen möchte, sollte eine frühe Wattwanderung buchen: Das Amrumer Leuchtfeuer hat nur bis zum Mittag geöffnet - dafür aber auch für Paare, die sich standesamtlich trauen lassen möchten (natürlich mit Voranmeldung).

 

3. Leuchtturm Westerhever - Wattwanderung zum Star unter den Leuchttürmen

<p>Im Abendlicht erstrahlt der Leuchtturm Westerhever in einem ganz besonderen, fast magischen Glanz.</p>

Im Abendlicht erstrahlt der Leuchtturm Westerhever in einem ganz besonderen, fast magischen Glanz.

Foto: Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording

Wenn die Rede von norddeutschen Leuchttürmen ist, darf der wohl bekannteste Leuchtturm Deutschlands natürlich nicht fehlen: der Leuchtturm Westerhever, der auch als Bruder der Leuchttürme Hörnum und Pellworm bezeichnet wird. Mit seiner Höhe von 42 Metern ragt er weit über die platte Landschaft der Nordseeküste hinaus. Der Weg zum voll funktionstüchtigen Leuchtturm führt über eine beeindruckende Watt- und Salzwiesenlandschaft. Nach Anmeldung unter www.westerhever-nordsee.de sind montags, mittwochs und samstags Besichtigungen möglich; auch kann man sich von April bis September im dem rot-weißen Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt trauen lassen.

Die Schutzstation Westerhever bietet Wattwanderungen am Westerhever Leuchtturm zu verschiedenen Themen an, wie etwa „Salzwiesen im Nationalpark“ oder „Wattwandern zum Sonnenuntergang“. Beide Wanderungen schließen den Leuchtturm mit ein. Bei der naturkundlichen Wanderung zum Thema Salzwiesen wird das Vorland des Westerhver Leuchtturms ganz genau erkundet - und vor der Kulisse des Sonnenuntergangs, wenn der rot-weiße Turm in ein rötlich-gelbes Licht getaucht wird, wirkt das Leuchtfeuer der Halbinsel geradezu magisch.

 

4. Wattwandern am Hochzeitsleuchtturm - Pellworm nicht nur für Verliebte

<p>Sich das Ja-Wort geben, mit Blick über die wunderschöne Landschaft der Region - möglich im ‚Hochzeitsleuchtturm‘ der Nordseeinsel Pellworm.</p>

Sich das Ja-Wort geben, mit Blick über die wunderschöne Landschaft der Region - möglich im ‚Hochzeitsleuchtturm‘ der Nordseeinsel Pellworm.

Foto: Kur- und Tourismusservice Pellworm
 

Ab der Badestelle Leuchtturm werden laut offizieller Seite zwei Wattwanderungen angeboten: „Zu Besuch bei Muscheln und Krebsen“ sowie „Wattwanderung - Muscheln, Krabben und die Small Five“. Diese „kleinen Fünf“ sind Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und Nordseegarnele - allesamt Bewohner des Watts, die bei einer Wattwanderung ausgiebig besucht werden können.

Aufgrund seiner rot-weißen Musterung ist der denkmalgeschützte Leuchtturm Pellworm von der Wanderung im Watt aus gut erkennbar. Nicht nur für Gäste, auch für Insulaner, ist der Ausblick von dem 37 Meter hohen Turm ein tolles Erlebnis. Seit nunmehr 110 Jahren hat das norddeutsche Urgestein seinen Platz auf der grünen Marscheninsel gefunden. Besichtigungen sind nach Anmeldung möglich. Wie auch bei den meisten anderen Leuchttürmen der Küste, dürfen Kinder den Turm erst mit acht Jahren betreten. Heiratswillige Paare dürfen sich freuen: Der voll funktionstüchtige ‚Hochzeitsleuchtturm‘ wartet nur auf Verliebte, die sich hoch oben, mit der rauen Landschaft der Nordseeküste im Blick, das Ja-Wort geben möchten.

 

5. Leuchtturm Dagebüll und Leuchtturm Oland

<p>Der Dagebüller Leuchtturm ist heute ein Hotel und bietet Platz für genau zwei Gäste.</p>

Der Dagebüller Leuchtturm ist heute ein Hotel und bietet Platz für genau zwei Gäste.

Foto: Oliver Franke/www.nordseetourismus.de
 

Bei der Wattwanderung von Dagebüll zur Hallig Oland starten die Wanderer zunächst auf dem Festland und steigen in der Nähe des Leuchtturms Dagebüll ins Watt ein. Zunächst lassen sie die markante Form des Dagebüller Leuchtturms also hinter sich. Über idyllische Sandwatten geht es zur Hallig im nordfriesischen Wattenmeer, die zur Gemeinde Langeneß gehört. Auf rund zwei Quadratkilometern Fläche leben hier rund 20 Einwohner auf der Olandwarft. Oland hat sogar einen eigenen Leuchtturm, den einzigen reetgedeckten Leuchtturm Deutschlands, der dazu einen weiteren Rekord bricht: Er ist mit seinen knapp 7,5 Metern der kleinste Leuchtturm Deutschlands. Dieses Mini-Leuchtfeuer, das seit 1929 in Betrieb ist, ist allerdings nicht vom Watt aus erkennbar, lässt sich aber hervorragend bei einer kleinen Inseltour erkunden. Die geführten Wattwanderungen von Dagebüll nach Oland bieten meist einen circa zweistündigen Aufenthalt auf Oland an, so dass die Wanderer außerdem genügend Zeit haben, sich in der heimischen Gaststätte zu stärken.

Das Schöne an dieser Wattwanderung: Es geht auch wieder zurück und bei der Rückttour bleibt der rote Leuchtturm in Dagebüll die ganze Zeit über fest im Blick. Zurück auf dem Festland ist hoffentlich noch genügend Energie vorhanden, um einen genaueren Blick auf den acht Meter hohen, denkmalgeschützten Leuchtturm zu werfen. Das Spannende an dem Bau: Das stillgelegte Leuchtfeuer ist heute ein Leuchtturmhotel und bietet Platz für genau zwei Gäste.

 

Ideen für weitere Ausflugsziele gibt es hier:

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erstellt am 27.Jul.2017 | 04:12 Uhr

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