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#aktivinsh : Fahrradreisen 2016: Das Traumziel liegt in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Onlineredaktion

Routen entlang von Gewässern sind weiterhin beliebt. Der Tourismus in SH dürfte in diesem Jahr vom Rad-Boom besonders profitieren.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2016 | 13:13 Uhr

Berlin | Der beliebteste Radfernweg in Deutschland ist zum zwölften Mal in Folge der Elberadweg, das geht aus der 17. Radreiseanalyse des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hervor. Schleswig-Holsteins Fernrouten haben bei Radtouristen überdies an Bedeutung gewonnen: Der Ostseeküstenradweg/ D2 von Flensburg nach Usedom wurde von den Befragten als Traumziel für den Urlaub 2016 am Häufigsten genannt.

Schleswig-Holsteins Hotels, Pensionen und Herbergen können schon mal die Betten machen: Zigtausende Radler werden 2016 erwartet. Die meisten von ihnen absolvieren Streckentouren mit beinahe täglichem Bettenwechsel. Sie werden Service, Qualität und Flexibilität in der Branche auf den Prüfstand stellen.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung haben laut ADFC 2015 hochgerechnet 4,5 Millionen Menschen eine oder mehr Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen unternommen. Der Wert hat sich im Vergleich zu 2014 um elf Prozent gesteigert. Beinahe neun von zehn der Drahtesel-Touristen des Vorjahres halten ihrem Vehikel die Treue: Sie werden sich auch 2016 wieder auf den Sattel schwingen – 82 Prozent von ihnen wollen in Deutschland bleiben. 7,1 Prozent gaben an, dass sie 2016 planen, den D2 (Spitzenwert) mit Pedalkraft genießen zu wollen, 3,7 Prozent wollen auf den Nordseeküstenradweg. Das Radrevier Bayern kommt hier nur auf 3,5 Prozent.

Bei den beliebtesten Regionen unter Reiseradlern nimmt der Freistaat aber zum fünften Mal in Folge die Pole Position ein. Dahinter auf Platz drei wurde die Ostsee gelobt. „Schleswig-Holstein“ und „Norddeutschland“ wurden von den über 6000 Befragten ebenfalls häufiger genannt als in den letzten Jahren. Sie kommen neu in die Top-12, sind darin allerdings die Schlusslichter.

Der durchschnittliche Radreisende ist männlicher Angestellter oder Rentner mit durchschnittlichem Einkommen, er ist 47,6 Jahre alt, reist mit Partnerin, hat keine Kinder unter 15 Jahren im Haushalt und ein abgeschlossenes Studium. Die Altersklasse zwischen 45 und 64 Jahren ist die Hauptzielgruppe für den Tourismus. Sie umfasst mehr als die Hälfte aller Langstreckenradfahrer, gefolgt von den 25 bis 44-Jährigen. Bei Menschen unter 24 Jahren kommt Fahrradtourismus offenbar noch nicht gut an. Ihr Anteil beträgt magere 2,4 Prozent.

Viel zu holen für Reiseveranstalter gibt es trotz der Hunderttausenden zu erwartenden Touristen offenbar nicht. Über 80 Prozent der Touren werden komplett individuell organisiert. Lediglich die eher schlanke Rentnergruppe ab 65 greift häufiger auf Pauschalangebote zurück. Ältere Radreisende und Frauen sind eher mit Pedelecs unterwegs. Der Anteil der E-Bikes hat sich binnen eines Jahres fast verdoppelt.

Während das Internet das mit Abstand das wichtigste Informationsmedium für Radreisende bei der Planung ist (mit gut 90 Prozent), vertrauen die Reisenden bei der Orientierung auf der Tour lieber der Beschilderung. Auch klassische Karten sind hier deutlich wichtiger als das mobile Internet.

Als größter Nerv-Faktor für Rad-Touristen erweist sich der ÖPNV, gefolgt von der Streckenausschilderung. Hier können die Regionen mit Verbesserungen leicht Punkte der Zufriedenheit sammeln. Fernbusse spielen eine untergeordnete, aber klar wachsende Rolle bei der Rad-Beförderung, der Anteil der Bahn ist allerdings vier Mal höher. Insgesamt kamen über 30 Prozent mit der Bahn an den Wunsch-Radweg, 40 Prozent bevorzugten das Auto. Und für jeden Fünften begann und endete das Velo-Abenteuer direkt an der eigenen Haustür.

Die beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Quelle: ADFC

1. Elberadweg
2. Weserradweg
3. Ruhrtal-Radweg
4. Donauradweg
5. Ostseeküsten Radweg/ D2
6. Rheinradweg
7. Mosel-Radweg
8. Main-Radweg
9. Bodensee-Radweg
10. Ems-Radweg

 

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