Weihnachten : Passt nicht, gefällt nicht, ist kaputt - Rechte zum Umtausch von Weihnachtsgeschenken

Nicht immer kommen die Geschenke so gut an, wie sie sollen. Beim Umtausch ist manches zu beachten.
Nicht immer kommen die Geschenke so gut an, wie sie sollen. Beim Umtausch ist manches zu beachten.

Sieben Hintergründe zum Umtausch von Geschenken - was man beachten sollte und wie das Umtauschen gelingt.

shz.de von
29. Dezember 2017, 04:12 Uhr

Der Pullover ist zu klein und bunt, die Mütze kratzt, der Roman ist längst gelesen - manchmal passen die Weihnachtsgeschenke  einfach nicht. Doch kein Problem - man kann ja alles umtauschen. Oder? So einfach ist die Sache leider nicht, weil es in Deutschland kein gesetzliches Recht auf Umtausch gibt. Sieben wissenswerte Fakten:

1: Kein Recht auf Umtausch, wenn das Geschenk nicht gefällt

Gekauft ist gekauft, ein generelles Rückgaberecht gibt es nicht. Ein Händler muss einmal verkaufte Ware nicht zurücknehmen, einige tun es trotzdem. Sie kommen ihren Kunden entgegen und nehmen Ware zurück, zum Beispiel aus Kullanz.

2: Umtausch nur mit Kassenbon?

Der Kassenbon erleichtert den Weg der Erstattung, keine Frage. Vor allem bei Barzahlungen. Hier kann im Zweifel nur ein Zeuge helfen, der beim Kauf dabei war. Wer jedoch mit Karte gezahlt hat, kann auch ohne Quittung umtauschen. Besteht der umtauschwillige Händler auf einen Nachweis, genügt auch ein Kontoauszug oder eine Kreditkartenabrechnung, auf der der Kauf als Abbuchung vermerkt ist.

3: Geschenke aus dem Katalog und dem Internet

Ein generelles Rückgaberecht innerhalb von vierzehn Tagen gilt bei Käufen per Katalog, Haustürgeschäften und im Online-Shop. Bei der 14-Tages-Frist zählt übrigens jeder Tag: Sonn- und Feiertage werden mitgerechnet. Fällt das Fristende auf einen Sonnabend, Sonntag oder Feiertag, tritt an dessen Stelle aber der nächste Werktag. Wenn man im Online-Shop kauft, hat man grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen, egal, welchen Grund man für die Rücksendung angibt. Es reicht die rechtzeitige Absendung der Ware an den Verkäufer.

Der Kauf von Geschenken im Internet ist einfach, doch gerade bei Kleidung ist die Gefahr groß, daneben zu liegen.
Jens Kalaene
Der Kauf von Geschenken im Internet ist einfach, doch gerade bei Kleidung ist die Gefahr groß, daneben zu liegen.
 

Ausnahmen sind zum Beispiel schnell verderbliche Lebensmittel, extra für eine bestimmte Person individuell angefertigte Waren und Musik-CDs und DVDs, bei denen die Versiegelung entfernt wurde. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Ware einwandfrei ist, sonst kann der Händler möglicherweise einen Wertersatz vom Kunden fordern.

4: Reduzierte Ware umtauschen

Der Händler muss Ware zurücknehmen, wenn sie fehlerhaft ist – egal ob reduziert oder nicht – aber nicht, weil Sie Ihnen nicht gefällt. Wenn eine Preisreduzierung ausdrücklich mit „Ware mit kleinen Fehlern“, „Zweite Wahl“ oder „Fehlfarben“ begründet wird, können Sie sich allerdings später nicht auf den Fehler an der Ware berufen.

5: Mangelhafte Güter umtauschen

Wenn man fehlerhafte Ware reklamiert, hat der Händler, bevor er dem Kunden ein neues Produkt gibt oder den Warenwert erstattet, die Möglichkeit, die Ware nachzubessern und den Mangel zu beheben.

Wer etwas verschenkt, tut gut daran, sich im Vorfeld über Rückgaberechte zu informieren.
Wer etwas verschenkt, tut gut daran, sich im Vorfeld über Rückgaberechte zu informieren.
 

6: Schlauer kaufen: Rückgabe vereinbaren

Bei Dingen, die möglicherweise umgetauscht werden müssen, sollte man sich schon beim Kauf – am besten schriftlich oder vor Zeugen – ein Rückgaberecht vereinbaren. So bekommt man als Kunde sein Geld zurück. Vereinbart man einen Umtausch, ist auch der Ersatz durch andere Waren oder Gutscheine möglich. Was außerdem unbedingt geklärt werden sollte: Im Rahmen welcher Frist Rückgabe oder Umtausch möglich ist und ob die Originalverpackung dabei sein muss.

7: Gibt es für den Umtausch eine offizielle Frist?

Nein. Experten raten jedoch dazu, den Umtausch schnellstmöglich vorzunehmen. Wer zu lange wartet, mindert seine Rückgabechancen, es sei denn, der Händler hat mit einer langen Umtauschfrist geworben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen