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Anzeige : Jede Minute zählt: Ersthelfer-App rettet Leben

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Wenn schnell sein das Wichtigste ist: Wird in Lübeck die 112 alarmiert, wird nicht nur der Rettungsdienst informiert, sondern auch App-User in der Nähe des Notfalls.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 04:15 Uhr

Lübeck | Oft sind es Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden. Am plötzlichen Herztod mit Herz-Kreislauf-Stillstand, der zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählt, sterben rund 50.000 Menschen pro Jahr. Einige davon könnten noch leben – wenn sie rechtzeitig wiederbelebt worden wären. Denn sobald eine Person infolge eines Herzstillstands bewusstlos zusammenbricht, muss unverzüglich eine Herzdruckmassage zur Wiederbelebung durchgeführt werden. Andernfalls sinkt die Überlebenschance von Minute zu Minute. Im Durchschnitt braucht ein Rettungswagen bundesweit  aber neun Minuten zum Einsatzort. Die Ersthelfer-App „Meine Stadt rettet“ soll nun dafür sorgen, dass schneller Hilfe eintrifft – und zwar mit einem Netzwerk von freiwilligen professionellen Ersthelfern, die bei Bedarf GPS-basiert zusätzlich über die App gerufen werden können, noch bevor der Rettungswagen eintrifft.

Schnelle Hilfe bei Alarm

Das Prozedere: Geht bei der 112 ein Notruf nach Herzstillstand ein, wird nicht nur der Rettungsdienst alarmiert, sondern gleichzeitig auch ein App-Retter in der Nähe des Einsatzortes lokalisiert und zum Einsatzort navigiert. So könnte dieser nach ersten Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis statistisch gesehen bereits nach 3 bis 4 Minuten am Einsatzort sein. Jede gewonnene Minute erhöht die Chance auf Überleben des Betroffenen um zehn Prozent. Die Ersthelfer-App kann damit tatsächlich Leben retten.

<p>Die Ersthelfer-App „Meine Stadt rettet“ soll dafür sorgen, dass noch schneller Erste Hilfe geleistet wird.</p>

Die Ersthelfer-App „Meine Stadt rettet“ soll dafür sorgen, dass noch schneller Erste Hilfe geleistet wird.

Foto: Meine Stadt rettet
 

Lübeck ist bereits dabei

Seit April ist die App für Lübeck aktiviert, weitere Städte in Schleswig-Holstein sollen folgen. In der Hansestadt wurde die Initiative unter Federführung des Universtitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Lübeck, dem Arbeiter-Samariter Bund Landesverband Schleswig-Holstein, der UKSH Förderstiftung, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie sowie der European Heart Rhythm Association entwickelt.

„Während unserer dreimonatigen Pilotphase waren die App-Ersthelfer in 35 Prozent der Fälle mehr als drei Minuten vor dem Rettungsdienst am Einsatzort“, freut sich Dr. Christian Elsner, kaufmännischer Direktor am Campus Lübeck. „Die Meine-Stadt-rettet-Initiative startet unter Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Dr. Garg in die nächste Stufe – seit Oktober 2017 ist ein Drittel von Schleswig-Holstein mit App-Erstrettern ausgestattet. Wir wollen in zwei weiteren Schüben dann das erste Bundesland mit flächendeckendem Einsatz werden.“ Infos: www.meine-stadt-rettet.de

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