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Schwanger U18 : Wenn junge Mädchen Mütter werden

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Gerade erst den Kinderschuhen entwachsen und selbst bald Mutter? Wenn junge Mädchen schwanger werden, bieten Pro Familia Beratungsstellen ihre umfassende Unterstützung an.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 13:52 Uhr

Anja Löhnert ist bei der Pro Familia Beratungsstelle in Kiel in der Schwangerenberatung und der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig. Bei ihr kommt es häufiger vor, dass schwangere Mädchen in die Beratung kommen, die noch minderjährig sind. „Wenn ein Mädchen feststellt, dass es schwanger ist, ist der Schreck meist groß. Eine Schwangerschaft wirbelt alles durcheinander und verändert die Zukunft. Wichtig ist es deshalb, sich so schnell wie möglich Unterstützung zu suchen. Wir von Pro Familia haben Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen und bieten den betroffenen Mädchen unsere Hilfe an. Sie können sich jederzeit einen Beratungstermin holen“, informiert die Diplomsozialpädagogin.

Für ein schwangeres Mädchen gehe es zunächst darum, zu entscheiden, ob es das Kind bekommen möchte. Anja Löhnert will den Mädchen dafür eine Entscheidungshilfe an die Hand geben und klärt genau darüber auf, welche Hilfen es von staatlicher Seite für junge Mütter gibt. Und das sind eine ganze Menge. So können sie beispielsweise vorübergehend in eine betreute Mutter-Kind Einrichtung ziehen. Auch eine Ausbildung in Teilzeit ist möglich. Finanzielle Leistungen, wie Arbeitslosengeld II, stellen für schwangere Mädchen und junge Mütter den Lebensunterhalt sicher. Wenn sie das Kind austragen, aber nicht behalten wollen, haben sie die Möglichkeit, es zur Adoption freizugeben. „Ebenfalls informiere ich darüber, welche Schritte zu gehen sind und welche Anlaufstellen es gibt, wenn über einen Schwangerschaftsabbruch nachgedacht wird. Nach dem Beratungsgespräch bekommt das Mädchen von mir eine Beratungsbescheinigung. Diese benötigt es zur Vorlage bei einem Arzt oder einer Klinik, falls es sich für einen Abbruch entscheidet. Dieser ist bis zum Ende der  zwölften  Schwangerschaftswoche im Rahmen der Beratungsregelung vom Gesetzgeber her möglich“, informiert die Beraterin. Sie betont, dass sie stets ergebnisoffen berät. „Allein das Mädchen entscheidet, ob es das Kind bekommen möchte. Auch wenn es minderjährig ist, haben weder Eltern noch Freund ein Mitspracherecht“.

Wenn das Mädchen sich für einen Abbruch entscheidet, gibt es verschiedene Methoden. „Bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche kann es spezielle Medikamente einnehmen. In einem späteren Stadium wird ambulant ein operativer Eingriff unter Vollnarkose gemacht. Nach diesem Eingriff kann ein Mädchen wieder schwanger werden. Die OP macht nicht unfruchtbar“, erläutert Löhnert.

Manchmal wenden sich auch Mädchen an Pro Familia, die vor Kurzem mit einem Jungen geschlafen haben, ohne zu verhüten. „Bei Verhütungspannen ist es immer noch möglich ein Notfallmedikament, die so genannte Pille danach, einzunehmen. Sie verhindert durch die Verzögerung des Eisprunges, dass sich eine Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Die Pille danach muss ein Mädchen bis spätestens drei Tage nach der Panne einnehmen. Je früher sie eingenommen wird, desto sicherer wirkt sie. Die Pille wird von einem Arzt oder einer Notfallambulanz in einem Krankenhaus verschrieben. Man kann sie sich mit einem Rezept in der Apotheke besorgen. Die Kosten von etwa 16 Euro werden von den Krankenkassen aber nicht übernommen“, so Löhnert.

Es sei eindeutig das beste, Mädchen und Jungen sorgen dafür, dass es gar nicht erst soweit kommt. Die Diplomsozialpädagogin weiß aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass Jugendliche vernünftig sind und gut verhüten wollen. „Doch die Vorstellung, beim ersten Kuscheln und Küssen schon über die Verhütung zu sprechen, ist bei vielen angstbesetzt. Aber in einer Beziehung, in der sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen, ist es gut, sich zu trauen, dieses Thema rechtzeitig anzusprechen, bevor es zum ungeschützten Sex kommt“, betont Löhnert. Die Fachfrau macht darauf aufmerksam, dass Pro Familia Jugendlichen Unterstützung in allen Lebenslagen anbietet. In den landesweit  zwölf Beratungsstellen gibt es Infos und Beratung bei Fragen rund um Liebe, Freundschaft, Sexualität und Verhütung.

Weitere Infos unter www.profamilia-sh.de

Infos zur Teenagerschwangerschaft: www.schwanger-unter-20.de

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