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#aktivinsh : Auf der Weinroute in der Holsteinischen Schweiz

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Die Holsteinische Schweiz mit ihren Wäldern und Seen, Hügeln und Tälern bietet für Radfahrer nicht nur optisch, sondern auch sportlich abwechslungsreiche Strecken. Weingüter, Tierzüchter und Cafés locken als Etappenziel.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 17:03 Uhr

Foto: Grafikfoto
 

Unsere Tour beginnt vor der wunderschönen Kulisse des Großen Plöner Sees. Direkt dort liegt der Bahnhof Plön, Start- und Zielpunkt der hügeligen Rundfahrt durch den Naturpark Holsteinische Schweiz. Vor dem Bahnhof geht es rechts ein kurzes Stück am See entlang. Rechter Hand liegen der Seglerverein und die Fischerei Reese direkt am Ufer. Wir verlassen aber den Großen Plöner See, biegen in die Wilhelmstraße ab und folgen ihr unter der Bundesstraße 76 hindurch. Über die Lütjenburger Straße und den Behler Weg geht es hinaus aus der Stadt in Richtung des Dorfes Behl.

Wir passieren Felder, Knicks und Äcker mit baumumstandenen, kleinen Biotopen. Auf der linken Seite liegt das Gut Behl mit seinem ansehnlichen Gutshaus. In Sichtweite stehen Fachwerkkaten. Von Behl führt der Weg nach Hohenschmark und am gleichnamigen Gestüt vorbei. Hohenschmark zieht auf 72 Hektar Weideland Warmblutpferde auf. Ein schöner Anblick, wenn der Nachwuchs während des Sommers in Herden über die Weiden tollt. Ein Stück weiter auf der Route kommt schon das nächste Gestüt linker Hand in Sicht: Auf dem Gestüt Schierensee gedeihen auf mehr als 14 Hektar eigenem Weideland edle Vollblüter und Sportponys. Zum Gestüt gehört der 15 Hektar große Schierensee. Gleich nebenan entspringen der Gartengestalterin und Sängerin Tina Benz Ideen für ihre „Zauberfeengärten“ und musikalischen Interpretationen in Genres wie Jazz, Musical und Rockballade.

Ländliche Wege werden auch von Joggern und Radfahrern genutzt, lautet eines der Argumente.

Ländliche Wege werden auch von Joggern und Radfahrern genutzt, lautet eines der Argumente.

Foto: Grafikfoto
 

Es geht nach Grebin hinein an die Dorfstraße. Hier lohnt sich in der Saison ein Abstecher nach links Richtung Mucheln. Nach knapp 500 Metern heißt es links in den Behler Weg einbiegen und noch einmal links den Mühlenberg hinauffahren. Die Mühe lohnt sich. Die reetgedeckte Mühle Wagria, ein sogenannter Kellerholländer, steht am höchsten Punkt des Berges. Von dort liegt uns die Holsteinische Schweiz zu Füßen. Die müden Beine können im Cafégarten ausgestreckt werden. Bis an den Mühlenfuß heran reichen die Rebstöcke des Weingutes Montigny aus Bretzenheim an der Nahe den Berg hinauf. Steffen James Montigny war nach eigener Aussage Deutschlands erster Winzer, der 2009 in Schleswig-Holstein professionell Wein anbaute. Seit 2011 ist der Weißwein So mookt wi dat vom Grebiner Hof Altmühlen auf dem Markt. 2012 folgte der erste Rotwein aus Grebin. Das Sortiment von Montigny bedachte der Weintester Gerhard Eichelmann in seinem aktuellen Band 2016 mit anderthalb Sternen. Der Feinschmeckerführer Gault&Millau 2016 lobt die qualitative Entwicklung des soliden Sortiments.

Zurück auf der Grebiner Dorfstraße führt die Route über Dorfwiese oder Lehmkule auf den Saseler Redder, einen Plattenweg, der recht gut zu befahren ist, bei Regen aber nicht vor schmutzigen Hosenbeinen schützt. An Feldern, Knicks und landwirtschaftlichen Betrieben vorbei geht es an der T-Kreuzung rechts weiter. Ein Picknickplatz weist auf die schöne Aussicht hin. Vom nächsten Dorf Sasel (Gemeinde Rantzau) geht es weiter über den Kakelsberg bis nach Sieversdorf. Linker Hand ist der Rundturm von St. Johannis in Neukirchen zu sehen. Die Feldsteinkirche ist im 12. Jahrhundert zur Zeit des Bischofs Vicelin erbaut worden. Wer noch Puste hat, der gönnt sich zusätzliche Kilometer und fährt an der Kreuzung in Sieversdorf geradeaus auf der Dorfstraße bis nach Malkwitz hinein. Der Weg führt an der Nutztier-Arche Ziegenhof vorbei, einem Refugium seltener Rassen. Der Bio-Bauernhof hat eine eigene Hofkäserei.

Noch ein Stück weiter erwartet der Ingenhof Weinfreunde und Erdbeerfans. Seit 2009 baut die Familie Engel die Trauben der Rotweinsorten Regent und Cabernet Cortis und der Weißweinsorte Solaris an. Melanie Engel übernahm den Hof 2011 von ihren Eltern. Die Trauben keltert ihr Betrieb selbst. Melanie Engel stellt 8 000 Liter Weißwein und 4 000 Liter Rotwein her. Aus den eigenen Früchten entstehen Erdbeersecco und ein Blanc de Noir (Weißwein aus roten Trauben). Ein Teil der Rebstöcke reicht bis an das hofeigene Feldcafé heran. Dort gibt es täglich mit den eigenen Früchten belegte Kuchen und Torten. Selbstpflücker werden ebenso fündig wie Weinliebhaber.

Für den Abschnitt von Malkwitz nach Bad Malente-Gremsmühlen ist die Bruhnskoppeler Straße am Ortseingang Malkwitz zu empfehlen. Sie führt an Erdbeerfeldern und Weinstöcken des Ingenhofs vorbei. Über den Malkwitzer Weg wird Bad Malente-Gremsmühlen erreicht. Das Kneipp-Heilbad bietet Einkaufsgelegenheiten. Von Malente geht es zügig auf der Kreisstraße 2 nach Timmdorf. Wer noch mag, wählt den Weg durch das Wildgehege auf der linken Seite. In Timmdorf wartet der Landgasthof Kasch an der Dorfstraße mit stärkendem Angebot. Dort legt auch das Schiff der Fünf-Seen-Fahrt an der Mündung der Schwentine an. Der Hof Radlandsichten mit seinem Kletterpark ist von Timmdorf aus zu erreichen.

Plön ist nun nicht mehr weit. Von Timmdorf geht es die Schwentine entlang in den Wald hinein zum Zeltlager Adlerhorst. Daran vorbei führt der Weg weiter zwischen Bäumen hindurch bis zum Kieler Kamp. Der gehört bereits zum Plöner Stadtteil Stadtheide, in dem die Bundeswehr zu Hause ist. Die Route führt den Kieler Kamp entlang bis zur Bundesstraße 76. Wir biegen rechts auf die Ortsdurchfahrt ein und fahren auf dem Radweg bis zum Parkplatz an der Ölmühlenallee. An dessen Seite führt eine Unterführung unter der B76 hindurch an den Großen Plöner See, die letzte Etappe der Weinroute durch die Holsteinische Schweiz. Mit Blick auf das Wasser werden die Tritte bis zum Bahnhof leichter. Wer noch einige Meter fahren kann, der erreicht das Restaurant Seeprinz und belohnt sich mit einem Imbiss inklusive Seeblick.

Diese Radtour und 19 weitere finden Sie auch in dem neuen Magazin Rad & Tour. Wunderbare Routen durch ganz Schleswig-Holstein mit allen wichtigen Angaben, wie GPS-Daten, Höhenprofilen oder Streckenlängen, inklusive aller Tourenkarten zum Heraustrennen und Mitnehmen. Neben den detaillierten Tourenbeschreibungen gibt es interessante Berichte, Ausflugs- und Kulinariktipps, Kurzmeldungen und Porträts rund um das Thema Fahrrad. Hier erhältlich.

 

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