Einschulung in SH : Vor dem Schulstart: Mit Erstklässlern den Schulweg üben

<p>Die Polizei arbeitet oft mit Schulen zusammen, um bei der Verkehrserziehung zu helfen.</p>

Die Polizei arbeitet oft mit Schulen zusammen, um bei der Verkehrserziehung zu helfen.

Brotdose eingepackt, Ranzen auf und los geht's! Doch bevor die Kleinsten Schleswig-Holsteins ab Montag in die erste Klasse gehen, sollten Eltern mit ihnen den Schulweg sicher ablaufen und erklären.

Karen Bartel von
17. August 2018, 04:33 Uhr

Am Montag beginnt die Schule wieder in Schleswig-Holstein - für viele dann zum ersten Mal. Bevor es für die frischgebackenen Erstklässler dann heißt „Leinen los!“, gibt es noch ein paar Dinge in puncto Verkehrssicherheit zu lernen. Fünf Tipps für Eltern, um mit den Kindern den Schulweg zu üben.

1. Die Sicht des Kindes einnehmen

„Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen, mithin schnell überfordert“, schildert Andrea Häußler von Tüv Süd ihre Erfahrungen. Dies fängt schon bei der Körpergröße in diesem Alter an, durch die den Kindern der nötige Überblick im Straßenverkehr fehlt und sie zudem leicht übersehen werden. Häußler empfiehlt Erwachsenen, einmal in die Hocke zu gehen und so den Straßenverkehr aus Sicht der Kinder zu erleben: „Das wirkt.“ Zudem sollte man sich vergegenwärtigen, dass Kinder sich beispielsweise anders verhalten, wenn sie allein oder in der Gruppe sind. „Werden beispielsweise Klassenkameraden auf der anderen Straßenseite entdeckt, wird der Verkehr uninteressant. Gerade jüngere Kinder handeln impulsiv. Das sollte man mit ihnen besprechen“, weiß Häußler.

2. Mehrmals zu schulüblichen Zeiten ablaufen

Da der Verkehr auf der Schulstrecke sonntagnachmittags ein anderer ist als montagmorgens sollte das Einüben auch zu den Zeiten erfolgen, an denen die Schule stattfindet. Vor allem das Überqueren von Straßen und Kreuzungen sollte hierbei im Fokus stehen, denn dies ist die Unfallursache Nummer eins bei Kindern. Dass rote Ampeln Tabu sind, auch wenn manche Erwachsene diese missachten, ist sinnvoll mit den Kindern zu besprechen und auf solches Fehlverhalten explizit hinzuweisen.

Beim Überqueren der Fahrbahn folgende Schritte beachten:

  • Wenn möglich nur an Ampeln und Fußgängerüberwegen die Straße überqueren
  • Am Bordstein stehen bleiben
  • An Zebrastreifen Blickkontakt zu Auto- und Radfahren aufnehmen
  • Nach allen Seiten schauen: erst links, dann rechts und wieder links
  • Auf kürzestem Weg über die Straße gehen

3. Auch die Wege hin und zurück vom Schulbus üben

Ist die Schule nicht um die Ecke und das Kind muss mit dem Bus zur Schule fahren, sollten auch hier die Laufwege hin und zurück zur Haltestelle eingeübt werden. Auch das Ein- und Aussteigen ist Teil der Strecke:

  • Immer erst an den Bus herantreten, wenn er zum Stehen gekommen ist und die Tür geöffnet hat.
  • Nach dem Aussteigen warten, bis der Bus weggefahren ist.
  • Erst dann die Fahrbahn überqueren.

Wichtig ist auch, dass das Kind rechtzeitig zuhause losgeht, um nicht unter Zeitdruck zu geraten.

4. Das Fahrrad zuhause stehen lassen

Auch wenn die Sprösslinge das Radfahren schon gut beherrschen, ist dies noch kein sicheres Verkehrsmittel zum Schulstart. Denn sie sind meist im Straßenverkehr doch immer noch rasch überfordert, gibt die Tüv Süd-Expertin zu bedenken.

5. „Taxiservice“ Mama und Papa nicht dauerhaft in Anspruch nehmen

Dagegen, die Kinder ab und zu vor der Schule abzusetzen, spricht grundsätzlich nichts, doch wenn dies zum Normalzustand wird, hindert das die Kinder, wichtige Kompetenzen auszubilden: „Entscheidungen treffen, Gefahren abschätzen, sicheres Bewältigen gefährlicher Situationen im Straßenverkehr, das lernt man alles nicht, wenn die Eltern einen dauerhaft zur Schule fahren“, warnt die Tüv Süd-Fachfrau. Die Fürsorge der Eltern ist berechtigt, jedoch sollte man diese vielmehr in das Einüben des Schulwegs zu Fuß investieren. Denn die Kinder brauchen das Vertrauen der Eltern in ihre eigenen Fähigkeiten. Eltern, die mit der Sorge um ihr Kind schwer zurechtkommen, empfiehlt Häußler, „die Dinge erst zusammen zu machen. Den Schulweg häufig gemeinsam gehen, Schritt für Schritt wächst so Vertrauen.“

(mit Material von Tüv Süd)

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