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#AKTIVINSH : Alte Schiffe und Werften: maritime Schätze am Wochenende erkunden

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Die „Tage der Industriekultur am Wasser“ finden am 17. und 18. Juni statt. 131 Denkmäler an 68 Orten können besichtigt werden. shz.de gibt einen Überblick.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2017 | 15:14 Uhr

Beeindruckende Hafenanlagen, Fabriken, Schiffe, Leucht- und Wassertürme, Brücken und Mühlen - was sonst oft nicht öffentlich zugänglich ist, kann am 17. und 18. Juni aus nächster Nähe unter die Lupe genommen werden. Dann finden die „Tage der Industriekultur am Wasser“ statt. 131 Anlagen an 68 Orten von Rendsburg bis in die Lüneburger Heide, von der Nord- bis zur Ostsee sind dabei. Die meisten der rund 380 angebotenen Veranstaltungen sind kostenlos. Bei den letzten Industrietagen im Jahr 2015 ergriffen rund 18.000 Besucher die Chance, mehr über die Industriekultur zu erfahren.

Historische Schiffe besichtigen

Das prall gefüllte Programm des Kulturprojekts ist vielfältig und bietet Geschichts- und Technikfans zahlreiche Möglichkeiten, einzutauchen in die Technik- und Arbeitswelt von früher. Zu den Highlights zählen zum Beispiel die Fahrten und Besichtigungen historischer Fracht- und Arbeitsschiffe in Hamburg, Glücksstadt oder Geesthacht. Von Geesthacht aus nimmt der über 100 Jahre alte Dampfeisenbrecher „Elbe“ Kurs auf Lauenburg. Interessierte Gäste sind eingeladen, dem Maschinisten und dem Heizer im Maschinenraum über die Schulter zu schauen. Die gesamte Eisbrecherflotte Geesthacht ist am 17. Juni am Bauhof Geesthacht zu besichtigen.

Historische Metallgießerei hautnah erleben

Zum ersten Mal in Kiel dabei ist die Howaldtsche Metallgießerei von 1884. Der Zweckbau ist das einzige aus der Werftgründerzeit erhalten gebliebene Gebäude. Charakteristisch für die Gießtechnik ist, dass sich vergleichsweise kompliziert geformte Werkstücke in einem Guss herstellen lassen. Führungen zeigen, wie körperlich schwer die Produktion von Schiffszubehör war. Zum Abschluss können Besucher selbst Kleinteile gießen.

<p>Die Howaldt-Werft nahm die formschöne Gießerei 1884 in Betrieb. Sie ist der einzige Bau, der von allen Kieler Werften aus der Gründerzeit erhalten blieb.</p>

Die Howaldt-Werft nahm die formschöne Gießerei 1884 in Betrieb. Sie ist der einzige Bau, der von allen Kieler Werften aus der Gründerzeit erhalten blieb.

Foto: Sven Bardua
 

Bestaunen kann man in diesem Jahr auch die Viermastbark „Passat“ in Travemünde. Am 18. Juni wird durch den Großsegler geführt und um 13:30 Uhr, 14:30 Uhr und 15:30 Uhr gibt es einen Lichtbildvortrag vom Passat-Kenner Wolf Rüdiger Ohlhoff über die Stationen des Windjammers.

Open Ship in Elmshorn

Das Motorschiff „Klostersande“ in Elmshorn lädt ein zum Open Ship. Der Getreidefrachter pendelte bis ins Jahr 2000 regelmäßig nach Hamburg, um die Köllnflocken-Werke mit Hafer für die Haferflockenherstellung zu versorgen. Das Industriemuseum Elmshorn präsentiert sich in einem alten Lagerhaus. Führungen thematisieren die Geschichte von Hafen und Schiffbau der Stadt. Die Dauerausstellung zeigt die Entwicklung von Industrie, Technik, Arbeit und Alltag in Schleswig-Holstein und bietet Zeitreisen zur Industrialisierung in Elmshorn an.

<p>Die „Klostersande“, das ehemalige Flaggschiff der Köllnflockenwerke, verkehrte bis ins Jahr 2000 vor allem zwischen Elmshorn und Hamburg.</p>

Die „Klostersande“, das ehemalige Flaggschiff der Köllnflockenwerke, verkehrte bis ins Jahr 2000 vor allem zwischen Elmshorn und Hamburg.

Foto: Sven Bardua

Neu mit dabei ist auch die Wassermühle Klein Rönnau. Bis 1960 wurde damit gemahlen, ihre Technik blieb weitgehend erhalten. Am 18. Juni öffnet die Mühle ihre Tore. In dem 1649 errichteten Fachwerkbau befinden sich unter anderem Mahlgänge, Haferquetsche, Schrotmühlen sowie eine Maschine für die Getreidereinigung. Heute, nachdem die Mühle saniert wurde, treibt ein 1920 erbauter Elektromotor die Mühle an.

Neustädter Hafengeschichte erfahren

Premiere bei dem Industriekultur-Festival feiert Neustadt in Holstein mit dem Hafen. Für Ostholstein war der Hafen Neustadts einst von entscheidender Bedeutung. Zwischen 1829 und 1833 entstanden an den Ufern befestigte Bollwerke, etliche Zollschranken fielen und es begann ein schwunghafter Handel, vor allem mit Getreide. Aus der Zeit blieben in Neustadt vier Speicher erhalten. Moderne Nachfolger aus den Jahren 1908, 1911 und 1958 sind an der Werftstraße zu sehen. Weitere Informationen dazu gibt es bei der Führung am 17. Juni um 14:30 Uhr durch den Neustädter Hafen.

<p>Mehrere Speicher, ein Brückenzoll-Einnehmerhaus und der Bahnhof erinnern an einen wichtigen Verkehrsplatz in Ostholstein: den Hafen Neustadt.</p>

Mehrere Speicher, ein Brückenzoll-Einnehmerhaus und der Bahnhof erinnern an einen wichtigen Verkehrsplatz in Ostholstein: den Hafen Neustadt.

Foto: Sven Bardua

Eine interaktive Karte mit allen 131 teilnehmenden Stationen der Industriegeschichte sowie weitere Informationen zur Veranstaltung findet sich auf der Webseite der Metropolregion Hamburg unter metropolregion.hamburg.de/industriekultur. Hier gibt es auch ein Programm zum Herunterladen.

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