#aktivinsh : Adrenalin pur: Mit dem Fallschirm in die Tiefe stürzen

<p>Über den Wolken: Fallschirmspringerin Cynthia  lässt sich gerne aus 4000 Metern Höhe auf die Erde zurück fallen. </p>

Über den Wolken: Fallschirmspringerin Cynthia  lässt sich gerne aus 4000 Metern Höhe auf die Erde zurück fallen.

Cynthia Lobeck liebt den freien Fall. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin ist 2014 das erste Mal aus den Wolken gefallen. Seitdem hat sie die Leidenschaft fürs Fallschirmspringen nicht mehr losgelassen.

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22. August 2018, 03:56 Uhr

Nach der Ausbildung war es soweit: Cynthia Lobeck (26), von Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Itzehoe, saß im Jahr 2014 im Flugzeug in 4000 Metern Höhe und war aufgeregt: Gleich hatte sie ihren ersten Fallschirmsprung. „Als ich dann da herausgefallen bin, war das einfach nur atemberaubend und aufregend. Ich habe es nur noch genossen und wollte seitdem nichts anderes mehr machen.“ Beim Verein „YUU-Skydive“ auf dem Flugplatz Hohenlockstedt am Hungrigen Wolf betreibt sie  seitdem den Fallschirmsport, hat dort nicht nur ihren Lebenspartner, sondern auch einen Großteil ihres Freundeskreises kennengelernt.

Training für den Notfall

Als sie vom Fallschirmspringen in Hohenlockstedt erfuhr, machte sie zunächst gemeinsam mit einer Freundin einen Tandemsprung. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich nicht lange überlegt und mit dem Grundkurs für eine Lizenz begonnen habe“, erzählt sie: die Ausbildung zum „Luftsportgeräteführer“ vom DFV (Deutscher Fallschirmsport Verband). Die insgesamt 25 Sprünge mit zwei Prüfungssprüngen aus 4000 Metern, die zuerst mit erfahrenen Sprunglehrern und später alleine gesprungen werden, inklusive einer theoretischen Ausbildung, hat sie 2015 erfolgreich absolviert. „Hemmungen wurden im Grundkurs abgebaut, in dem das richtige Verhalten im Notfall trainiert wird.“ Ihr Interesse hat sich seitdem stetig gesteigert, sie wollte vieles ausprobieren, springt seit 2015 nun regelmäßig. „Wenn das Wetter stimmt, werden das schon mal zwölf Sprünge an einem Wochenende“, erzählt sie.

<p>Der Absprung erfolgt in einer Höhe von 1000 bis 4500 Metern über dem Boden. </p>
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Der Absprung erfolgt in einer Höhe von 1000 bis 4500 Metern über dem Boden.

 

Mit Kameras am Helm durch die Lüfte

Das Wichtigste ihrer zehn Kilogramm schweren Ausrüstung ist ihr etwa 14 Quadratmeter großer Hauptschirm. Zu einem ganzen System gehört auch ein Rettungsfallschirm in Reserve. Einen Pin aus Stahl, der zur Schirmöffnung beiträgt, hat sie als Glücksbringer immer dabei. Mit Höhenmesser am Arm springt die wagemutige Frau hauptsächlich in der Disziplin „Free Fly“, in der eine schnellere Geschwindigkeit im Sitzen, Stehen oder kopfüber erzielt wird. „Ich möchte mich stetig in meiner Disziplin verbessern“, sagt sie. Kameras auf den Helmen machen es möglich, hinterher Videos der Sprünge anzusehen und nachzubesprechen. Der Kameramann, der fest zu einem Team gehört, springt bei anderen Disziplinen mit. „Wir haben stattdessen alle Kameras auf den Helmen, meist GoPro's, und können so unsere Sprünge sehen.“

<p>Cynthia Lobeck zeigt stolz ihre Ausrüstung. </p>
Hinz

Cynthia Lobeck zeigt stolz ihre Ausrüstung.

 

Zu Besuch war sie mit den Fallschirmspringern auch schon auf mehreren Sprungplätzen in Deutschland, und sie sind auch schon mit dem Bus durch Europa getourt. „In Road-Trips zu anderen Sprungplätzen als Urlaub investiert man gerne. Die wunderschönen Landschaften in anderen Ländern sind dabei das Besondere“, so Cynthia. Im Windtunnel können Springer Situationen zwar simulieren, aber es gehe nichts über die Realität, meint Cynthia. Anfang Juni kommt eine große Maschine mit Heckrampe, ein so genannter „Sky Van“ zu Besuch, aus der dann abgesprungen wird. Cynthia ist schon aus verschiedenen Flugzeugen, unter anderem auch einem Helikopter, gesprungen. Dennoch hat sie noch einen weiteren Wunsch: „Ich möchte gerne einmal aus einem Ballon springen.“

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