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Teilhabe am Arbeitsleben : Wo die Arbeit sich dem Menschen anpasst, nicht andersherum

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Hausmeisterei, Bioladen, Meeresbiologie oder Landwirtschaft - die Tätigkeiten der Menschen in Werkstätten ist vielfältig - vier Beispiele.

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erstellt am 02.Okt.2017 | 10:17 Uhr

In Schleswig-Holstein arbeiten rund 11.000 Menschen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Davon sind 8.400 in Werkstätten der Diakonie Schleswig-Holstein beschäftigt. Die Einrichtungen verstehen sich als soziale Dienstleister und bieten Bildung, Qualifizierung und passende Arbeitsplätze in verschiedensten beruflichen Sparten an. Das reicht vom modernen IT-Arbeitsplatz über industrienahe Fertigungsprozesse bis zu handwerklichen Tätigkeiten und dem Gartenbau. Damit soll ein möglichst breites Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten angeboten werden, dass sich am allgemeinen Arbeitsmarkt orientiert.

<p>Jens Willi Papendick, Hausmeisterei, Materialhof Rendsburg: „Meine unterschiedlichen Tätigkeiten sind abwechslungsreich, meine Kollegen sehr nett. Daher arbeite ich gerne im Materialhof.“</p>

Jens Willi Papendick, Hausmeisterei, Materialhof Rendsburg: „Meine unterschiedlichen Tätigkeiten sind abwechslungsreich, meine Kollegen sehr nett. Daher arbeite ich gerne im Materialhof.“

Foto: Jonas Czok
 

Werkstätten fördern und begleiten Menschen mit Behinderung dabei, einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Oft ist dieser Übergang noch mit großen, teils unüberwindbaren Hürden verbunden. Für diejenigen, die keine Chance auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten, stellen die Werkstätten maßgeschneiderte Arbeitsmöglichkeiten oder sogenannte ausgelagerte Arbeitsplätze in einem Betrieb zur Verfügung.

<p>Jens Meyer, Bioladen, Hof Kubitzberg: „Das sind Tätigkeiten, wie in einem Supermarkt, nur dass hier der Druck nicht so hoch ist. Ich arbeite sehr gern in dem Bioladen.“</p>

Jens Meyer, Bioladen, Hof Kubitzberg: „Das sind Tätigkeiten, wie in einem Supermarkt, nur dass hier der Druck nicht so hoch ist. Ich arbeite sehr gern in dem Bioladen.“

Foto: Friedrich Keller
 

Damit auch Menschen mit schweren Behinderungen am Arbeitsleben teilhaben können, wird die Arbeit an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Beschäftigten angepasst. Nicht die Schwächen stehen im  Mittelpunkt, sondern die Stärken eines jeden einzelnen. Das erfordert Kreativität und Innovationsbereitschaft. Die Einrichtungen sind seit vielen Jahren Experten darin, komplizierte Arbeiten so in einzelne Schritte aufzuteilen, dass daraus Tätigkeiten werden, die auch Menschen mit starken Einschränkungen ausführen können.

<p>Martin Franzen, Meeresbiologie, Materialhof Rendsburg: „Arbeitsbegleitende Maßnahmen, wie Nordic-Walking oder der Chor, sind eine tolle Sachen neben der Arbeit.“</p>

Martin Franzen, Meeresbiologie, Materialhof Rendsburg: „Arbeitsbegleitende Maßnahmen, wie Nordic-Walking oder der Chor, sind eine tolle Sachen neben der Arbeit.“

Foto: Jonas Czok
 

Neben maßgeschneiderten Arbeitsplätzen gehört die berufliche Bildung zum Auftrag der Werkstätten. Die Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit der Beschäftigten soll erhalten, entwickelt, erhöht oder wiedergewonnen werden. Gleichzeitig wird die Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht und gefördert. Die Beschäftigten erhalten ein angemessenes Arbeitsentgelt.

<p>Tobias Brewig, Hof Kubitzberg: Auf dem Hof werden Obst, Gemüse und Fleisch nach strengen BIO-Richtlinien produziert.</p>

Tobias Brewig, Hof Kubitzberg: Auf dem Hof werden Obst, Gemüse und Fleisch nach strengen BIO-Richtlinien produziert.

Foto: Hof Kubitzberg
 

Die Werkstätten bieten eine breite Palette an Produkten, die sich wie bei jeden anderen Unternehmen an den Bedürfnissen des Marktes orientieren müssen. In den Einrichtungen in Schleswig-Holstein werden beispielswiese Sitzmöbel, Strandkörbe, maßgeschneiderte Computer, Textilien und landwirtschaftliche Produkte hergestellt. Darüber hinaus sind Werkstätten auch Dienstleister etwa im Landschafts- und Gartenbau, in der industriellen Fertigung oder im IT-Bereich. Dabei bestehen enge Kooperationen mit Unternehmen in der jeweiligen Region. Letztlich müssen alle Werkstätten wirtschaftlich arbeiten.

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