Erziehung : Kleine Kinder nicht zum Entschuldigen drängen

Nach einem Streit hat das Wort «Entschuldigung» alleine für Kinder keine Bedeutung. Eine Wiedergutmachung hingegen ist ein gutes Mittel, um Einsicht zu wecken.
Nach einem Streit hat das Wort «Entschuldigung» alleine für Kinder keine Bedeutung. Eine Wiedergutmachung hingegen ist ein gutes Mittel, um Einsicht zu wecken.

Beim Spielen unter Kleinkindern kann es schnell zum Streit kommen. Mit einem Handschlag ist die Kugelbahn umgestoßen oder das Spielzeugauto am Kopf gelandet. Eltern tendieren dazu, Kinder dann zu einer Entschuldigung zu drängen. Doch Taten sind wirksamer als Worte.

shz.de von
05. Juli 2018, 13:59 Uhr

Baierbrunn (dpa/tmn) - Kinder haben noch nicht von Anfang an ein Schuldbewusstsein. Erst mit etwa drei Jahren entwickeln sie Gefühle wie Stolz, Scham und auch Schuld. 

Vor allem das Schuldgefühl ist eine wichtige Voraussetzung für die Einsicht, dass sie einem anderen Kind vielleicht wehgetan oder etwas weggenommen haben. Meist kommen sie aber nicht auf den Gedanken, sich dafür zu entschuldigen - und Eltern sollten sie auch nicht dazu drängen, heißt es in der Zeitschrift «Baby & Familie» (Ausgabe 06/2018).

Viel wichtiger ist die Wiedergutmachung: Eltern können ihr Kind dazu ermuntern, die umgestoßene Kugelbahn wieder aufzubauen oder dem Freund ein Kühlpack für die Beule am Kopf zu bringen. Gemeinsam zu überlegen: Wie kann man die Folgen beseitigen, was würde dem anderen Kind gut tun? - das verstehen Kinder. Allein das Wort «Entschuldigung» beseitigt den Schaden nicht.

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