Eine Frage des Geschmacks : Koch-Apps machen das Leben leichter

Author: KptnCook
HANDOUT - Bei einigen Apps wie «KptnCook» sorgen Foodblogger und Köche für die Mischung. Foto: KptnCook/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits

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20. Januar 2022, 04:35 Uhr

Für alles gibt es Apps. Natürlich auch fürs Kochen. Sie wollen helfen, den täglichen „Kampf um den Mampf“ zu gewinnen. Kann das funktionieren? Und wenn ja, mit welchen Anwendungen?

Es gibt viele Gründe, zu Hause den Backofen oder Herd anzuwerfen: Selbst kochen macht Spaß, ist gesund und günstiger, als ständig Essen zu gehen oder zu bestellen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die wenig bis gar nicht kochen. Warum?

„Regelmäßig zu kochen - das muss auch in den Alltag passen”, sagt Nora Karrasch. Die Ernährungsberaterin arbeitet in ihrem Berufsalltag immer wieder mit Menschen, die das Kochen nie gelernt haben oder es einfach nicht mit dem neuen Job oder den Kindern in Einklang bringen können.

Nach Karraschs Einschätzung kann eine Koch-App die Komplexität beim Kochen reduzieren. Zum einen, weil sie meist Tausende Rezepte unmittelbar zugänglich macht. Zum anderen, weil sie Filterfunktionen bietet, die dabei helfen, genau das zu finden, was man braucht. Insbesondere für Menschen ohne viel Erfahrung in der Küche sei genau das wichtig.

André Kramer vom „c't”-Fachmagazin hat sich einige der zahllosen Koch-Apps auf dem Markt genauer angesehen: „KptnCook”, „Chefkoch”, „Lecker”, „Eat Smarter”, „Kitchen Stories” und „Seven Cooks”. Wer nach Koch-Apps sucht, stolpert unweigerlich über diese Kandidaten. „Eat Smarter” und „Kitchen Stories” empfiehlt etwa auch Nora Karrasch.

Quantität oder Qualität?

Kramer hat schnell gemerkt: Konzept und Fokus der verschiedenen Apps variieren deutlich. Deswegen gab es für ihn auch keinen Testsieger. Welche App die Beste ist, hänge ganz einfach davon ab, was man braucht.

Gute Beispiele dafür seien „KptnCook” und „Chefkoch”. Während „KptnCook” täglich nur drei neue Rezepte herausgibt, bietet „Chefkoch” über 350.000 Rezepte. „Bei „Chefkoch” gibt es Hühnersuppen aus aller Herren Länder. Aber ich muss eben aus dieser Vielfalt selbst auswählen, was ich brauche”, erklärt Kramer.

Bei „KptnCook” bekomme man dagegen von Foodbloggern und Köchen kuratierte Rezepte - modern, meist aus ähnlichen Kochstilen: „Superfood, Fusion, Vegan - viel Tofu, viel asiatisch, oft mit Zitronenschale drüber geraspelt”, sagt Kramer. Das Konzept mache „KptnCook” vor allem zu einer Inspirationsquelle. „Chefkoch” sei dagegen die richtige App, wenn man etwas ganz Bestimmtes sucht.

Die App „Lecker”, ein Produkt der gleichnamigen Zeitschrift, zeigt sich als Mittelweg zwischen „KptnCook” und „Chefkoch”. Auch „Lecker” hat eine große Rezept-Datenbank mit über 60.000 Koch- und Back-Ideen. Aber während bei Chefkoch die Rezepte von Mitgliedern der Community hochgeladen werden, stammen die Lecker-Rezepte aus der eigenen Versuchsküche. Hier wird also wie bei „KptnCook” rigoros ausgewählt.

Vegan, Low Carb oder glutenfrei?

Filter-Funktionen in den Apps helfen etwa, vorhandene Lebensmittel sinnvoll zu verwerten. „Ich habe eine Zucchini, die muss weg, also suche ich nach Zucchini-Rezepten”, sagt Kramer. Filter seien ein wichtiger Vorteil von Koch-Apps. Darüber ließen sich ganz gezielt Rezepte suchen, die zur Vorratslage oder zu den eigenen Ernährungsgewohnheiten passen. Man filtert einfach nach bestimmten Zutaten oder Kochstilen oder schließt andere bewusst aus.

„In den meisten Apps gibt es die Möglichkeit, explizit nach vegetarischen und veganen Rezepten zu suchen”, weiß Kramer. Besonderen Fokus auf vegane und vegetarische Küche lege zum Beispiel „Seven Cooks”. „Eat Smarter” wiederum habe verschiedenste Kategorien, die helfen sollen, sich gesund zu ernähren: etwa Low Carb, ballaststoffreich oder glutenfrei. Durch die verschiedenen Kategorien seien sowohl „Seven Cooks” als „Eat Smarter” besonders übersichtlich und leicht zu navigieren.

Nora Karrasch lobt das breite Angebot an vegetarischen und veganen Rezepten in den verschiedenen Koch-Apps: „Die Deutschen essen zu viel Fleisch. Maximal 600 Gramm pro Woche sind empfohlen, der deutsche Durchschnitt liegt aber bei einem Kilo”. Die Ernährungsberaterin nutzt Koch-Apps als Inspirationsquelle und Anschauungsmaterial für Kunden, denen fleischloses Kochen noch nicht ganz geheuer ist.

Anschaulich und übersichtlich

Neben den Filterfunktionen haben Apps dem herkömmlichen Kochbuch noch etwas voraus: keine Platzbegrenzung. Das macht es möglich, die Rezepte und ihre Anleitungen ausführlich zu bebildern. Laut Kramer tue sich hier vor allem „KptnCook” positiv hervor: „Die Rezepte lassen sich auch für Anfänger gut nachkochen”.

Die App „Kitchen Stories” geht hier sogar noch einen Schritt weiter und gibt neben Rezepten auch zahlreiche Tipps zu Kochtechniken und Hintergrundinformationen zu Gerichten. „Das ist wie eine kleine Weiterbildung für Hobbyköche”, sagt Kramer. Umgekehrt hilft die App so aber auch Anfängern bei ihren ersten Schritten in der Küche.

Was kosten Koch-Apps?

Alle erwähnten Koch-Apps finanzieren sich zunächst einmal über Werbung und/oder Produktplatzierungen. Das heißt, man kann sie prinzipiell kostenlos nutzen. Für den vollen Funktionsumfang der jeweiligen Apps muss man sich aber für gewöhnlich registrieren. Je nach App kann man dann zum Beispiel Rezepte abspeichern oder sich in der Community austauschen. Darüber hinaus haben die meisten Apps dann noch kostenpflichtige Premium-Funktionen, etwa individuelle Wochenpläne.

Letztlich geht es darum, die richtige App für den eigenen Kenntnisstand und die persönlichen Bedürfnisse und Prioritäten zu finden. In jedem Fall sind Koch-Apps eine unkomplizierte Möglichkeit, ins Kochen und die gesunde Ernährung hineinzuschnuppern, meint die Ernährungsberaterin Nora Karrasch. Dennoch: „Eine Garantie, dass wir durch eine Koch-App gesünder leben, gibt es nie”.

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