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Holzdorf : Hörbare Zeitgeschichte im Phonomuseum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vom Grammophon bis hin zur Stereoanlage: Besucher des Phonomuseums in Holzdorf erleben eine Zeitreise durch die Musik- und Geräteindustrie.

von
erstellt am 17.Jun.2016 | 06:30 Uhr

Holzdorf | Musik und Sprache auf Tonträgern festhalten und über Radiofunkwellen über weite Strecken transportieren – Das hat Tüftler und Erfinder schon seit Ende des 19. Jahrhunderts fasziniert. Ob imposantes Trichtergrammophon, die Musiktruhen der Urgroßeltern, die Volksempfänger, Kassettenrecorder bis hin zur Juke Box – Jede Generation hat Erinnerungen an die Musik und Geräte ihrer Jugend. Im Phonomuseum "Alte Schule" der Familie Pokrant in Holzdorf werden diese wieder wach. Besucher bekommen dort einen Einblick in die Jahrzehnte der Erfindung von Geräten der Phonoindustrie.

In der alten Schule des Ortes stellen sie in vier ehemaligen Klassenräumen rund 700 Objekte aus den Jahren 1880 bis 1975 aus. Dabei legen die Initiatoren Erika, Rolf und Nico Pokrant das Augenmerk auf die gesellschaftliche und geschichtliche Entwicklung der Geräte- und Musikindustrie.

"Die Technik und feinen Entwicklungsschritte bei den Geräten sind eher etwas für die Technikfreunde", sagt Nico Pokrant. Vater und Sohn sind seit vielen Jahrzehnten Sammler und seit 2011 auch Aussteller der faszinierenden Technik. Liebevoll setzt Nico Pokrant (38) die Geräte instand, um dann mit seinem Vater zu entscheiden, wie es in die Ausstellung passt. Alle ihre rund 1200 Objekte können sie nicht zeigen, damit würden Besucher nur überladen werden. Daher werden die Gäste - egal ob zwei Personen oder eine Gruppe - alle persönlich durch die Ausstellung geführt.

Dabei suchen Pokrants den Dialog, um Fragen zu beantworten. "Und die kommen immer", sagt Nico Pokrant. So können die beiden zu den meisten Objekten oft auch über Hintergründe berichten und Besucher so in die Ursprungszeiten der Geräte entführen. Erstaunt aber in der Regel begeistert sind Besucher, wenn Pokrants Hörproben anbieten. Nicht nur die allermeisten Radios erklingen, Pokrants verfügen auch über rund 8000 Tonträger, von der Phonographenwalze, über Schellack- und Vinylschallplatten bis hin zu Drahttonbändern und Kassetten.

Das Museum ist von Mai bis Ende Oktober Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Das Museum kann nach Vereinbarung an anderen Tagen besichtigt werden. Bei größeren Gruppen wird um Anmeldung gebeten. Weitere Infos gibt es hier.

 

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