Gesundheit und Ernährung : Adipositas: Was tun, wenn Kinder übergewichtig sind

<p>Führt man Kinder früh aktiv an eine gesunde Ernährung heran und lässt sie in der Küche mithelfen, weckt das Interesse.</p>

Führt man Kinder früh aktiv an eine gesunde Ernährung heran und lässt sie in der Küche mithelfen, weckt das Interesse.

Dicke Pausbäckchen bei Babys sind meist süß und verwachsen sich in der Regel mit dem Älterwerden. Bringen die eigenen Kinder jedoch immer mehr auf die Waage, kann das gesundheitliche Folgen haben.

Karen Bartel von
10. September 2018, 04:33 Uhr

Etwa 15 Prozent der Kinder zwischen drei und 17 Jahren sind übergewichtig in Deutschland. Das sind knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist davon eine Mehrheit sogar krankhaft übergewichtig und leiden somit an Adipositas. Laut den aktuellen Ergebnissen der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) nimmt zwar der Süßigkeitenkonsum bei ab, jedoch aber auch gleichzeitig der Verzehr von Gemüse. Das hat Auswirkungen auf das Gewicht und die Gesundheit von Kindern.

Doch nicht jedes Kind, das vielleicht gerade ein paar Pfunde zu viel wiegt, ist direkt übergewichtig oder gar auf dem Weg dorthin. Die Grenze ist nicht unbedingt ganz klar, da die physiologischen Eigenschaften bei jedem Menschen variieren. „Einige Kinder sind leichter und andere schwerer. Manche sehen eher drahtig aus, und andere wiederum erscheinen mollig. Das heißt aber noch nichts“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer Krankenkasse.

BMI als erster Anhaltspunkt

Bei der Berechnung des Body-Mass-Index wird das Körpergewicht, die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht berücksichtigt. Dieser kann theoretisch bereits für Kinder ab dem ersten Lebensjahr berechnet werden, empfiehlt sich aber wirklich erst ab dem achten Lebensjahr. Der Online-Kinder-BMI-Rechner der BZgA gibt Eltern einen ersten Überblick. „Vermuten Eltern, dass ihr Kind zu viel wiegt, empfiehlt sich ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. In der Regel kennt er oder sie das Kind und dessen Entwicklung schon seit Jahren und kann aus medizinischer Sicht am besten beurteilen, ob Handlungsbedarf besteht“, so Marschall.

Berechnung des BMI
Der BMI errechnet sich aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern im Quadrat. Das Ergebnis wird dann unter Berücksichtigung des Alters in eine Wachstumskurve eingetragen. Liegt der Wert oberhalb eines für das jeweilige Alter normalen Bereichs, kann das ein Hinweis für Übergewicht sein. Der BMI hilft bei einer ersten Einschätzung, ist jedoch nicht alleine aussagekräftig und das Ergebnis sollte mit einem Arzt besprochen werden. Quelle: Barmer.

Gesundheitliche Folgen

Wenn das eigene Kind übergewichtig ist, sollten die Eltern weder in Panik verfallen noch das Problem ignorieren. Denn die gesundheitlichen Folgen sind weitgreifend, da sich Gewichtsprobleme meist bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. „Mit dem Gewicht nimmt auch das Risiko für Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen zu. Außerdem leiden Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft unter zu starkem Übergewicht. Neben den körperlichen Folgen können natürlich Spott und Hänseleien anderer Kinder auch zu psychischen Problemen führen. Am besten ist, Eltern reagieren so früh wie möglich, denn dann stehen die Chancen am besten, mögliche Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen oder gar nicht erst entstehen zu lassen“, so die Medizinerin.

Das können Eltern tun

Ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Übergewicht sind die Ernährungsgewohnheiten von Kindern – und von den Eltern. Denn im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für das Gesundheitsverhalten im späteren Leben gestellt. „Was das Gewicht angeht, sind wir nicht die Sklaven unserer Gene. In erster Linie ist das eigene Verhalten verantwortlich. Vor allem hilft ausreichend Bewegung. Runter von der Couch und ab ins Freie! Sport und Ausflüge bewirken schon Wunder. Den Drang dazu bringen Kinder ohnehin in der Regel mit“, sagt Marschall. Die gesunde und bewusste Ernährung beginnt bereits bei den Eltern. So kann die gesamte Familie zusammen das Gewicht halten, wenn Süßes, Chips und Fast Food die Ausnahme sind und gesund gekocht wird. Laut Marschall seien Diäten in der Regel nicht notwendig für Kinder, so lange der Arzt nichts Anderes verordnet habe. Denn hält der Nachwuchs das Gewicht, verschwinden die überflüssigen Kilos durch das Wachstum der Kinder ganz von allein.

(mit Material von Barmer und Bzfe)

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