Babyboom : Tipps für junge Eltern: Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung

<p>Diverse Beratungsstellen bieten jungen Eltern Hilfe rund um das Thema Finanzen an.</p>

Diverse Beratungsstellen bieten jungen Eltern Hilfe rund um das Thema Finanzen an.

Seit fünf Jahren steigt die Geburtenrate in Deutschland. Allein im Jahr 2016 kamen sieben Prozent mehr Babys als im Vorjahr zur Welt. Diese Optionen haben Eltern, um finanziell für den Nachwuchs vorzusorgen.

shz.de von
07. September 2018, 04:13 Uhr

Ist das erste Kind auf dem Weg, ändert sich vieles - auch die finanzielle Situation der Eltern. Doch sie können hierbei auf verschiedene Weise Unterstützung erhalten. Eine Übersicht der zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten bei Nachwuchs:

1. Kindergeld

Eltern oder Vormundsberechtigte können Kindergeld beantragen. Kindergeld erhalten Eltern für ihren Nachwuchs bis zum 18. Lebensjahr, für Kinder ohne Arbeitsplatz bis zum 21. und für Kinder in der Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr. Seit Anfang des Jahres liegt der Beitrag für das erste und zweite Kind jeweils bei 194 Euro im Monat, für das dritte bei 200 Euro. Für das vierte und jedes weitere Kind gibt es je 225 Euro.

2. Kinderfreibetrag

Ob Kindergeld gewährt wird oder der Kinderfreibetrag eintritt, überprüft das Finanzamt automatisch. Der Kinderfreibetrag wird anders als das Kindergeld nicht ausgezahlt, sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird und sich somit positiv auf die Einkommenssteuer auswirkt. Wenn der Steuervorteil die Höhe des Kindergeldes übersteigt, gewährt das Finanzamt diesen. Kindergeld und Kinderfreibetrag sind somit niemals gleichzeitig möglich.

3. Kinderzuschlag, Wohngeld sowie Geld- und Sachleistungen für Bildung

Eltern mit geringem Einkommen, die lediglich ihren eigenen Lebensunterhalt decken können, können mit einem Kinderzuschlag von zusätzlichen 170 Euro im Monat unterstützt werden. Weiterhin kann Wohngeld beantragt werden und Geld- und Sachleistungen für Bildung gewährt werden. Diese Zuschläge können nicht für Empfänger von Arbeitslosengeld II gewährleistet werden. Das Einkommen der Eltern muss mindestens 900 Euro brutto für Paare oder für Alleinerziehende 600 Euro betragen und kann bei der Familienkasse beantragt werden.

4. Steuerlichen Erleichterung

Für Alleinerziehende gibt es eine Möglichkeit der steuerlichen Erleichterung. Dabei kann der Elternteil, der das Kindergeld oder den Freibetrag erhält, einen Entlastungsbetrag auf das zu versteuernde Einkommen bis 1.908 Euro pro Jahr für das erste und weitere 240 Euro für jedes weitere Kind erhalten.

5. Elterngeld

Reduzieren Eltern ihre Arbeitszeit im ersten Lebensjahr ihres Kindes haben sie Anspruch auf Elterngeld. Nehmen beide Elternteile Elterngeld in Anspruch, stehen ihnen insgesamt 14 Monate zu. Das Elterngeld ist eine Familienleistung, die das Einkommen während der Betreuungszeit teilweise ersetzen soll. Beim Basis-Elterngeld erhalten Eltern einen prozentualen Anteil ihres bisherigen Nettoeinkommens: mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro pro Monat. Familien mit mehr als einem Kind können zudem einen Geschwisterbonus erhalten, der zehn Prozent des errechneten Elterngeldes beträgt. Das beantragen von Elterngeld ist recht umständlich und sollte frühzeitig in Angriff genommen werden. Auf den Internetseiten der jeweiligen Stadt können sich werdende Eltern informieren und die nötigen Dokumente herunterladen.

Neben dem Basis-Elterngeld bringt das Elterngeld Plus in Teilzeit arbeitenden Eltern Vorteile. Es erleichtert den Wiedereintritt in die Arbeitswelt. Mit dem Elterngeld Plus bekommen Eltern gemeinsam 14 Monate Anspruch auf Elterngeld. Steigen Sie in diesem Zeitraum teilweise wieder in den Job ein, wird das Einkommen mit dem Elterngeld verrechnet.

6. Baukindergeld

Seit Anfang 2018 bis Ende 2020 können Familien, die Wohneigentum erwerben, Baukindergeld erhalten. Der Zuschuss für das Eigenheim über 1.200 Euro pro Jahr pro Kind kann laut Arag Experten für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren erhalten werden.

(mit Material von Arag SE)

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