Aktivsport auf dem Wasser : Segeln im Land zwischen den Meeren

<p>Anpacken ist gefragt: Auf den Traditionsseglern sollte man möglichst schwindelfrei sein. </p>

Anpacken ist gefragt: Auf den Traditionsseglern sollte man möglichst schwindelfrei sein.

Als Bundesland zwischen zwei Meeren bietet Schleswig-Holstein ideale Bedingungen für den Wassersport. Mit einer Küstenlänge von insgesamt 1.004 Kilometer an Nord- und Ostsee befindet sich hier ein beliebtes Segelparadies.

shz.de von
14. Juni 2018, 04:02 Uhr

Galt Segeln in früheren Zeiten eher als elitär, gehört dieser Sport heute für viele Schleswig-Holsteiner genauso zum Leben, wie in Bayern das Skifahren. Ob mit dem eigenen Boot auf Törn in der nahegelegenen Dänischen Südsee die Seele baumeln lassen oder mit einer Charter Yacht die deutschen Häfen abklappern – die individuellen Möglichkeiten auf dem Wasser sind gerade an der Ostsee, ohne dabei auf Gezeiten Rücksicht nehmen zu müssen, unbegrenzt. So gibt es an beiden Küsten 107 Marinas. Die zahlreichen Segelclubs mit eigenen Anlagen, wie beispielsweise der Segelclub Eckernförde mit über 300 Liegeplätzen, sind dabei noch nicht mit eingerechnet.

Anpacken und Segelsetzen

Einfach mal mitsegeln? Möglichkeiten dazu gibt es viele. So bieten Skipper über so genannte „Mitsegelbörsen“ entweder Tages- oder auch Wochenfahrten an. Wer traditionelles Segelhandwerk erleben möchte, ist auf einem der vielen, über die Ostsee verteilten Traditionsseglern gut aufgehoben. Gerade die von Vereinen betriebenen Schiffe rekrutieren ihre Mitglieder aus der ganzen Bundesrepublik, nehmen aber auch Gäste mit auf Törn, die vielleicht einen Betriebsausflug der ganz besonderen Art erleben möchten. Anpacken gehört beim Segelsetzen, beim An- und Ablegen, der Schiffspflege und nicht zuletzt in der Kombüse für alle mit dazu. Romantik pur ist dann der Sonnenuntergang, wenn man diesen für einen ruhigen Augenblick in großer Höhe aus der Takelage erleben kann.

<p>Professionelles Segeln bedeutet körperliche Anstrengung. Das Segel setzen, steuern, Balance halten - all das müssen die Wassersportler auf dem Wasser beherrschen.</p>

Professionelles Segeln bedeutet körperliche Anstrengung. Das Segel setzen, steuern, Balance halten - all das müssen die Wassersportler auf dem Wasser beherrschen.

 

Segeln ist auch anstrengender Sport

Auf zahlreichen Regatten messen die Segler das eigene Können gegen andere im Wettkampf. Die meisten Vereine führen regelmäßig ihre so genannten Mittwochsregatten durch. Die Summe der einzelnen Wettfahrten entscheidet dann über die Vereinsmeisterschaft. Wer es international möchte, ist beispielsweise auf der Travemünder oder der Kieler Woche gut aufgehoben. Die Kieler Woche blickt inzwischen auf 136 Jahre Segelgeschichte zurück und gilt als das größte Segelereignis weltweit. Für eine Woche im Juni geben sich mehrere tausend Segler aus der ganzen Welt ein Stelldichein: nicht nur auf den Regattabahnen um Kiel, sondern auch auf den Langstreckenregatten von Kiel über Eingang Flensburger Förde und Fehmarnbelt.

Auftakt für dieses Segelereignis, das auch ein umfangreiches Landprogramm bietet, ist die traditionelle „Aalregatta“. Schon Kaiser Wilhelm II. nahm 1893 mit seiner „Meteor“ an dieser ersten Wettfahrt teil, die damals lediglich 20 Yachten von Kiel nach Eckernförde segeln ließ. Seit 1906 gilt die Aalregatta mit kurzer Pause als offizielle Auftaktveranstaltung, bei der sich in jüngster Vergangenheit bis zu 200 Yachten auf die 29 Seemeilen Distanz nach Eckernförde begeben, um dort nach Zieleinlauf den traditionellen Aal zu empfangen.

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