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Arztbesuche : Gesundheitskarte mit Bild ist ab Januar Pflicht

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90 Prozent der Krankenversicherten in Schleswig-Holstein sind bereits im Besitz der elektronischen Gesundheitskarte. Ab kommenden Jahr sind die alten Karten nicht mehr gültig. Ärzte behandeln Patienten aber trotzdem.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2013 | 12:38 Uhr

Kiel | Ende 2013 verliert die klassische Krankenversichertenkarte ihre Gültigkeit. Ab dem Januar 2014 ist ausschließlich die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit Bild des Versicherten gültig. Darauf einigten sich der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. „Versicherte, die bisher noch keine eGK haben, sollten deshalb umgehend ein Foto bei ihrer Krankenkasse einreichen, damit die neue Karte rechtzeitig ausgegeben werden kann“, rät Schleswig-Holsteins AOK-Sprecher Jens Kuschel.

Bundesweit haben bereits 95 Prozent der 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten eine elektronische Gesundheitskarte. Im Norden sind es laut AOK etwa 90 Prozent.

Versicherte ohne die neue Karte werden ab Januar allerdings nicht beim Arzt abgewiesen. In solchen Fällen greift die Regelung, die auch beim Verlust der eGK zum Tragen kommt: Der Versicherte kann auch ohne eGK eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen und hat dann zehn Tage Zeit, einen gültigen Krankenversicherungsnachweis vorzulegen. Anderenfalls ist der Arzt dazu berechtigt, dem Betroffenen die Leistung privat in Rechnung zu stellen. Eine bereits bezahlte Privatrechnung könne jedoch nur erstattet werden, „wenn spätestens bis zum Ende des Quartals ein entsprechender Versicherungsnachweis vorliegt“, heißt es in einer Mitteilung des GKV-Spitzenverbands. Grundsätzlich gilt: „Die seit 1995 ausgegebenen Krankenversichertenkarten werden zum 31. Dezember 2013 ihre Gültigkeit verlieren – unabhängig von dem auf der Karte bescheinigten Ablaufdatum“. Ärzte können jedoch bis zum Oktober 2014 mit der alten Karte arbeiten und auch abrechnen

Angekündigt wurde die eGK 2003 von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) – mit Starttermin 2006. Nicht nur Ärzte standen der neuen Karte skeptisch gegenüber: Sie sei – so die Kritiker – ein unsinniges und teures Prestigeprojekt und ein weiterer Baustein zum „gläsernen Bürger“. Jahrelang wurde über technische und organisatorische Standards gestritten. Die Einführung der Karte verschlang bis Juni dieses Jahres bereits 728 Millionen Euro. Aber: Es fehlt ein echter Mehrwert im Vergleich zur alten Karte. Die Neue enthält bislang nur die Versichertenstammdaten wie Name, Adresse, Geschlecht und das Foto zur besseren Identifizierung des Besitzers. Später soll die Karte eine Art Zugangsschlüssel zu elektronischen Patientenakten und Arztbriefen sein – in einem vernetzten System von Medizinern, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen. Aber nur, wenn der Patient damit einverstanden ist.

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