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Ernährung & Gesundheit

22. Oktober 2017 | 03:34 Uhr

Wenn Milch und Obst krank machen

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Itzehoe | Ein Glas frische Milch, ein knackiger Apfel oder ein Stückchen Käsekuchen - was für den einen selbstverständlich ist, bereitet manch anderem Bauchschmerzen - wortwörtlich. Denn auf einige Lebensmittel, die den meisten Menschen gut bekommen, reagieren etwa fünf Prozent der Bevölkerung überempfindlich.

Können Bestandteile der Nahrung wegen Ezymmangels nicht richtig verarbeitet werden, klagen Betroffene häufig über Durchfall, Bauchkrämpfe und Blähungen. Das ist bei der Laktoseintoleranz der Fall, wenn der Körper das Enzym Laktase zum Abbau des Milchzuckers nicht ausreichend produziert. Dadurch gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm, wird dort auf andere Weise abgebaut und verursacht so die Beschwerden.

Neben der Laktoseintoleranz tritt die Fruktoseintoleranz als häufige Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit auf. Oftmals schon im Säuglingsalter zeigt sich die Erkrankung nach dem Verzehr von Früchten oder Fruchtsäften in Form von schweren Unterzuckerungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall und kann zu schweren Nieren- und Leberschäden führen. "Die Leber ist nicht in der Lage, den durch Früchte und Fruchtsäfte aufgenommenen Fruchtzucker abzubauen", erklärt Fabian Weiß, Pharmazeutisch technischer Assistent (PTA) aus Itzehoe. Um die Beschwerden zu umgehen, sollten Betroffene Obst und Fruchtsäfte meiden. "Im Moment kann man nicht viel mehr tun, denn enzymhaltige Medikamente, die bei Fruktoseintoleranz helfen, sind in Deutschland nicht mehr erhältlich." Anders verhält es sich bei Laktoseintoleranz: Zwar sollten Betroffene auch hier milchzuckerhaltige Produkte, also Milch, Joghurt und weitere Milchprodukte meiden, allerdings gibt es auf dem Markt zum einen laktosefreie Lebensmittel, zum anderen auch Laktosetabletten, "die das Enzym liefern, das der Körper selbst nicht oder nicht in ausreichender Menge produziert", so Weiß.

Eine Unverträglichkeit kann nicht nur gegen Milch- oder Fruchtzucker, sondern auch gegen das in vielen Getreidesorten vorkommende Gluten (Klebereiweiß) auftreten. Bei Glutenunverträglichkeit ( Zöliakie) kommt es zu einer schwerwiegenden, meist angeborenen Schädigung der Dünndarm-schleimhaut, bis schließlich keine Nährstoffe mehr aufgenommen werden. Durchfälle und Gewichtsabnahme, oft auch Hauterkrankungen, sind Folgen. Zudem geht sie häufig mit einer Milchzuckerunverträglichkeit einher und erhöht die Gefahr eines späteren Auftretens von Lymphdrüsenkrebs. Durch glutenfreie Kost können die Beschwerden völlig verschwinden, auch das Krebsrisiko nimmt damit wieder ab. Für weitere Informationen und kompetente Beratung stehen Mediziner und Apotheker zur Verfügung.

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