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Gadgets für Radler : 15 Sachen, die das Fahrrad(fahren) schöner machen

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Fahrrad ist so ein boomendes urbanes Ding, um das sich derzeit allerhand erfinderischer Schickimicki reiht.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 20:12 Uhr

Wir erleben nicht nur das Revival der Ballonreifen, der autofreien Städte, Single-Speed-Räder (ein Gang) und Lollypop-Klingeln, sondern eine atemberaubende Welle der Innovationen rund um das Fahrrad. Räder rollen allerorten und tragen wie Kleidungsstücke Lebensstile nach außen, die Designer, Erfinder und Startups gehen vorneweg und kommen mit allerhand Neuem daher. Firmen sprießen aus dem Boden und produzieren Dinge, deren mutmaßliche Notwendigkeit vor wenigen Jahren noch niemand erahnte. Die 15 folgenden Dinge sind wirklich smart und innovativ. Aber teilweise auch ganz schön schräg.

 

Camper-Urlaub mit dem Drahtesel

Erstaunlich ist es, wie viele alte Bekannte aus dem „spießigen“ Automobil-Zeitalter in die blümerant-urbane Fahrrad-Zukunft überführt werden sollen. Nun gibt es sogar schon weiße Wohnwagen mit Vordach – natürlich „Made in Germany“. Immerhin könnte man über die zukünftige „weiße Wand“ auf den Campingplätzen problemlos hinwegsehen. „Strand in Sicht!“

Wem das zum pompös ist, der kann auch sein Fahrrad als Zeltstange benutzen oder sich mit einem Zeltanhänger wie diesem eine ausgedehnte Auszeit im Freien gönnen.

Foto: Screenshot amazon.com

 

Der Hövding: Ein unsichtbarer Airbag für die Ohren

Herkömmliche Fahrradhelme haben Nachteile. Sie müssen verstaut werden, sehen tumpig aus und wen oder was sie wirklich schützen sollen, ist heftig umstritten. Angeblich sterben sogar deutlich mehr Fußgänger und Autofahrer an Kopfverletzungen als Radler – sollte also die ganze Menschheit behelmt werden? Vielleicht! Denn mit dem Hövding, dem unsichtbaren Fahrradhelm, fiele das kaum auf. Was den Haute-Couture-Kragen-Airbag noch von der klobigen Hartschale abhebt: Er schützt den Hals beim Sturz gleich mit.

 

Sicherheitsabstand per Laserschwert

Eingebaute Vorfahrt war gestern, integrierter Sicherheitsabstand ist heute: Wohl kaum StVO-konform aber dadurch umso schillernder sind Laser-Led-Leuchten, die bei Dunkelheit die lebenswichtige 1,5-Meter-Zone um die Räder herum ausleuchten. Das angezeigte Modell zeichnet sich mit dem Extra aus, dass es sogar ein Fahrrad-Symbol auf den Asphalt projiziert. Klare Kampfansage an motorisierte Drängler.

 

 

Wäsche waschen vom Sattel

Ein Fahrrad, das ohne Strom Wäsche waschen kann? Und wer hat es erfunden? Die Chinesen. Der Einfall der Dalian Nationalities University ist bereits im Umlauf. Mit dem gezeigten Home-Trainer bringt man seinen Körper auch bei Unwetter und Smog in Schwung – und (nebenbei) die Trommel der „Bike Washing Machine“ in Rotation. Der integrierte Dynamo versorgt die Maschine dem mit Rest der benötigten Energie. Überschüssiges wird gespeichert. Gute Radler erkennt man künftig an sauber(er) Kleidung.

Foto: Screenshot http://www.yankodesign.com

 

 

Das Rad wie ein Gemälde an der Wand

Innovation kann manchmal so simpel sein: Ein winziges Stück Kunststoff für 20 Euro erfüllt den Job einer ganzen Garage. Der „Clug“ ist flexibel einsetzbar, spart massiv Platz ein und ist überdies beinahe unsichtbar.

 

Suchen und finden mit dem „Smrtgrid“

Ein wirklich beeindruckende Technik-Innovation, die drei große Funktionen vereint, ist der Smrtgrid. Damit lässt es sich laut Werbung ohne Augen-Ablenkung auch bei Verkehrslärm sicher zum Zielort navigieren. Über Vibrationen der Griffe wird signalisiert, wo man abzubiegen hat. Sollte man einmal vergessen haben, wo man das Fahrrad abgestellt hat oder es geklaut wurde, kann man es per Smartphone orten. Genauso kann man sehen, in welcher Entfernung sich Bekannte oder Verwandte mit ihrem Bike oder anderem Gefährt gerade befinden. Dann kann man sie entweder aufspüren („zufällig getroffen“ ist von gestern) oder weitläufig umkreisen: So wie es beliebt.

 

Ein Mittelfinger für den Dieb

Diebstahl tut weh. Deshalb gibt es bald nicht nur smarte Griffe, sondern auch smarte Pedale. Diese sollen die vernichtend schlechte Wiederkehrstatistik von gestohlenen Bikes aufbessern. Per GPS und Funk verraten die per Crowdfunding in den Markt gebrachten Hightec-Fußgriffe dem Radbesitzer, wo der Dieb die Habseeligkeit hingebracht hat und wie lange es dauert, um es vor Ort zu Fuß wieder abzuholen. Dazu geben sie viel Statistik über das eigene Fahrverhalten preis.

Der folgende Prototyp hat noch mehr zu bieten: Bei der Erfindung chilenischer Studenten werden Schloss und Rahmen zu einer Einheit. Das Rad mit dem flexiblen Rahmen soll „unstehlbar“ sein. Auch die Chilenen suchen den Weg auf den Markt über das Crowdfunding. Wie beinahe überall auf der Welt boomt das Fahrrad in dem südamerikanischen Land. Aber auch die Diebstähle nehmen zu: Was sich jetzt ändern soll.

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Wenn all dies die Langfinger trotzdem nicht vom geliebten Drahtesel abhält, kann man nur noch auf deren Humor hoffen. Denn abschreckend wirkt dieses Stinkefinger-Schloss nicht wirklich. Und besonders sicher und portabel scheint es auch nicht zu sein.

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Foto: http://www.findmeagift.co.uk/

 

 

Raht-Race: Sicherer Temporausch mit Menschenkraft

Schnell wie ein Auto - allein durch Muskelkraft, Schwerkraft und Aerodynamik: Das verspricht das futuristisch anmutende Raht-Mobil. Das wetterfeste Dreirad gilt als schnellstes Pedalenfahrzeug der Welt und könnte bei Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 160 Stundenkilometer theoretisch sogar auf der Autobahn mithalten. Sicherer als ein Motorrad ist es allemal: Es wird serienmäßig mit Airbag ausgestattet.

 

Kronkorken wegzaubern mit dem Road Popper

Foto: Screenshot shapeways.com

Es gibt Kulturen, in denen Bier bevorzugt aus Kronkorkenflaschen konsumiert wird und in denen es darüber hinaus nicht üblich ist, bei der Öffnung der Limo mit Feuerzeug, Haustürschlüssel oder Zähnen zu experimentieren. Der „Road Plopper“ löst dieses Problem. Er wird hinten am Sattel angebracht und beweist klare Kante, obwohl er aus dem 3D-Drucker kommt. Von der Benutzung während der Fahrt wird abgeraten.

Für die Weintrinker unter den Fahrrad-Enthusiasten ist der Transport des edlen Tropfens oft das größte Problem, wenn es zum Grillplatz am Hafen oder zum Koch-Club gehen soll. Im lästigen Rucksack würde er zu sehr geschüttelt und in der Hand? Nun ja... Liegend lagert der Kenner die Flasche. So geht das.

 

Radeln für die Stadtverschönerung

Auch für die Kinder pulsiert die Innovation in der Radwelt. Der „Chalktrail“ wird ganz einfach am Rahmen montiert und schafft dann verträumte oder akurate Kunstwerke per Lenkerhand. Wer malt die schönsten und buntesten Blumen auf den Asphalt?

 

Gewachsene Lenker aus dem Wald

Foto: Screenshot lenkr.de

Natürliche Materialien sind – soweit es denn möglich ist – auch im Velo-Segment ein Hingucker. Wir berichteten vor einiger Zeit über Bambus-Fahrräder aus Kiel. Die hölzernen Lenkstangen der Firma „Lenkr“ sind schlicht, sehr schmal, kerzengerade und nicht so kalt – wie gemacht für den Stadtverkehr und den minimalistischen Zeitgeist im Design. Da greift man gerne zu.

 

Bike Balls: Leuchtende Manneskraft am Sattelheck

Fahrradfahren ist gesundheitlich für Vieles gut. Mediziner warnen allerdings vor dem negativen Einfluss des drückenden Sattels auf die Potenz. Mit den Bikeballs (sollte das ursprünglich mal ein Herz werden?) als Rücklicht kann man(n) gute Mine zum bösen Spiel machen. Merke: Nicht nur Sportwagen beflügeln das Testosteron.

 

„I want to ride my horsicle“

Es gibt dem Anschein nach wenige Menschen, die Reiter sind und Radler zugleich. Trotitfy (der nach Selbstauskunft „führende Rad-Pferd-Hybridisator“) hat sich offensichtlich in den Kopf gesetzt, dem Drahtesel mit einem Kokosschalen-Mechanismus Pferdestärken und Huflaute einzuhauchen. Der Bausatz ist momentan leider ausverkauft.

 

Endlich (wieder) für Strom sorgen

Neuerdings brauchen sogar die hippen Fahrradklingeln schon eine Batterie, die Leuchten sind nach dem Ende der Dynamopflicht obendrein mit Fremdenergie bestückt. Da kann der Verkehrstauglichkeit schnell mal der Saft ausgehen – und das Smartphone ist dann auch plötzlich auch noch leer. Da funktionale Solar-Lösungen sich als wenig platzsparend erweisen, lohnt sich ein Blick auf die selbst erbrachte Energie. Wie früher beim Dynamo. Einen elektromagnetischen Generator der neuen Art bietet dieser Fahrrad-Lader von der Firma Siva, der an der Gabel des Hinterreifens einfach angebracht werden kann. Der Hersteller verspricht wenig Reibung, damit der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, wie ehedem beim Dynamo. Mit der angeschlossenen Powerbank als Zwischenspeicher kann man nach der Tour dann seine Geräte wieder auffrischen. Die Leistung reicht laut Produktbeschreibung des Herstellers - oh Wunder - allerdings nicht für den Betrieb eines Haarföns.

 

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