zur Navigation springen

#aktivinsh : Technik zum Anfassen im Maschinenmuseum Kiel-Wik

vom

Vom uralten Ottomotor und Bohrmaschinen bis hin zur Dampfmaschine: Im Maschinenmuseum in Kiel kommen Technik-Fans voll auf ihre Kosten.

Kiel | „Ich kann mir nicht vorstellen, nicht täglich eine Aufgabe zu haben, die mich herausfordert“, antwortet Peter Horter (72) auf die Frage, weshalb er im Ruhestand täglich als Leiter des Maschinenmuseums Kiel-Wik aktiv ist. Das Museum rief er im Jahr 1985 gemeinsam mit Frank Stobbe ins Leben, 2000 gab es zum Kieler Kultursommer die erste öffentliche Veranstaltung. Seit Horter 2006 als Leiter der Berufsschule für Technik in den Ruhestand trat, ist das Museum, das mittlerweile als Stiftung betrieben wird, ein Vollzeitjob für ihn – und für weitere ehrenamtliche Mitarbeiter.

Zehn Männer kümmern sich um die Technik, fünf Frauen sind für Organisation und Verwaltung zuständig und seit drei Jahren ist mit Sergey Parkhomchuk, der über eine Maßnahme der Arbeitsagentur zum Museum kam, auch ein Mitarbeiter fest angestellt, wodurch das Museum nun auch täglich geöffnet ist. Der älteste Aktive im Team ist 76 Jahre, der Jüngste ist Jannis mit gerade mal zwölf Jahren, der seit zwei Jahren mit von der Partie ist.

<p>Jannis (12) und Museumsleiter Peter Horter sehen Norbert Möller beim Ölwechsel am U-Boot-Diesel zu.</p>

Jannis (12) und Museumsleiter Peter Horter sehen Norbert Möller beim Ölwechsel am U-Boot-Diesel zu.

Foto: Dieter Suhr

„Die Älteren hatten überwiegend im Berufsleben mit dem Thema des Museums zu tun und geben nun Ihre Erfahrungen an die jungen Leute weiter“, so Horter. Und das mit Erfolg. „Jannis will nicht nur gucken und helfen, er hat den Drang, selber etwas zu machen – und das macht er eigeninitiativ, konsequent und mit Präzision“, lobt der Museumsleiter.

Neben den üblichen Arbeiten wie Restauration, Instandsetzung und Instandhaltung und Pflege der alten Maschinen, die fast alle funktionstüchtig sind, ist Horter die Museumspädagogik besonders wichtig, die alte Technik Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. Nicht Technik zum Ansehen, sondern zum Anfassen, zum Begreifen im wahrsten Wortsinn. „Hier kann ich Ideen verwirklichen, die früher im Schulbetrieb so nicht machbar waren“, sagte Horter, der sich als „Lokomotive“ seines Teams sieht. Alte Technik als Kulturgut erhalten und sie der Nachwelt näher bringen, so könnte man das Ziel von Horter und seiner Mannschaft bezeichnen.

<p>Der jüngste Aktive des Maschinenmuseums ist der zwölfjährige Jannis. Er darf auch mal Hand anlegen und reinigt hier einen etwa 80 Jahre alten Glühkopfmotor.</p>

Der jüngste Aktive des Maschinenmuseums ist der zwölfjährige Jannis. Er darf auch mal Hand anlegen und reinigt hier einen etwa 80 Jahre alten Glühkopfmotor.

Foto: Dieter Suhr
 

„Eine gute Kombination“ nennt Horter die öffentliche Verantwortung in Verbindung mit dem Ehrenamt. Durch ständige Erweiterungen des Museums wird auch derjenige, der schon x-mal bei den regelmäßigen öffentlichen Veranstaltungen vor Ort war, immer wieder Neues entdecken – im lebendigen Museum, in dem nicht nur das Mitarbeiterteam, sondern auch die alten dampfenden, ratternden und zischenden Maschinen aktiv sind.

Infos zum Museum gibt es hier.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2016 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen