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#aktivinsh : Geocaching: Per GPS durch die Natur

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Schatzsuche mal anders: GPS-Empfänger und Smartphone weisen beim Geocaching den Weg zu verborgenen Schätzen.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2016 | 09:51 Uhr

"Das Baumloch sieht sehr verdächtig aus", sagt Nicole Jannichsen. Die Koordinaten stimmen, ebenso die Beschreibung des Geländes. Irgendwo hier muss sich der Cache befinden. Und wie ein gutes Versteck aussieht, das weiß die Osdorferin ganz genau, schließlich hat sie inzwischen mehr als 2800 Caches gefunden und geloggt. Ihr Mann Sven Oke kann sogar schon rund 3300 geloggte Caches vorweisen. Auch selbst gelegt, haben die beiden Geocacher aus Leidenschaft schon einige Schätze.

Geocaching - Das ist eine Schatzsuche, bei der die abenteuerlustigen Schatzgräber mit GPS-Empfänger oder einem GPS-tauglichen Smartphone, in der Natur unterwegs sind. Sie navigieren zu Koordinaten, die sie aus dem Internet bekommen, und versuchen - dort angekommen - einen Geocache, also einen versteckten Behälter, zu finden. Geocaches gibt es auf der ganzen Welt. Die Orte, an denen sie versteckt liegen, sind dabei sehr unterschiedlich. In Parks, auf einem Baum oder sogar unter Wasser können sie zu finden sein. 
Geocaches finden sich an unterschiedlichsten Orten. Meist sind die 'Schätze' wasserdichte Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Foto: Doris Smit
Geocaches finden sich an unterschiedlichsten Orten. Meist sind die "Schätze" wasserdichte Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Foto: Doris Smit

Nicole und Sven Oke Jannichsen sind gemeinsam mit ihrem Sohn Tjark Yannik (14) in den Sommerferien 2014 auf das Hobby gestoßen. "Wir hatten noch Urlaub und ein bisschen Langeweile", erinnert Nicole sich. "Das war am 18. August", weiß die 44-Jährige sogar noch, denn von diesem Tag an, hat sich ihr Leben verändert. Familie Jannichsen ist von dieser Freizeitbeschäftigung so gefangen genommen worden, dass das Cachen inzwischen fest in ihren Alltag gehört. "Wir sind im Dauer-Cache-Modus. Wir cachen jeden Tag", bestätigt Sven Oke.

Der Finder eines Geocaches kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Danach wird der Schatz wieder an derselben Stelle versteckt. Foto: Doris Smit
Der Finder eines Geocaches kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Danach wird der Schatz wieder an derselben Stelle versteckt. Foto: Doris Smit

Wenn jemand mit dem Geocaching anfängt, sollte er immer einen Stift und vielleicht noch eine Taschenlampe dabei haben, erklärt der 47-Jährige. Schmunzelnd verrät er, dass ihre Ausrüstung inzwischen reichlich erweitert wurde: Von der Wathose über das Schlauchboot bis hin zur fast professionellen Kletterausrüstung liegt alles jederzeit einsatzbereit im Kofferraum.

In das Logbuch tragen sich die erfolgreichen Geocacher ein. Foto: Doris Smit
In das Logbuch tragen sich die erfolgreichen Geocacher ein. Foto: Doris Smit
 

Die Geocaches unterscheiden sich in Größe und Erscheinungsbild. Von kleinen Filmdöschen über nachgebildete Steine mit Geheimfach, größere und aufwendig verzierte Behälter bis hin zu ganzen Schatztruhen kann dem Suchenden alles begegnen. In den Mikrocaches befinden sich meist nur Logbücher, in die eingetragen wird, wer und wann, den Cache gefunden hat. In den größeren liegen meist noch kleine Gegenstände, wie Schlüsselanhänger, kleine Figuren oder Murmeln. Der Finder darf sich etwas herausnehmen, muss es aber durch etwas Gleich- oder Hochwertigeres ersetzen.

Yannik auf dem Weg nach oben:  Für manche Caches muss man mit einer Kletterausrüstung hoch hinauf. Foto: Doris Smit
Yannik auf dem Weg nach oben: Für manche Caches muss man mit einer Kletterausrüstung hoch hinauf. Foto: Doris Smit
 

So wie die Caches unterschiedlich sind, sind es auch die Geocacher. Einige sehen es als Zusatzanreiz beim sportlichen Wandern, andere als spannenden Ausflug ins Grüne. Die einen reizt besonders die Knobelei und das Suchen, andere finden ihren Spaß eher darin, sich durch unwegsames Gelände zu kämpfen oder einfach nur schöne Touren zu machen und sich über die  kleinen Erfolgserlebnisse bei der Schatzsuche zu freuen.

 Teamarbeit ist auch beim Geocaching oft von Vorteil: Hier freuen sich Sven Oke (rechts) und Sven-Ole Jannichsen. Foto: Doris Smit
Teamarbeit ist auch beim Geocaching oft von Vorteil: Hier freuen sich Sven Oke (rechts) und Sven-Ole Jannichsen. Foto: Doris Smit
 

"Es ist ein Hobby, das sehr gut für Hundebesitzer geeignet ist", sagt Sven Oke Jannichsen. Seine Frau Nicole findet es schön, dass man beim Geocachen die ganze Zeit an der frischen Luft ist. "Einfach nur spazieren gehen? Das hätte mein Mann im Leben nicht gemacht", sagt sie und lacht. Nun sind sie teilweise bis zu 20 Kilometer zu Fuß unterwegs. "Es ist ein Familien- und Natursport", erklärt Nicole. Ganz nebenbei lernt der Cacher nicht nur die Gegend besser kennen, oft verbergen sich hinter den Caches historische Begebenheiten oder anderes Wissenswertes. "Man entdeckt Orte, an die man sonst gar nicht hinfahren würde und sieht Dinge, die andere gar nicht zur Kenntnis nehmen", sagt Sven Oke: "Es ist ein Abenteuer!"

Für alle, die erste Geocaching-Erfahrungen sammeln oder eine neue schöne Herausforderung suchen, haben Nicole und Sven Oke Jannichsen ein paar Tipps:

 

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