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#aktivinsh : Ausstellung: vergessene Bilder aus der Schleiregion

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Das Schleswiger Stadtmuseum zeigt historische Aufnahmen des renommierten Fotografen Alfred Ehrhardt.

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erstellt am 02.Jul.2017 | 00:00 Uhr

Schleswig | Sechs Jahre ist es her, dass Marie Christine Jádi ihre Arbeitsstelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in Berlin antrat. Damals ahnte sich nicht, dass diese Arbeit sie einst in ihre Heimatstadt führen würde. Dann aber entdeckte sie im Archiv der Stiftung einen Karton mit der Aufschrift „Schleswig“ – öffnete ihn und war elektrisiert. Der berühmte Fotograf und Dokumentarfilmer Alfred Ehrhardt (1901-1984) hatte nicht nur unzählige Fotos von der Schleiregion gemacht. Eines der Bilder war ihr zudem vertraut aus der Zeit, als sie noch Tams hieß und auf die Domschule ging. Es war der Blick aus ihrem Kinderzimmer in der Pastorenstraße. Ehrhardt muss damals in dem Haus gewesen sein, weil er eine besonders gute Perspektive auf den Domturm suchte.

Marie Christine Jári nahm Kontakt auf zu Dörte Beier im Schleswiger Stadtmuseum – und auch sie hörte sofort auf. „Ich kannte natürlich Alfred Ehrhardt – aber ich hatte keine Ahnung, dass er so viele Aufnahmen von Schleswig gemacht hat“, sagt die Museumsleiterin. Die beiden Frauen waren sich schnell einig: Diese Bilder mussten im Museum gezeigt werden.

Kuratorin Marie Christine Jádi ist gebürtige Schleswigerin und entdeckte die unveröffentlichten Aufnahmen bei ihrer Arbeit im Archiv der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in Berlin.
Kuratorin Marie Christine Jádi ist gebürtige Schleswigerin und entdeckte die unveröffentlichten Aufnahmen bei ihrer Arbeit im Archiv der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in Berlin. Foto: oje
 

Nun zeigt das Schleswiger Stadtmuseum die Fotos in einer Ausstellung mit dem Titel „Alfred Ehrhardt – Zwischen Schlei und Eider“. Versammelt sind mehr als 100 Aufnahmen aus Schleswig, dem Kappelner Raum und der Eiderregion. Ehrhardt plante offenbar zwei Fotobände mit Aufnahmen entlang der alten Wikinger-Handelsroute von der Ostsee zur Nordsee. Eines der beiden Bücher erschien 1947. Das zweite wurde niemals fertig. Viele der Bilder, die nun im Stadtmuseum zu sehen sind, tragen aber auf der Rückseite Notizen, mit denen Ehrhardt die Veröffentlichung vorbereitete.

Auch ein paar andere Fragen sind unbeantwortet. Die meisten Bildmotive hat die 35-jährige Kunsthistorikerin identifizieren können. „Auch mit der Hilfe von meinen Eltern.“ Aber wann genau die Aufnahmen entstanden sind, bleibt unklar. Die offizielle Datierung lautet deshalb stets „1930er/40er Jahre“.

Ein Wohnhaus in der Schleswiger Pastorenstraße.
Ein Wohnhaus in der Schleswiger Pastorenstraße. Foto: Alfred Ehrhardt
 

Ehrhardt, der am Dessauer Bauhaus studierte, lehrte bis 1933 an der Landeskunstschule in Hamburg. Zu Beginn der Nazizeit wurde er aus dem Dienst entlassen und widmete sich daraufhin verstärkt der Fotografie. Nach dem Krieg trat er vor allem als Filmemacher hervor. Ein 15-minütiger Film mit Detailaufnahmen vom Brüggemann-Altar im Schleswiger Dom wurde auf der Biennale in Venedig aufgeführt – und ist nun im Rahmen der Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.
 

> „Alfred Ehrhardt – Zwischen Schlei und Eider“, bis 10. September täglich (außer montags) von 10 bis 17 Uhr im Schleswiger Stadtmuseum, Friedrichstr. 9-11.

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