Elternzeit, Elterngeld und Co. : So bringt man Familie und Beruf unter einen Hut

Elternzeit Lesen Kind

Nach der Geburt steht beiden Elternteilen eine Babypause zu. Was man dazu wissen muss, erklären die folgenden Fragen und Antworten.

Karen Bartel von
30. Januar 2018, 04:25 Uhr

Anrecht auf Babypause: Wer darf Elternzeit beanspruchen?

Nach dem Bundeselterngeld- und -elternzeitgesetz (BEEG) hat jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin ein Recht auf bis zu drei Jahre Babypause, erklärt der Versicherungskonzern Arag. Voraussetzung dafür ist, dass er oder sie gemeinsam mit dem zu betreuenden Kind in einem Haushalt lebt und während der Elternzeit im monatlichen Durchschnitt nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. In erster Linie ist diese Zeit den Eltern vorbehalten. Aber auch Adoptiveltern und Vollzeit-Pflegeeltern haben einen Anspruch und Stiefeltern und eingetragene Lebenspartner dürfen sie ebenfalls beantragen. Vorausgesetzt der Stiefelternteil oder Lebenspartner ist mit einem leiblichen Elternteil verheiratet oder verpartnert und lebt mit dem zu betreuenden Kind unter einem Dach. In besonderen Fällen wie Minderjährigkeit, Krankheit, Inhaftierung oder Tod der Eltern können Großeltern und Verwandte dritten Grades Elternzeit für ein Kind beanspruchen.

Wie ist die Dauer der Elternzeit geregelt?

Jedem Elternteil stehen gesetzlich drei Jahre Elternzeit zu. Sie müssen diese drei Jahre jedoch nicht hintereinander und auch nicht komplett beanspruchen. Denn für Geburten seit dem 1. Juli 2015 gilt nach einer Reform des BEEG, dass Sie 24 Monate davon auf den Zeitraum zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes legen dürfen. Außerdem können Sie die Elternzeit in drei Zeitabschnitte pro Elternteil einteilen.

Elternzeit beantragen: Wie, wo und wann?

Beantragen Sie die Elternzeit schriftlich bei Ihrem Arbeitgeber und zwar sieben Wochen vor Beginn. Lediglich Zeiten nach dem dritten Geburtstag Ihres Kindes müssen Sie 13 Wochen vorher anmelden. Für Mütter schließt die Elternzeit in der Regel nahtlos an den Mutterschutz an. Sprich: Der erste Tag nach dem Mutterschutz ist der erste Tag der Babypause. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Geburt. Bei Mehrlingen und Frühchen verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt auf zwölf Wochen.

Ist es auch möglich, dass beide Elternteile gleichzeitig eine Babypause einlegen?

Ja, grundsätzlich steht Müttern und Vätern Elternzeit im gleichen Ausmaß zu. Das heißt, Sie dürfen diese Zeit beide parallel oder nacheinander beanspruchen. Wie lange und wann ist individuell und unabhängig voneinander beim jeweiligen Arbeitgeber anzumelden.

Muss die Elternzeit verbindlich festgelegt werden?

Wer zum ersten Mal Elternzeit anmeldet, muss sich laut Gesetz gleichzeitig verbindlich festlegen, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren die Elternzeit genommen werden soll. Das bedeutet, wenn Sie Elternzeit zunächst nur bis zum ersten Geburtstag Ihres Kindes beantragen, verzichten Sie automatisch auf die Elternzeit für das zweite Lebensjahr. Die dann noch verbleibenden 24 Monate können Sie nach dem dritten Geburtstag Ihres Kindes nehmen. Wenn Sie allerdings einen dritten Zeitabschnitt Ihrer Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag Ihres Kindes beanspruchen, kann Ihr Arbeitgeber diesen ablehnen, wenn er dringende betriebliche Gründe geltend macht.

Was muss bei Geburten vor dem 1. Juli 2015 beachtet werden?

Wurde Ihr Kind vor dem 1. Juli 2015 geboren, können Sie die Elternzeit nur in zwei Teilabschnitten nehmen. Sofern Ihr Arbeitgeber dem zustimmt, können Sie bis zu 12 Monate auf den Zeitraum zwischen dem dritten und achten Lebensjahr Ihres Kindes legen.

Anspruch auf Versicherungsschutz: Wie sieht dieser während der Babypause aus?

Beitragsfreier Versicherungsschutz steht Ihnen und Ihrem Kind bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu, solange Sie in Elternzeit sind und – außer dem Elterngeld – keine beitragspflichtigen Einkünfte erzielen. Waren Sie vor der Elternzeit jedoch privat versichert, müssen Sie sich auch während der Babypause selbst um einen Versicherungsschutz kümmern.

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