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Mit Rezepten : Lakritz: Als Naschkram – und als Backzutat

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der schwarzen Leckerei scheiden sich die Geister - und auch die Republik ist durch einen Lakritz-Äquator geteilt.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2016 | 14:02 Uhr

Schon die alten Ägypter kannten die Kraft des Süßholzwurzelsaftes, und bei den römischen Legionären war die Pflanze Bestandteil der Verpflegung. Nach wie vor hilft Süßholz gegen Husten und Heiserkeit und ist eine Wohltat für einen angegriffenen Magen. Die blaulila blühenden Stauden des Süßholzstrauches können eine Höhe von bis zu zwei Meter erreichen. Für die Lakritzherstellung werden aber nur die fingerdicken Wurzeln geerntet, die bis zu acht Meter lang werden können. Durch eine aufwendige Verarbeitung entsteht dann eine schwarze, zähflüssige Masse, der Rohstoff für Lakritz. „Bis in die 50er Jahre wurde Süßholz auch in Deutschland angebaut. Da die Wurzel aber erst nach vier Jahren ihr volles Aroma erreicht, führten die strengen Winter hierzulande zu großen Qualitätsverlusten. Für unsere Lakritzprodukte kommt die Süßholzwurzel vorwiegend aus dem Iran,“ erklärt Stefan Pawel, Betriebsleiter bei Salmix aus Sievershütten in der Nähe von Bad Segeberg.

 

Lakritz gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Varianten. Jeder kennt wohl die rautenförmigen Salmiakpastillen, die man sich als Kind sternförmig auf den Handrücken klebte, um sie dann genüsslich abzulutschen. Diese Pastillen bekam man nur in der Apotheke, meist in kleinen Pergamenttütchen abgepackt. Ebenfalls beliebt waren kleine Töpfchen mit Salmiakpulver, in die man den nassen Finger reinsteckte, damit so viel Pulver wie möglich daran hängen blieb. „Nach wie vor bekommt man unsere Salmix-Produkte ausschließlich in Apotheken. Das geht noch auf unsere Firmentradition von 1949 zurück,“ erläutert Pawel.

Bemerkenswert ist eine Nord-Süd-Unterteilung Deutschlands in Lakritzliebhaber und Menschen, die der schwarzen Leckerei konsequent aus dem Weg gehen. „Es gibt tatsächlich einen Lakritz-Äquator. Er verläuft ungefähr auf Höhe der Frankfurter Mainlinie. An den Küsten und in den Hansestädten des Nordens ist Lakritz, ob süß oder salzig, besonders beliebt. Im Süden Deutschlands werden, wenn überhaupt, eher süße Weichlakritze bevorzugt,“ führt Pawel aus. Je weiter man in den Norden kommt, desto kräftiger und salziger wird das Lakritz. In den skandinavischen Ländern gibt es mittlerweile Kochevents nur für Lakritz. Dort werden Salatsoßen, Suppen, Marinaden und Kekse mit süßem oder salzigem Pulver gewürzt und bieten ganz neue Geschmackserlebnisse.

Rezepte zum Ausprobieren

Rezeptquelle: www.salmix-lakritz.de

Lakritz-Muffins
100 g mildes Weichlakritz
270 g Mehl
2 Teelöffel Backpulver
1/2 Teelöffel Natron
2 Eier
120 g Zucker
90 g Butter
200 g Schmand
2 Esslöffel Süßholzpulver (süß oder salzig)


Heizen Sie den Backofen auf 190° vor. Sie können ein gut eingefettetes Muffinblech oder Backförmchen aus Papier benutzen. Das Weichlakritz so klein wie möglich schneiden und mit Mehl, Backpulver, Natron und Süßholzpulver vermengen.
Eier, Zucker, Butter, Schmand in einer zweiten Schüssel schaumig verrühren. Verrühren Sie diese Mischung mit der Lakritz-/Mehlmasse, und verteilen Sie die Masse auf die Backförmchen. Backzeit ca. 20 Minuten.

Lakritzkonfitüre
1 Kilo Äpfel (geschält und ohne Kerngehäuse gewogen)
500 g Gelierzucker 2:1
1,5 Esslöffel Lakritzpulver
1 Messerspitze Zitronensäure


Äpfel in sehr kleine Stücke schneiden, mit dem Gelierzucker mischen und zum Kochen bringen. Nach 4 Minuten Kochzeit Zitronensäure und Süßholzpulver untermischen und eine Gelierprobe machen. In saubere Gläser füllen. Probieren Sie die Lakritzkonfitüre auch mit anderen Früchten aus, z.B. Kirschen!
 

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