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Kräuter- und Gewürz-Check : Würzige Gesundmacher

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Kräuter und Gewürze bringen Pepp ins Essen. Richtig angewandt können sie auch für unsere Gesundheit hilfreich sein. Grund genug ihre Wirkung unter die Lupe zu nehmen.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2013 | 05:07 Uhr

Es ist gar nicht lange her, da war sie allgegenwärtig in Geschmacksfragen: Die eckige Würzflasche mit dem gelben Etikett. Ein paar Spritzer auf Suppe oder Fleisch und alles war in Ordnung. Frische Kräuter? Petersilie aus der Tiefkühltruhe reichte aus. Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei. Nicht nur bei den zahlreichen Fernsehköchen erfreuen sich Kräuter immer größerer Beliebtheit. Restaurants bewirten ihre Gäste mit Kräutersalaten, exotische Blättchen und Stängel sind mittlerweile in vielen Supermärkten zu haben.

Erster Effekt: Geschmack

Frische Kräuter schmecken ausgesprochen aromatisch und mit ein bisschen Fantasie verleihen sie vielen Gerichten erst den nötigen Pfiff. Und nicht nur ihr Aussehen, auch ihr Geruch entfacht Kochleidenschaft. Falls Sie sie in Ihrer Küche bisher nicht verwendet haben, sollten Sie morgen gleich damit anfangen. Eine kleine Übersicht über die gebräuchlichsten Kräuter:

Petersilie: Egal, ob glatt und kraus - sie ist universell einsetzbar und versteht sich mit fast allen anderen Kräutern.

Schnittlauch: Der Geschmack der dünnen Halme ist leicht scharf, dadurch sind sie in Salaten und Saucen ein optimaler Ersatz für die intensiven Zwiebeln.

Dill: Das Kraut passt wunderbar zu Fisch, besonders zum leichten Salzgeschmack von Seefisch. Dill schmeckt frisch am besten. Hauptsaison ist im Frühsommer.

Basilikum: Sein Geschmack ist mild, aber doch unverwechselbar. In Salaten, zu Nudelgerichten, auf Pizza oder als Dekoration machen sich die samtigen Blätter hervorragend.

Oregano: Der Liebling vieler Nudel-Saucen ist oft in Kräutermischungen enthalten. Im getrockneten Zustand bleibt das Aroma bestehen. Sein würziger, leicht scharfer Geschmack passt zum Beispiel auch in Salate.

Rosmarin: Die Zweige mit Nadeln erinnern an Tannen. Rosmarin ist ein vielseitiges Kraut, bei dem es auf die richtige Dosierung ankommt. Ganze Zweige können beim Braten und Grillen zwar mitgaren, müssen aber vor dem Servieren entfernt werden. In den Nadeln stecken ätherische Öle, die appetitanregend wirken.

Thymian: Er passt am besten zu Fleisch- und Kartoffelgerichten. Der Geschmack ist scharf und leicht bitter. Erstaunlich ist, dass das Aroma des getrockneten Thymians stärker ist als das des frischen.

Lorbeer: Selten verträgt ein Gericht mehr als ein Blatt. Fonds, Schmorbraten und Sauerkraut sind ohne das herbe, intensive Lorbeerblatt allerdings kaum denkbar. Der immergrüne Lorbeer-Strauch wird Jahrhunderte alt.

Majoran: Würstchen enthalten oftmals dieses kräftige Kraut. Auch in Bratkartoffeln und Frikadellen macht Majoran eine gute Figur.

Zweiter Effekt: Gesundheit

Die Natur hat viele Arzneien, die uns helfen, Beschwerden des Alltags auf natürliche Weise zu lindern. Zu den besonders wirksamen Stoffen gehören dabei die Karotinoide. Auf den ersten Blick nur pflanzliche Farbstoffe, die Gemüse und Obst gelb und rot färben, sollen Karotinoide sogar die Entstehung von Krebserkrankungen hemmen. Vorbeugend genossen, stehen sie in dem Ruf, Arteriosklerose, Rheuma, Alzheimer und Parkinson oder den Grauen Star schon im Keim zu ersticken und der Hautalterung vorzubeugen. Der Körper nimmt Karotinoide am besten durch gekochtes Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Möhren, Spinat, Tomaten oder Kürbis auf. Das Kochen weicht die Zellwände des Gemüses auf, so können die wertvollen Inhaltsstoffe leichter verwertet werden.

Dabei wirken die Gewürze oft nicht nur als Geschmacksnote, sondern entwickeln häufig heilende Wirkung. Klein, aber wirkungsvoll ist etwa die Gartenkresse, die besonders viele Glucosinolate enthält. Über die Suppe gestreut dienen die grünen Blätter nicht nur zur Dekoration, sondern als Mittel gegen Entzündungen - besonders an Mundschleimhaut, Blase und Niere. Andere Gewürze entfalten in Speisen dagegen ungewollte Wirkung. Die allseits beliebte Currywurst zum Beispiel. Der Grund: Im Curry sind die gemahlenen Samen des Bockshornklees enthalten. Umschläge aus getrockneten und gemahlenen Bockshornkleesamen sind zu empfehlen, denn sie wirken gegen Hautentzündungen. Wer sie allerdings verzehrt, steigert seinen Appetit - und das ist beim Verspeisen von Currywürsten nicht immer empfehlenswert. Gegen Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit ist es dann gut, Rettich im Hause zu haben.

Eine Frau voller Überzeugung

Hildegard von Bingen (1098-1179), eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters, verband das Wissen über die Wirkung mediterraner Heilpflanzen, wie sie in den Klostergärten wuchsen, mit Erkenntnissen über die Kräuter vor der Haustür. Ihre medizinischen Werke, in denen sie über hundert Heilpflanzen beschreibt, werden auch heute noch gern als Ratgeber genutzt. Die Äbtissin vom Rhein hielt beispielsweise große Stücke auf den Thymian, den sie damals bereits als Arzneimittel bei Entzündungen der Atemwege empfahl. Darüber hinaus wirkt Thymian schleimlösend und hustenstillend. Man übergießt einen Teelöffel des Krauts mit einer Tasse heißem Wasser, lässt es zehn Minuten ziehen und trinkt bis zu fünf Tassen täglich.

Bauchweh? Rosmarin hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, Rheuma und Krämpfen. Die Aromapflanze Estragon wirkt medizinisch vor allem bei Verdauungsschwäche und Blähungen. Äußerlich wird Estragon aufgrund seiner antiseptischen Wirkung bei Zahnschmerzen angewendet.Die Bitterstoffe des Oregano helfen bei allen krampfartigen Unterleibsbeschwerden. Wegen seiner ätherischen Öle wirkt Oregano auswurffördernd und wird gern gegen Husten und Verschleimung eingesetzt.

Ein übersichtliches, seriöses Heilpflanzenlexikon finden Sie im Internet unter www.aponet.de

Wirkung von Gewürzen

Antirheumatisch: Paprika, Chili, Rosmarin, Senfkörner, Ingwer

Appetitanregend: Pfeffer, Koriander, Fenchel, Muskatnuss

Bakterienhemmend: Knoblauch, Gewürznelke, Oregano, Thymian, Kümmel, Ingwer, Pfeffer, Anis

Durchblutungsfördernd: Rosmarin, Thymian, Wacholder

Galleanregend: Kurkuma, Meerrettich, Schwarzkümmel

Kreislaufanregend: Paprika, Chili, Pfeffer, Koriander, Vanille

Schweisshemmend: Salbei

Reisekrankheit: Ingwer

Quelle: Der Gewürzkompass

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