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Ernährung & Gesundheit

21. Oktober 2017 | 07:55 Uhr

Zahl der Erkrankungen steigt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Welt-Alzheimertag: Die Krankheit ist noch nicht heilbar – doch Prävention kann helfen

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Vor mehr als 100 Jahren wurde die Alzheimer-Krankheit erstmals beschrieben – aber noch immer ist sie nicht heilbar. Bundesweit sind laut Deutscher Alzheimergesellschaft (DALZG) etwa 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, zwei Drittel davon an Alzheimer. Und weil es immer mehr alte Menschen gibt, steigt die Zahl der Patienten des oft altersbedingten Leidens: „Wenn es keinen Durchbruch bei der Therapie gibt, könnte es 2050 etwa drei Millionen Demenzkranke geben“, sagt DALZG-Sprecher Hans-Jürgen Freter. Die DALZG und andere Organisationen wollen am Welt-Alzheimertag am 21. September auf das globale Problem aufmerksam machen. Weltweit werden in den nächsten 40 Jahren 682 Millionen Menschen mit Demenz leben, warnt die Internationale Alzheimergesellschaft.

Forscher suchen seit Jahrzehnten nach einer Therapie. Vor etwa zehn Jahren schien eine Lösung zum Greifen nah. Damals setzten Forscher ihre Hoffnungen in einen Impfstoff gegen das Eiweiß beta-Amyloid, das im Gehirn der Patienten abgelagert wird. Doch trotz erfolgreicher Versuche in der Grundlagenforschung hätten die Studien an Menschen nur ernüchternde Ergebnisse gebracht, sagt Prof. Thomas Klockgether vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn.

Derzeit gebe es viele weitere Forschungsansätze. Doch keiner sei so vielversprechend wie einst die Impfung. Er rechne damit, dass man künftig mehrere Ansätze verbindet und Kombinationstherapien entwickelt wird.

Ein zweites großes Diskussionsthema sei, ob die Impfstudie zur richtigen Zeit stattfand. „Man hat vielleicht eine richtige Therapie zu einem zu späten Zeitpunkt durchgeführt“, sagt Klockgether. Man wisse jetzt, dass die Erkrankung im Gehirn schon 15 bis 20 Jahre einsetzt, bevor Patienten über Vergesslichkeit klagen. Forscher hätten die Impftherapie deshalb nicht aufgegeben und arbeiteten jetzt mit Menschen, in deren Familien die Krankheit erblich bedingt auftritt. Dort sei schon früh klar, dass sie potenzielle Patienten werden könnten.

Ganz machtlos sind Patienten allerdings nicht. Prävention kann helfen: „Wir wissen, dass körperliche Fitness und mentale Stimulation vorbeugend wirken. Menschen, die einen gesunden, sportlichen und abwechslungsreichen Lebensstil haben, scheinen später Alzheimer zu bekommen“, berichtet Prof. Emrah Düzel vom Institut für kognitive Neurologie und Demenzforschung am Uniklinikum Magdeburg.

Düzel und Kollegen haben nach Lauftrainings ihrer Probanden herausgefunden, dass zunehmende Fitness mit der Bildung neuer Gefäße und dem Wachstum von Nervenzellen verbunden ist, die für das Gedächtnis wichtig sind. Ziel sei herauszufinden, welche biochemischen Prozesse dahinter stecken, um möglicherweise Medikamente entwickeln zu können. Außerdem könne man die Erkenntnisse nutzen, Patienten mit leichter Demenz vorbeugend zu trainieren.

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