zur Navigation springen

Muggel als Zauberer : Auf der Jagd nach dem Schnatz: Quidditch spielen in Kiel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Harry Potter lässt grüßen: Die Kieler Kelpies sind das erste Quidditch-Team Schleswig-Holsteins.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Kiel | Die Bälle heißen Quaffel, Klatscher und Schnatz, die Spieler Hüter, Treiber, Jäger und Sucher. Einigen Fantasy-Fans dürften diese Begriffe bekannt vorkommen, denn sie stammen aus den Harry-Potter-Romanen. Dienstags und sonntags sind sie auch auf dem Nordmarksportfeld in Kiel zu hören. Hier trainieren die Kieler Kelpies, das erste Quidditchteam in Schleswig-Holstein – und damit das nördlichste in Deutschland.

Jeden Dienstag von 19 bis 21.30 Uhr und jeden Sonntag von 11 bis 12.30 Uhr treffen sich zwischen zehn bis zwölf junge Menschen zum Training und schnell wird deutlich: Hier wird nicht Harry Potter nachgespielt. Zwar sind die Begrifflichkeiten dem Roman nachempfunden und jeder Spieler läuft mit einem PVC-Rohr zwischen den Beinen – dem Besen, der eine Hommage an die beliebten Romane darstellt – über das Feld, aber ansonsten hat das Quidditch in der realen Welt nicht viel mit dem aus dem Roman gemeinsam: „Quidditch setzt sich aus Elementen aus Handball, Rugby und Völkerball zusammen“, sagt Julia Rusch und betont: „Wir wollen Harry Potter nicht nachspielen. Es ist kein Rollenspiel.“ Die 26-Jährige hat zusammen mit Christin Anders die Kieler Kelpies im Mai dieses Jahres gegründet. Heute trainiert Julia Rusch, die selbst vor zwei Jahren in Freiburg angefangen hat, Quidditch zu spielen, die Gruppe. „Quidditch ist ein Ballsport und sehr körperbetont“, sagt sie. Tackeln gehört zum Spiel.

In jeder Mannschaft sind sieben Spieler. Maximal vier von ihnen dürfen dem gleichen Geschlecht angehören. Es können also maximal vier Männer und drei Frauen oder maximal vier Frauen und drei Männer in einem Team sein.

Die Spieler haben verschiedene Positionen inne: In jedem Team gibt es drei Jäger, die versuchen, mit einem Volleyball, dem sogenannten Quaffel, Punkte zu erzielen, indem sie diesen durch einen der drei unterschiedlich hoch angebrachten Ringe des Gegners werfen. Jeder Treffer bringt zehn Punkte. Der Hüter der gegnerischen Mannschaft versucht, dies zu verhindern. Gleichzeitig darf er aber auch wie ein Jäger mit angreifen. Außerdem gibt es in jedem Team zwei Treiber, die mit drei Dodgebällen, den sogenannten Klatschern, versuchen, die Spieler der gegnerischen Mannschaft zu treffen. Ist dies gelungen, muss der Spieler zu den eigenen Ringen zurück und darf erst von dort wieder starten. Auch wenn ein Spieler vom Besen gefallen ist, muss er zu den eigenen Ringen zurück. Auf diese Weise wird 17 Minuten lang gespielt, bis in der 18. Minute der Schnatz ins Spiel kommt: Dieser Tennisball in einer Socke ist an den Hosenbund einer neutralen Person, dem Schnatzläufer, befestigt. In jeder Mannschaft gibt es einen Sucher, der versucht, den Schnatz zu fangen. Ist dies gelungen, bekommt die Mannschaft des erfolgreichen Suchers 30 Punkte und das Spiel ist vorbei.

Es geht ordentlich zur Sache auf dem Sportfeld, berichtet Christin Anders. „Quidditch ist ein Vollkontaktsport. Wir spielen mit Mundschutz“, berichtet die 26 Jahre alte Kinderkrankenschwester. Der Sport sei abwechslungsreich und nicht jeder betreibe ihn, nannte sie Gründe, warum ihr dieser Sport gefällt. Wenn sie jemand belächelt, weil sie einen einem Roman nachempfundenen Sport betreibt, lädt sie die Kritiker zum Training ein: „Sie sollen vorbeikommen. Mal gucken, ob sie dann immer noch lächeln.“

Am Training teilnehmen können Interessierte ab 18 Jahren. Infos und Kontakt: www.kielkelpies.de.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen