Leser-Aktion #aktivinsh : Von Eiseskälte und Improvisationstalent: So verlief die Woche für Kevin Mischker

250 Kilometer Radfahren trotz Winterwetters: Im Interview berichtet der Freizeitsportler von seinen Erfahrungen.

Julia Gohde klein.JPG von
15. Dezember 2017, 00:00 Uhr

Kevin Mischker ist ein Mann der ersten Stunde. Als die sh:z-Aktiv-Redaktion einige Instagram-User fragte, ob sie bei der Leseraktion „Aktiv in SH“ dabei sein möchte, sagte der Flensburger sofort zu. Vor einer Woche begann er, bei Instagram mit Bildern zu zeigen, dass man auch in den Wintermonaten sportlich im Land unterwegs sein kann. Nun zieht er eine erste Zwischenbilanz, bevor es in die zweite Woche geht.

sh:z-Aktiv-Redaktion: Auf Instagram ist man dem „meerespendler“ in der letzten Woche durch den Norden gefolgt. Wie lief die Tour?

Kevin Mischker: In der letzten Woche bin ich 250 Kilometer gefahren. Am Samstag war eigentlich eine etwas längere Strecke geplant, aber Schnee, Graupel und Schneeregen haben Mensch und Material bis aufs Äußerste gefordert. Letztendlich habe ich aufgrund von zu kalten und nassen Füßen, einem defekten Vorderlicht und noch kälteren Händen die Strecke von ursprünglich geplanten 320 Kilometern auf 160 Kilometer verkürzt.

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Was steht in der nächsten Woche auf dem Programm?

Für den 26. Dezember habe ich das Sportevent „Festive500“ geplant. Das bedeutet 500 Kilometer in einem Rutsch ohne Schlaf oder größere Pausen zu fahren. Das habe ich letztes Jahr auch schon gemacht. Damals sind wir von Hamburg aus Richtung Sonderburg gefahren, haben Fünen im Süden gestreift, Langeland durchquert und schließlich in Rødby wieder die Fähre nach Fehmarn genommen. 2016 bin ich allerdings nach gut 400 Kilometern ausgestiegen, da mir wegen falscher Kleidung zu kalt wurde.

Dieses Jahr fahren wir mit einer Handvoll Radlern von Hamburg aus zum Brocken im Harz und zurück - so die Theorie. Ich hoffe allerdings, dass das Wetter nicht ganz so katastrophal wird wie am letzten Samstag. Ich bin zwar fit, aber ich werde nächste Woche und dieses Wochenende noch eine 300 Kilometer-Tour einplanen, mein Equipment optimieren und mich mental auf den großen Ritt vorbereiten. Im Sommer fahren ist einfach, da muss man sich nicht so viel Gedanken über die Kleiderwahl machen. Im Winter entscheidet die richtige Kleidung zwischen Qual und Freude. Gute Radkleidung ist leider sehr teuer und ich kann mich nur aus einer begrenzen Kombination bedienen, aber es ist auch wichtig improvisieren zu können. Da muss man schon mal einen Hygienehandschuh unterziehen, wenn die eigentlichen Handschuhe zum vierten Mal durchnässt sind.

Was war der Auslöser, mit dem Radfahren anzufangen?

Ich habe vor drei Jahren im Frühjahr nach dem Ende einer Beziehung entschieden, dass ich mal wieder etwas machen muss, um mich selbst zu finden. Ich wollte einen „mentalen Reset“. Der Plan war es, von Flensburg nach Berlin mit dem Fahrrad zu fahren, um dort einen alten Freund zu besuchen. Ich war schon immer recht abenteuerlustig, aber „Radreisen“ waren für mich Neuland. Ich hatte allerdings überhaupt kein Equipment, weder Zelt, noch Schlafsack oder Radtaschen. Mein Fahrrad, das ich damals gerade mal ein halbes Jahr besaß, habe ich einfach umgebaut, um mehr Gepäck mitzunehmen. Um mich auf die Tour vorzubereiten, bin ich einige Male zur Arbeit gefahren und habe mir online ein paar Videos angschaut. Und natürlich habe ich mich umgehört.

Ein Foto aus dem Jahr 2015: Kevin kurz nach dem Start seines neuen Hobbys.
privat

Ein Foto aus dem Jahr 2015: Kevin kurz nach dem Start seines neuen Hobbys.

 

Es war unglaublich, was ich alles auf der Reise erlebt habe. Von einem dänischen Ehepaar, welches ich zufällig in Hamburg auf einem Campingplatz kennengelernt hatte und das mir in der Nacht darauf ein Bett anbot, bis zu einem Radfahrerpaar, das ich durch Zufall drei Mal auf der Strecke getroffen habe.

Neben einem Platten am Elberadweg, verursacht durch ein Stück Weinbergschneckenhaus, habe ich die Strecke komplett unbeschadet überstanden. Das schwerste Stück war allerdings der Verkehr in Berlin: Vom Feldweg und dem ruhigen Elberadweg in eine große, belebte Hauptstadt zu kommen, ist schon eine Umstellung. Ich erinnere mich noch, wie sich eine unglaublich furchtlose ältere Dame auf ihrem Klapprad durch den hektischen Verkehr fortbewegte, während ich komplett überfordert an jeder dritten Ecke eine Nahtoderfahrung machte.

Wie es für Kevin weitergeht, sieht man auf Instagram. So folgen Sie der Aktion: Sie abonnieren das Profil „shz_aktiv_redaktion“ oder geben in das Suchfeld den Hashtag „aktivinsh“ ein.

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