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Gartenmythen erklärt : Muss ich Gartenpflanzen im Winter gießen?

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Halten die meisten Gartenpflanzen nicht Winterruhe? Sie wachsen nicht, sie treiben nicht aus. Warum sollte man sie daher gießen? Die Antwort: Weil manche Pflanze sonst verdurstet.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 09:14 Uhr

Man mag es kaum glauben, aber einer der meistgenannten Tipps von Profigärtnern in der Winterzeit ist: Gießen, gießen, gießen - wenn es frostfrei ist. Das betrifft vor allem die sogenannten Immergrünen, also jene Pflanzen, die ihre Blätter behalten.

Während nur sommergrüne Laubgehölze ihren Wasserbedarf im Winter drastisch verringern, indem sie ihr Laub abwerfen, haben immergrünen Laub- und Nadelgehölzen weiterhin Durst. Das gilt gerade, wenn die Sonne scheint und sie über ihre Blätter Feuchtigkeit abgeben. Ist dann zugleich der Boden gefroren, können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. Die Pflanzen verdursten in der Folge - übrigens kommt das häufiger vor, als dass sie tatsächlich sie erfrieren. Und vor allem sind Topfpflanzen betroffen, deren Boden im Gefäß schnell komplett durchfriert.

Daher rät zum Beispiel der Bund deutscher Baumschulen eindringlich: Um Trockenschäden zu vermeiden, immergrüne Kübelpflanzen gelegentlich an frostfreien Tagen gießen.

Die Bayerische Gartenakademie hat einen Tipp, um die Gehölze im Gartenboden im Herbst vorzubereiten. Mitte Oktober sollten die Pflanzen besonders gut gegossen werden, besonders in Jahren mit geringen Niederschlägen im Herbst. Pro Quadratmeter Pflanzenfläche sind rund 30 bis 40 Liter Wasser nötig, um einen Wurzelballen durchdringend zu versorgen, so die Experten.

Dieser Tipp gelte für diese Pflanzen: Fichte, Kiefer, Tanne, Eibe, Wacholder, Scheinzypresse, Lebensbaum und Zeder sowie Rhododendron und andere Moorbeetpflanzen, immergrüne Arten von Schneeball, Felsenmispel, Berberitze, Kirschlorbeer und Buchsbaum.

Möglich ist die Herbstwässerung außerdem für immergrüne Schlinger wie Efeu, Immergrünes Geißblatt (Lonicera henryi), Brombeere (Rubus henryi) und Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei ssp.) - vor allem dann, wenn die Pflanzen an der Ostseite eines Gebäudes wachsen. Dann befinden sie sich in der Regel im Regenschatten und werden nicht ausreichend mit Wasser versorgt.

Tipps der Bayerischen Gartenakademie

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