Tipps für Arbeitnehmer : Absichern gegen Altersarmut: Durchschnittsverdiener sollten vorsorgen

<p>Beschäftigte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Darüber hinaus ist auch eine private, ergänzende Versicherung möglich. </p>

Beschäftigte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Darüber hinaus ist auch eine private, ergänzende Versicherung möglich.

Das Thema Rentenvorsorge ist für viele lästig - in zu weiter Ferne scheint der Austritt aus dem Arbeitsleben. Doch wer seinen Lebensstandard im Alter erhalten möchte, sollte sich rechtzeitig zusätzlich versichern.

von
19. November 2018, 14:21 Uhr

Auch wenn ein Arbeitnehmer 45 Jahre lang bei durchschnittlichen Lohn in die staatliche Rentenkasse eingezahlt hat, wird er im Rentenalter weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens als Rente erhalten, erklärt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Nach heutigem Stand entspricht das einer Rente in Höhe von rund 1.440 Euro im Monat für einen Durchschnittsverdiener. Das ist im Normalfall viel zu wenig, um seinen gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Doch kein Grund zur Beunruhigung: Wichtig ist, dass man sich auch privat versichert und nicht allein auf die gesetzliche Rentenkasse und die betriebliche Rentenvorsorge baut, erklärt auch Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „Die meisten Menschen werden ihren Lebensstandard im Alter nur aufrechterhalten können, wenn sie sich rechtzeitig zusätzlich versichern.“

Frauen haben größere Nachteile als Männer

Frauen mit Kindern, die sich nicht zusätzlich versichern, sind sogar noch stärker von der Altersarmut bedroht, da viele von ihnen nicht nur im Mutterschutz von der Arbeit freigestellt sind, sondern sich häufig noch für längere Zeit in Elternzeit befinden. Und nach der Elternzeit nehmen Frauen ihre Arbeit nicht selten lediglich in einer Teilzeitbeschäftigung wieder auf. Auch für sie ist es unmöglich, ohne Unterbrechung bis zum Eintritt ins Rentenalter zu arbeiten: „Aus der Beratung zur Altersvorsorge wissen wir, dass kaum ein Arbeitnehmer ohne Unterbrechung 45 Jahre lang angestellt ist und dabei immer den Durchschnittslohn erhält“, erklärt Herte weiter.

Verschiedene Ergänzungen zur staatlichen Rente im Überblick

Im besten Fall besteht die Rentenvorsorge aus drei Elementen:

  • Gesetzliche Rente
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Private Vorsorge

Die gesetzliche Altersvorsorge macht hierbei den größten Teil aus. Ob es sich lohnt, in eine betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen, hängt vom Arbeitgeber und dem persönlichen Steuersatz ab. Für die betriebliche Altersvorsorge wird in den meisten Fällen als Entgeltumwandlung geführt: Das Bruttogehalt wird dabei nicht vollständig ausgezahlt - ein Teil davon fließt in eine Rentenversicherung, die sich der Arbeitnehmer im Rentenalter auszahlen lässt. Auf diesen umgewandelten Gehaltsanteil werden erst im Rentenalter die Beiträge für Pflege-, und Krankenversicherung sowie die Einkommenssteuer fällig. Für Durchschnittsverdiener lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge vor allem dann, wenn der Arbeitgeber etwa die Hälfte der Prämien dazu gibt und einen Vertrag mit geringen Abschlusskosten organisiert, erläutert die Verbraucherzentrale.

<p>Dass der Betrieb den Arbeitnehmer bei der Vorsorge für das Rentenalter unterstützt, ist in Deutschland schon lange üblich. Es handelt sich hierbei um die klassische betriebliche Altersvorsorge.</p>
Adobe Stock

Dass der Betrieb den Arbeitnehmer bei der Vorsorge für das Rentenalter unterstützt, ist in Deutschland schon lange üblich. Es handelt sich hierbei um die klassische betriebliche Altersvorsorge.

 

Geld anlegen in Riester-Vertrag oder Wohneigentum

Wer zusätzlich privat Geld anlegen will, kann sich mit der Riesterrente Zulagen oder steuerliche Vorteile vom Staat sichern. „Auch beim Riestern kommt es auf den Vertrag und die Abschlusskosten an“, erläutert Michael Herte weiter. „Die Förderung gibt es nicht nur für Rentenversicherungen, sondern auch für einen Sparplan ganz ohne Vertriebs- und Verwaltungskosten.“ Eine andere Alternative für die private Altersvorsorge ist Wohneigentum. Reichen Vermögen und Einkommen nicht aus, um eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren, kann eine Wohngenossenschaft einen guten Einstig bieten. Ziel solcher Genossenschaft ist nicht der möglichst hohe Gewinn, sondern das preiswerte Wohnen. So wird Mitgliedern die Möglichkeit geboten, langfristig bezahlbare Mietwohnungen zu nutzen.

(Mit Material der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen