Anbaden : Erfrischender Start ins neue Jahr

Hatten sich etwas verspätet, genossen dadurch aber die Aufmerksamkeit der vielen Besucher und Zuschauer am Strand: vier Urlauberinnen aus Münster.
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Hatten sich etwas verspätet, genossen dadurch aber die Aufmerksamkeit der vielen Besucher und Zuschauer am Strand: vier Urlauberinnen aus Münster.

Über 60 Mutige machen beim traditionellen Anbaden zu Neujahr in Eckernförde mit.

shz.de von
02. Januar 2018, 06:09 Uhr

Eckernförde | Kaum ist der Weihnachtsmarkt geschlossen, geht es auch schon mit der nächsten Veranstaltung, der ersten im neuen Jahr, dem Anbaden, weiter. Waren es zu Beginn vor 15 Jahren nur drei, die mutig ins Wasser sprangen, hat sich die Zahl derer, die das neue Jahr mit einem Sprung in die Ostsee beginnen, mehr als verzwanzigfacht.

„Mama, können wir das auch mal machen?“, war die Intention der elfjährigen Rieke zusammen mit ihrer Freundin Amelie (12) und ihren Geschwistern Bosse (7), Ole (9) und Lene, jüngste Teilnehmerin mit drei Jahren, am Anbaden teilzunehmen. Stine Schröter, Mutter der Geschwister, las vom Geschehen vor zwei Jahren in der Zeitung und ist seitdem selbst dabei. Inzwischen ein Selbstläufer, ist die Veranstaltung rein privat organisiert, die Teilnehmer erfahren darüber aus der Zeitung oder per Mundpropaganda. „Wir haben noch nicht mal eine Facebook-Gruppe oder ein anderes Social Media, über das wir Werbung betreiben“, berichtet Karl-Heinz Huber, der die Veranstaltung ins Leben rief.

Regelmäßig mit dabei: Mato Petricevic konnte auch Sohn Roko zum Anbaden überreden.
Regelmäßig mit dabei: Mato Petricevic konnte auch Sohn Roko zum Anbaden überreden.
 

Unterstützt von den Stadtwerken, die im Anschluss kostenloses Duschen im Meerwasserwellenbad ermöglichen, fand auch so manch Unentschlossener den Weg zum Strand. So fiel die Teilnahme Volker Borowski (62) und Axel Gottschau (52) weniger schwer, beide machten im Frühjahr vergangenen Jahres großspurig eine Ansage, die kein Zurück mehr zuließ. Bei Punsch und Gulaschsuppe, den warmen Luftzug aus der geöffneten Tür des Meerwasserwellenbades im Rücken, genossen Manfred und Manuela Klann sowie Rosita und Klaus Wilhelmsen, letztere aus Kappeln, das Schauspiel aus sicherer Entfernung. „Für das Wasser bin ich zu feige“, gab Manfred Klann zu, jedoch kommen sie regelmäßig seit mehreren Jahren als Zuschauer.

Ein paar Naschis für die Kleinen verteilte Renate Horst, eine der ältesten Teilnehmerinnen und schon fast von Anfang an mit dabei, aus eigener Tasche: „Ich mach das anstelle von Spenden an irgendwelche Organisationen, denn hier erlebe ich, wie es ankommt“. Renate Horst war es dann auch, die ganz spontan, wenige Minuten, bevor es ins Wasser ging, die Teilnehmer mit ein paar Aufwärmübungen animierte. Lang war dann niedrigwasserbedingt der Weg in tiefere Gefilde, bevor man, wenn auch nur kurz, in die etwa 6 Grad Celsius kalte Ostsee ganz eintauchen konnte. „Ich fand das kalte Wasser körperlich richtig anstrengend“, befand Urlauberin Hannah Sinder, die zusammen mit weiteren sechs Freunden aus Münster eine Veranstaltung dieser Art gar nicht kannte.

Mit ihrer Naschi-Box eroberte sich Renate Horst die Herzen der Kindern.
Mit ihrer Naschi-Box eroberte sich Renate Horst die Herzen der Kindern.
 

Über die Resonanz sehr zufrieden zeigte sich Organisator Karl-Heinz Huber, der noch am Vortag witterungsbedingt mit eher mäßiger Beteiligung rechnet hatte. Er dankte den Stadtwerken, dass diese die Veranstaltung nicht nur mit anschließender Duschmöglichkeit, sondern auch mit Gulaschsuppe und Punsch aus dem Bistro auf der Terrasse unterstützte.

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