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Tipps für junge Eltern : Von überflüssig bis teuer: unnötige Babyprodukte

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Sie finden sich im Internet und in Elternratgebern: Listen mit Dingen, die man fürs Baby unbedingt kaufen soll. Experten geben Tipps, welche Anschaffungen Eltern nicht unbedingt machen müssen.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2017 | 04:26 Uhr

Wer beim Abhaken von Listen eine große innere Befriedigung verspürt, kann als werdende Mutter oder werdender Vater aus dem Vollen schöpfen: Fast überall stößt man auf ultimative Listen für die Baby-Erstausstattung. Brav kaufen die meisten, was drauf steht - und oft noch ein paar Sachen mehr. Obwohl jedes Neugeborene anders ist und Vorlieben und Abneigungen ungleich verteilt sind: Es gibt ein paar Produkte, ohne die man prima klarkommt. Eine Einschätzung von Experten:

  • Badeeimer:

    Der durchsichtige Plastikeimer soll das Baby beim Baden an Mamas Bauch erinnern und schön begrenzen. Das ist aber genau das Problem: Schon nach wenigen Wochen sind die Kleinen dem Eimer entwachsen. „Bei uns wurde er schnell zum Wischeimer umfunktioniert“, erzählt Susanne Mierau. Sie ist Diplom-Pädagogin, schreibt einen Familienblog und hat selbst drei Kinder. Eine normale kleine Wanne tut es am Anfang auch.
    Der Badeeimer soll Babys Geborgenheit vermitteln. Der Nachteil: Er wird sehr schnell zu klein. /dpa-Zentralbild/dpa-tmn
    Der Badeeimer soll Babys Geborgenheit vermitteln. Der Nachteil: Er wird sehr schnell zu klein. /dpa-Zentralbild/dpa-tmn Foto: Patrick Pleul

     
  • Geräte zum Sterilisieren:

    Wer nicht stillen kann oder möchte, hat in den ersten Monaten viel mit dem Auskochen von Flaschen zu tun. Wer dafür keinen Topf verwenden will, kann auf ein Sterilisationsgerät zurückgreifen - vorausgesetzt, er hat den nötigen Platz in der Küche. Außerdem gibt es spezielle Vorrichtungen, an denen man die Einzelteile der Flasche dann abtropfen lassen kann. „Notwendig ist es nicht, aber praktisch“, findet Hebamme Seligmann. Bei der Sterilisation im Topf besteht die Gefahr, dass Flascheneinzelteile anbrennen können, wenn man das Wasser nicht ständig im Blick hat.

     
  • Wärmelampe - ja oder nein?

    Sie wird meist über dem Wickeltisch angebracht und soll kuschelig warm machen. Bei den Eltern sorgt sie zuverlässig für Schweißausbrüche. Ob man sie braucht oder nicht, wird unterschiedlich beurteilt. «Wir halten sie für unerlässlich», sagt Dorit Seligmann, Zweite Vorsitzende beim Bund freiberuflicher Hebammen. Wer sie nicht immer zum Wickeln anschalten möchte, kann das Kind auch gut zur Massage darunter legen. Susanne Mierau hat dagegen bei ihren zwei im März geborenen Kindern auf die Lampe verzichtet.
    Fürs Wickeln gibt es eine große Produktpalette: Die meisten Sachen davon brauchen Eltern aber gar nicht. /dpa-tmn
    Fürs Wickeln gibt es eine große Produktpalette: Die meisten Sachen davon brauchen Eltern aber gar nicht. /dpa-tmn Foto: Christin Klose

     
  • Windelmülleimer:

    Dass das Baby große Mengen an Windelmüll produziert, die man irgendwo geruchsmindernd unterbringen muss, ist klar. In Babymärkten finden sich dazu spezielle Eimer, die die Windeln zum Teil einzeln in Folie einschließen und versiegeln. Eltern müssen dafür immer wieder neue Nachfüllsets mit Folie kaufen - das kann bei einer Wickelzeit von zwei bis drei Jahren oder länger ganz schön ins Geld gehen. Seligmann rät deshalb vehement von diesem Spezialprodukt ab: „Ein normaler Eimer mit einem gut schließenden Deckel tut's auch.“

     
  • Lammfell:

    Wer bei Lammfell höchstens an Rentierschlitten denkt, hat noch nicht in Kinderwagen geschaut, sobald es etwas kühler wird. Wirklich Sinn machen sie laut Seligmann nur, wenn die Temperaturen unter 0 Grad fallen. Häufig liegt das Kind aber auch noch im Frühjahr bei 20 Grad auf dem Fell - weil es bei Wärme schön kühlt, hört man. „Bei Hitze würde aber auch keiner einen Wollpulli anziehen“, hält Seligmann dagegen.

     
  • Babyfon:

    Das Babyfon ist eine praktische Erfindung - zum Beispiel im Urlaub oder wenn man über mehrere Zimmer vom Baby getrennt ist. Oft wird das Babyfon aber standardmäßig eingestöpselt, obwohl der Nachwuchs nur ein Zimmer entfernt liegt. „Damit wird den Eltern Sicherheit suggeriert“, sagt Mierau, die den Trend zur technischen Überwachung kritisch sieht. Denn dadurch bringen sich Eltern um die Erfahrung, die Bedürfnisse des Kindes auch ohne Hilfsmittel wahrnehmen und deuten zu können.
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