Pflicht nach der Geburt : Geburtsurkunde, Kindergeld, Familienversicherung – was Eltern nach der Geburt erledigen sollten

Innerhalb einer Woche soll die Geburtsurkunde des/ der Neugeborenen beantragt werden.

Innerhalb einer Woche soll die Geburtsurkunde des/ der Neugeborenen beantragt werden.

Nach der Geburt müssen Eltern vieles bedenken. Welche Formalitäten zwischen Windelnwechseln und Füttern nicht auf der Strecke bleiben sollten:

Julia Gohde klein.JPG von
12. November 2018, 05:12 Uhr

1. Geburtsurkunde beantragen

Die Geburtsurkunde landet leider nicht automatisch im Briefkasten, sondern muss eigens beantragt werden. Innerhalb einer Woche nach der Geburt des Kindes kann dies beim zuständigen Standesamt erledigt werden. Die Eltern müssen dazu folgende Dokumente dabei haben:

  • Geburtsbescheinigung (wird vom Krankenhaus oder der Hebamme ausgestellt)
  • Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
  • Heiratsurkunde oder eine beglaubigte Kopie aus dem Familienbuch, falls die Eltern verheiratet sind
  • Abstammungs- bzw. Geburtsurkunde von Vater und Mutter, falls sie nicht verheiratet sind
  • ggf. Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung
     

2. Kindergeld beantragen

Kindergeld muss innerhalb der ersten sechs Monate nach der Geburt beantragt werden, sonst verjährt der Anspruch darauf. Das entsprechende Antragsformular gibt es zum Beispiel online auf der Seite der Arbeitsagentur. Das ausgefüllte Dokument muss schließlich zusammen mit der Geburtsbescheinigung an die Familienkasse geschickt werden.

Tabelle: So viel Kindergeld gibt es monatlich:

  derzeit ab 01.07.2019
1. und 2. Kind 194 € 204 €
3. Kind 200 € 210 €
ab 4. Kind 225 € 235 €

3. Elterngeld beantragen

Das Elterngeld sollte innerhalb von drei Monaten nach der Geburt bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden. Hierfür müssen folgende Dokumente eingereicht werden:

  • ausgefüllter Antrag
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Bescheinigung über die Mutterschaftsgeldzahlung der Krankenkasse
  • Bescheinigung über den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach der Entbindung vom Arbeitgeber
  • Gehaltsnachweise der Eltern

Der Nettolohn des pausierenden Elternteils ist ausschlaggebend dafür, wie viel Elterngeld den frischgebackenen Müttern bzw. Vätern zugesprochen wird, wobei die Höchstleistung bei 1.800 Euro monatlich liegt. Außerdem ist für das Elterngeld ausschlaggebend, wie die Elternteile bei der Arbeit pausieren:

Ein Elternteil pausiert für die Erziehung

Das Elterngeld wird zwölf Monate gezahlt.

Der zweite Elternteil bleibt ebenfalls mind. zwölf Monate zu Hause

Das Elterngeld wird 14 Monate gezahlt.

Alleinerziehende

Das Elterngeld wird 14 Monate gezahlt.

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4. Kinderfreibetrag

Direkt vom Geburtsmonat des Kindes an können Eltern einen steuerlichen Vorteil beantragen. Dieser Kinderfreibetrag liegt zurzeit bei 7.428 Euro jährlich pro Kind für beide Elternteile.

5. Vaterschaft anerkennen

Wenn Paare nicht verheiratet sind, muss die Vaterschaft vom Jugendamt anerkannt werden. Das ist sogar schon vor der Geburt des Kindes möglich. Die Zustimmung der Mutter ist in jedem Fall erforderlich. Außerdem sollten beide Elternteile für die Anerkennung ihre Ausweise vorlegen, ihre Geburts- oder Abstammungsurkunden und die Geburtsurkunde des gemeinsamen Kindes.

6. Krankenversicherung

Eltern, die gesetztlich krankenversichert sind, können ihr Kind kostenlos über die Familienversicherung mitversichern. Das entsprechende Formular dafür können sie bei ihrer Krankenversicherung anfordern und benötigen dann nur noch eine Kopie der Geburtsurkunde, um die Integration in die Familienversicherung abzuschließen. Dann erhalten sie auch schon die Versichertenkarte für das Neugeborene. Privatversicherte müssen für das Kind eine eigene Versicherung abschließen.
 

(Mit Arag-Presseservice)

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