Anzeige : Sternenwald in Oelixdorf: Bestattungen in der Natur

Beim Andachtsplatz im Sternenwald kann innegehalten oder die Trauerfeier abgehalten werden.

Beim Andachtsplatz im Sternenwald kann innegehalten oder die Trauerfeier abgehalten werden.

Am Fuß von Eichen und Buchen können Menschen ihre letzte Ruhe finden. Zwei Familien berichten von ihren Eindrücken.

Julia Gohde klein.JPG von
31. März 2022, 00:00 Uhr

Oelixdorf | Er ist ein Ort der liebevollen Erinnerung. Ein Ort, den man aufsuchen kann, wenn man in Gedanken Zeit mit einem geliebten Menschen verbringen möchte, der verstorben ist und den man so sehr vermisst. Im Sternenwald in Oelixdorf bei Itzehoe haben schon viele Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. Der Begräbniswald ist seit 2016 für Menschen eine naturnahe Option, für die der klassische Friedhof nicht das Richtige ist. Wir haben mit zwei Familien gesprochen, die dieses Angebot in Anspruch genommen haben.

„Vor sechs Jahren haben wir hier die Urne meines Vaters beisetzen lassen, am Fuße eines Baumes. Wir haben uns eine große Buche ausgesucht, die im Grunde des Waldes steht. Von hier aus kann man den Bach sehen und hinunterblicken zum Teich. Mein Vater war gerne in der Natur. Er liebte das Fahrradfahren und ging gerne durch die Feldmark. Der Sternenwald passt gut zu ihm“, ist Petra Krause sicher. Oft geht sie mit ihrem Mann und ihrer Mutter am Wochenende durch den Sternenwald am Schloss Breitenburg spazieren, genießt die Ruhe und das leise Rascheln der Blätter, während sie ihren Gedanken freien Lauf und Erinnerungen in die Gegenwart aufsteigen lässt. Viele Menschen suchen sich „ihren“ Baum im Sternenwald schon zu Lebzeiten aus. Die meisten Bäume sind Buchen, aber auch Eichen, Ahorne, Eschen, Kirschen, Erlen und Nadelbäume sind dabei.

„Mein Vater hat sein ganzes Leben lang in Oelixdorf gelebt. Er ist aus Pommern geflüchtet und hat damals die Siedlung am Bastener Weg mit aufgebaut“, erzählt Petra Krause. Ihre Mutter wohnt noch heute in genau diesem Dorf, in dem knapp 1.600 Menschen leben. Auch sie möchte, wenn ihre Zeit gekommen ist, ihren Platz im Sternenwald finden. Ganz nah bei ihrem Ehemann. Die Krauses haben sich einen Familienbaum ausgesucht, der für alle Kinder und Partner Platz bietet. Die Urnen werden nebeneinander im Uhrzeigersinn angeordnet. Wer möchte, kann eine kleine Plakette anbringen, auf der der Name und die Geburtsdaten des Verstorbenen eingraviert sind. Die Krauses zählten zu den ersten, die sich für eine Bestattung im Oelixdorfer Begräbniswald entschieden haben. Moritz Graf zu Rantzau hat das Areal im Jahr 2016 für diesen Zweck freigegeben. Die Gesamtfläche des Ruhehains beträgt 25 Hektar, von denen derzeit 3,5 Hektar genutzt werden.

Weiterlesen: Die letzte Ruhe in der Natur finden: Das ist der Sternenwald am Schloss Breitenburg

Petra Krause hat es nie bereut, ihren Vater in einem Bestattungswald beerdigt zu haben, in dem es weder Marmorstein, noch Grabschmuck oder Kerzen gibt. Im Gegenteil: „Mein Vater hat sich selbst einen Platz im Waldfriedhof gewünscht“, weiß die gebürtige Itzehoerin. Bevor die Entscheidung fiel, die Urne ihres Vaters im Sternenwald niederzulegen, haben Petra Krause und ihre Familie den Wald bei einem geführten Spaziergang kennengelernt. Dieses Angebot ist für alle Interessierten offen.

Keine Grabsteine, keine Kerzen, keine Kränze: Die Grabpflege im Sternenwald übernimmt die Natur selbst.
Manfred Wigger

Keine Grabsteine, keine Kerzen, keine Kränze: Die Grabpflege im Sternenwald übernimmt die Natur selbst.

„Wir bieten in regelmäßigen Abständen Führungen durch den Sternenwald an, bei denen man das Konzept der Bestattung im Sternenwald kennenlernen kann. Die etwa einstündigen Führungen sind eine Mischung aus Waldspaziergang und Informationstour. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen in einer kleinen Gruppe durch den Sternenwald und erklären sämtliche Abläufe und Möglichkeiten. Auch individuelle Fragen werden beantwortet “, erklärt Moritz Graf zu Rantzau.

Leben und Tod in Einklang

„Besonders schön finde ich, wenn man am Baum steht und ganz allein ist. Man hat da Ruhe, hört die Vögel zwitschern und sieht ab und an mal andere Personen oder Tiere. Aber es ist nicht so viel los wie auf einem normalen Friedhof. So kann man seine Gedanken laufen lassen und Zwiesprache halten mit dem Verstorbenen“, berichtet Petra Krause aus eigener Erfahrung.

Ein Lageplan stellt sicher, dass man den eigenen Baum jederzeit wiederfindet.
Manfred Wigger

Ein Lageplan stellt sicher, dass man den eigenen Baum jederzeit wiederfindet.

 

Auch für Familie Schlüter aus Lägerdorf war der Sternenwald die erste Wahl. „Wir sind eine sehr waldverbundene Familie. Mein Schwiegervater hat genau hier mehr als 50 Jahre als Oberförster gearbeitet. Er war auf Breitenburg beim Grafen angestellt. Darum war und ist die Verbundenheit groß. Vor fünf Jahren haben wir uns eine Buche ausgesucht, unter der die Urnen meiner Schwiegereltern vergraben sind. Auch meine Frau und ich haben uns den Platz an Baum 91 schon gesichert. Das Nutzungsrecht gilt für 99 Jahre“, sagt Jan Schlüter.

Für Jan Schlüter ist es ein beruhigendes Gefühl, die Zeit nach seinem Tod bereits selbst geplant zu haben. Er möchte seine Kinder nicht mit der Organisation und Kosten seiner Beerdigung belasten: „Meine Frau und ich haben Urkunden für den Baum zuhause, unsere Kinder wissen Bescheid. Sie müssen die vorbereiteten Unterlagen später nur noch zum Beerdigungsunternehmen bringen. Alles ist schon bezahlt. Es ist schön zu wissen, dass das schon mal erledigt ist und wir unseren Kindern eine große Last abgenommen haben“, sagt er.

Wer sich auch für eine Bestattung im Sternenwald interessiert, kann sich unter sternenwald.com/fuehrungen oder telefonisch (04828/ 1767) für eine Führung anmelden. Die Telefonnummer gilt auch dann, wenn man über eine Bestattung im neuen Sternenwald Christianslust in Quickborn, Kreis Dithmarschen, nachdenkt. Diesen hat Graf Moritz zu Rantzau zum 1. Januar 2022 für Beerdigungen nutzbar gemacht. Weitere Informationen dazu gibt es unter sternenwald.com/christianslust/start.

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