zur Navigation springen

#aktivinsh : Reitwege: Auf 3000 Kilometern durch Schleswig-Holstein

vom

Freiwillige arbeiten seit Jahren am Ausbau des Reitwegenetzes. 3000 Kilometer stehen Pferd und Reiter inzwischen zur Verfügung.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Schafflund | Die Hufe sind kaum zu hören, nur manchmal verrät ein dumpfes Trapsen, dass vier Pferde über den sandigen Waldboden traben. Vom Regen der vorangegangenen Tage ist hier kaum etwas zu merken. Die Reitwege zwischen Medelby, Jardelund und Osterby im Amt Schafflund (Kreis Schleswig-Flensburg) führen durch dichten Wald ebenso wie vorbei an abgeholzten Flächen, die Sturm Christian Ende 2013 verwüstet hatte. Manchmal geht es ein Stück über den Acker – der eine oder andere Landwirt hat von seiner Koppel einen etwa zwei Meter breiten Streifen für die Vierbeiner und ihre Reiter zur Verfügung gestellt –  oder vorbei am Fröslev-Jardelunder Moor, das direkt ans Nachbarland Dänemark grenzt.

Seit rund zehn Jahren arbeite man am Ausbau des Reitwegenetzes im Amt Schafflund, sagt eine der Initiatorinnen, Birgit Behnemann. Vor einem Jahr konnten 384 Kilometer Wegstrecke als Teil des Projekts Aktivregion eingeweiht werden. Die Planung und Umsetzung steht und fällt mit dem Engagement Freiwilliger. "Wir machen das alle nebenbei", sagt Behnemann.

Inzwischen komme man landesweit auf knapp 3000 Kilometer Reitwegenetz, sagt  Deike Timmermann, Büro für Landschaftsplanung GmbH in Kiel. Doch: „Wir werden da nie ganz fertig.“ Neue Wege wie im Amt Schafflund oder in Handewitt kämen zwar hinzu, bestehende wie das Netz rund um Norderstedt aber in die Jahre, würden teilweise stark unter der Nutzung leiden. „Die Sensibilität geht verloren“, sagt Timmermann, auch dadurch, dass die Generation der Reiter, die an dem Projekt mitgewirkt und es deshalb besonders gewürdigt habe, langsam abgelöst werde.

Nutzungsvereinbarungen und Pachtverträge werden zwischen den Initiatoren – Gemeinden, Kommunen oder Reitvereinen – und den Landeigentümern regional individuell ausgehandelt. Mit einem gelben Nummernschild für 20 Euro im Jahr und vielerorts einer Jahresgebühr in ähnlicher Höhe, fließt etwas Geld zurück ins Projekt. Auf Förderung könne man flächendeckend nicht zählen, sagt Timmermann. Die zur Verfügung stehenden Mittel seien stark von der Finanzkraft der Projektträger wie Gemeinden abhängig.

Damit sich auch auswärtige Reiter im Netz zurechtfinden, sollen weiße Schilder den richtigen Weg weisen. Doch im Amt Schafflund sind noch nicht alle angebracht – beim Ritt durch das Gelände freut sich Birgit Behnemann über jeden neu entdeckten weißen Pfeil – jeder ein Zeichen dafür, dass sich die langen Verhandlungen gelohnt haben.

Nicht nur im Kreis Schleswig-Flensburg gibt es tolle Möglichkeiten zum Ausreiten.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen