„Schlaf gut“ : Wenn Schlafstörungen die Gesundheit negativ beeinflussen

Schlaf ist für den Menschen unverzichtbar. Doch nicht jedem gelingt es, im Schlaf Erholung zu finden.
Schlaf ist für den Menschen unverzichtbar. Doch nicht jedem gelingt es, im Schlaf Erholung zu finden.

Wer schlecht schläft, ist einem höheren Risiko für Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Depression und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt.

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13. August 2018, 04:25 Uhr

Fast ein Drittel des eigenen Lebens verschläft man, oder anders gesagt: Der Mensch schläft jede Nacht etwa sieben Stunden lang. Doch leider sind Schlafstörungen keine Seltenheit. Jeder Vierte beklagt sich über Schlafprobleme, jeder Zehente bezeichnet seinen Schlaf gar als „nicht erholsam“. Dabei ist der eigene „Schönheitsschlaf“ für die Gesundheit unverzichtbar.

Die meisten Menschen haben ein Schlafbedürfnis von etwa sieben bis acht Stunden pro Nacht. Die optimale Schlafdauer ist jedoch individuell unterschiedlich. Die innere Uhr, die ein Zeichen gibt, wann man müde ist und schlafen gehen sollte, sollte unbedingt berücksichtigt werden. Wer sich tagsüber leistungsfähig fühlt, hat sein persönliches Schlafbedürfnis gefunden und sollte entsprechend handeln.

Wer zu wenig Schlaf bekommt, kann sich schlechter konzentrieren, fühlt sich müde und ist schneller gereizt. Anstrengungen des Tages können dann nicht verarbeitet werden und die Erholung bleibt aus. „Patienten mit Schlafstörungen zeigen neben Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Depression und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem steigt die Gefahr für Arbeits- und Verkehrsunfälle deutlich“, weiß Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer.

Was Schlaf essentiell macht

Gesunder Schlaf ist wichtig, das zeigen auch die folgenden Fakten, die die Barmer GEK jüngst veröffentlichte:

  • So manche menschliche Zellen, die beschädigt sind, werden im Schlaf repariert und neue Zellen gebildet.
  • Das Immunsystem und der Stoffwechsel werden angekurbelt.
  • Gelerntes verfestigt sich im Schlaf.

Wer sich nicht nur ausnahmsweise, sondern regelmäßig nachts von links nach rechts dreht, sollte sich im Zweifel an den Hausarzt wenden. „Bei anhaltenden Schlafstörungen handelt es sich nicht um eine Bagatellbeschwerde. Die Gründe sind vielfältig und reichen von seelischen Problemen über falsche Ernährungsgewohnheiten bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten oder körperlichen Erkrankungen“, erklärt Heidi Günther.

Wer nachts kein Auge zu tut oder nur unregelmäßig und schlecht schläft, schlägt sich nicht selten mit Konzentrationproblemen herum.
Imago / JuNiArt
Wer nachts kein Auge zu tut oder nur unregelmäßig und schlecht schläft, schlägt sich nicht selten mit Konzentrationproblemen herum.
 

„Schlafhygiene“ selbstgemacht

Auch im Alltag kann jeder Einzelne etwas tun, um die eigenen Schlafprobleme in den Griff zu bekommen - oder zumindest eine Besserung zu erreichen. „Arbeiten, Fernsehen oder Essen im Bett sollten tabu sein. Das Bett ist zum Schlafen da, und diese Koppelung von Bett und Erholung sollte nicht verwässert werden“, so Günther.

Bei der so genannten „Schlafhygiene“ geht es darum, den eigenen Schlaf durch Verhaltensweisen und Gewohnheit positiv zu beeinflussen. Maßnahmen können folgende sein:

  • Regelmäßigkeit: Den Tagesrhythmus konstant halten, um Routinen zu entwickeln.
  • Koffeinhaltige Getränke wie Cola, Mate oder Kaffee nur bis spätestens zum Nachmittag zu sich nehmen.
  • Alkohol ist keine geeignete Einschlafhilfe.
  • Spaziergänge und ruhige Musik wirken entspannend.
  • Der Abbau von Stress hilft beim Einschlafen.
  • Auch autogenes Training, progressive Muskelentspannung und andere Entspannungsmethoden können beim Einschlafen helfen.


(Mit Material der Barmer GEK)

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