Reise in die Vergangenheit : Eine versunkene Welt erforschen: Rungholttage auf Nordstrand

Spuren einer mysteriösen Siedlung: Die Reste eines Brunnens, der einst zu Rungholt gehört haben soll.
Spuren einer mysteriösen Siedlung: Die Reste eines Brunnens, der einst zu Rungholt gehört haben soll.

Vom 25. bis 27. August können die Besucher Vorträgen lauschen und an einer Exkursion teilnehmen.

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21. August 2017, 03:12 Uhr

Die bei der „Groten Mandränke“ im Jahre 1362 versunkene Landschaft Rungholt hat nichts von ihrer Faszination – sowohl bei Wissenschaftlern als auch Hobby-Forschern – verloren. Und sie gehört zur Nordstrander Geschichte dazu. Großes Interesse vieler Gäste, beispielsweise an Exkursionen in besagtes Gebiet zwischen der Hallig Südfall und der Insel Pellworm, beweisen das.

Immer wieder gibt das Watt im Rungholt-Gebiet Funde frei.<strong>(rah)<strong></strong></strong>
Immer wieder gibt das Watt im Rungholt-Gebiet Funde frei. (rah)
 

Bereits zum zehnten Mal in Folge finden von Freitag, 25. August, bis einschließlich Sonntag, 27. August, die Nordstrander Rungholttage 2017 statt. Zum Jubiläum soll es neben einer Exkursion spannende Vorträge sowie als Premiere die erste Rungholtkonferenz geben. „Damit möchten wir alle Kräfte bündeln, sprich alle Experten an einen Tisch holen, um sich gemeinsam über die bisherigen Ergebnisse der Forschung auszutauschen“, erklärt Cornelia Kost, die neben dem Hallig-Friesen Robert Brauer das umfangreiche Programm erarbeitet hat.

Die Macher der Rungholttage: (v.l.) Will Willms, Cornelia Kost und Wolf-Dieter Dey mit der neuen Rungholtkarte.
rah
Die Macher der Rungholttage: (v.l.) Will Willms, Cornelia Kost und Wolf-Dieter Dey mit der neuen Rungholtkarte.
 

Die Eröffnung mit Grußworten von Bürgermeister Werner Peter Paulsen und dem HGV-Chef findet denn am Freitag, 25. August, gegen 16 Uhr im Gemeindesaal der NT im Schulweg statt. Cornelia Kost wird für den erkrankten Robert Brauer, der die Rungholttage aus der Taufe gehoben hat, auf zehn Jahre zurückblicken, bevor Wolf-Dieter Dey, ehrenamtlicher Leiter des Inselmuseums, durch die Räume im Hause führen wird. Der wird auch einen Vortrag über Rungholt aus der Sicht von Gastgebern und Gästen halten. Ab 20 Uhr wollen Sigrid Carow und Peter Herschlein über Schätze aus dem Watt, speziell Ofenkacheln aus dem Pellwormer Raum, berichten.

Um 16 Uhr startet eine öffentliche Konferenz im Kellergeschoss des Nommensen-Hauses im Ortsteil Odenbüll. Mit dabei sind auch Nationalpark-Wattführerin Christine Dethleffsen, Christian Wiedemann von der Nationalparkverwaltung und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Ab 20 Uhr wird im Strandcafé Halligblick das „Siegel von Rungholt“ an eine Person verliehen, die sich um die Rungholtforschung besonders verdient gemacht hat. Danach referiert der nordfriesische Heimatforscher Albert Panten unter der Überschrift „Aspekte der Kartierung der Landschaft Strand vor 1362“. Er wird seine Ergebnisse zu den überlieferten Kartendarstellungen von Rungholt erläutern und eine neue Karte, an der Cornelia Kost wesentlich beteiligt war, vorstellen.

Am Sonntag (27.) geht es ab 10.30 Uhr zu einer Exkursion nach Pellworm. Um 11.30 Uhr führt Hellmut Bahnsen durch das Rungholtmuseum. Ab 14.30 Uhr referiert Walter Fohrbeck über die Geschichte der Alten Kirche. Es folgt der Besuch im Schifffahrtsmuseum.

Eine Karte zeigt das „alte Nordfriesland“. Hier ist Rungholt noch verzeichnet.
dpa
Eine Karte zeigt das „alte Nordfriesland“. Hier ist Rungholt noch verzeichnet.
 

Die Rückfahrt mit der Fähre ist für 17.35 Uhr eingeplant. Gegen 20 Uhr soll es eine Deichführung ab Fuhlehörn geben, organisiert von den jungen Ehrenamtlern der Schutzstation Wattenmeer.

Das gesamte Programm der Rungholttage ist auf www.lust-auf-nordstrand.de zu finden.

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