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Fotografie in Husum : Vom Krieg gezeichnet - und von einem Fotografen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er bereist Kriegs- und Krisengebiete auf der Welt, um die Geschichten der Menschen dort zu erzählen: Andy Spyra stellt im "Hebben und Sien" noch bis zum 30. September seine eindrucksvollen Fotografien aus.

Es ist der Mensch, der die Kriege macht. Aber was macht der Krieg aus dem Menschen? Syrien, Irak, Afghanistan, Nigeria: Der Fotograf Andy Spyra berichtet aus den Kriegs- und Krisenregionen der Welt. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentieren nicht das Geschehen an der Front – die „Knalleffekte“ des Krieges. Vielmehr zeigen sie die Folgen von Gewalt und Terror für den Alltag der Menschen – in Nahaufnahmen und Porträts voller Respekt und Mitgefühl. „Was macht Krieg mit Menschen?“ – diese Frage stellt auch eine Ausstellung mit Spyras Fotos, die von Sonntag, 10. September, bis zum 30. September in „Hebben und Sien“, Markt 1, zu sehen ist.

Andy Spyras Bilder eröffnen dem Betrachter eine andere Perspektive auf das Geschehen in Kriegs- und Krisengebieten als die reinen Nachrichtenbilder. 1984 in Hagen geboren, entdeckte Spyra seine Liebe zur Fotografie, als er nach dem Abitur durch Mittelamerika und Südostasien reiste. Er studierte Bildjournalismus und Dokumentarfotografie an der Fachhochschule Hannover. Seit 2009 arbeitet er als freier Fotograf unter anderem für Geo, Stern, das Time Magazine, Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den New Yorker.

Bekannt wurde er mit seinen Langzeitprojekten in Schwarz-Weiß. In Kaschmir fotografierte Spyra die Menschen, die seit fast 30 Jahren Opfer der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Indien und Pakistan sind. Für seine Foto-Reportage aus der Region erhielt er 2010 den Leica-Oskar-Award-Newcomer.

Eindrucksvoll und tief berührend sind auch seine Bilder aus Nigeria, wo er Frauen und Mädchen porträtierte, die von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram entführt wurden. Im Grenzgebiet zu Syrien hat er Flüchtlingslager besucht. Und zum 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern 2015 ist er durch Armenien und die Türkei gereist, um den Nachwirkungen eines historischen Verbrechens nachzuspüren.

Eines seiner aktuellen Projekte widmet sich dem Schicksal der Christen in Nahost. In den zurückliegenden Jahren hat er christliche Gemeinden in der Türkei, im Irak, in Israel, Gaza, Palästina und Ägypten besucht. Weitere Reisen in den Libanon, nach Jordanien und Syrien sind geplant.

Die Ausstellung „Was macht Krieg mit Menschen?“ zeigt Bilder aus Krisengebieten wie dem Irak, Kaschmir, Afghanistan, Nigeria und Syrien, die das Ausmaß des Grauens fassbar machen und ahnen lassen, wie gezeichnet die Menschen aus diesen Geschehnissen hervorgehen. Sie wird im Rahmen der interkulturellen Woche gezeigt. Veranstalter sind das Diakonische Werk Husum und der Kirchenkreis Nordfriesland. Eröffnung mit einer Führung durch Andy Spyra ist morgen um 11.30 Uhr. Eine weitere Führung mit Spyra folgt um 15 Uhr.


Alle Infos zur Ausstellung auf einen Blick

Wann Vom 10. September bis zum 30. September, Di-So von 11 bis 18 Uhr
Ort Galerie „Hebben und Sien“, Am Markt 1, 25813 Husum
Kosten Freier Eintritt
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