zur Navigation springen

Sicca-Syndrom : Wenn die Augen trocken sind

vom

Trockene, müde Augen gepaart mit Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen: Diese Symptome sprechen für einen Mangel an Tränenflüssigkeit. Es gibt Hilfe.

Bei einem gesunden Auge benetzt ein Tränenfilm die Augenoberfläche. Das ermöglicht eine gute Sehfunktion, der Augapfel bleibt glatt und geschmeidig. Der Tränenfilm schützt nicht nur vor Infektionen, sondern versorgt die Hornhaut auch mit Sauerstoff. "Bei trockenen Augen werden die Lidinnenseite, Binde- und Hornhaut dagegen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit befeuchtet", erläutert AOK-Mediziner Dr. Steffen Hilfer. Dann kann es zu Symptomen wie Brennen, Jucken, Rötungen oder Fremdkörpergefühl im Auge kommen.
Ursache können eine zu geringe Tränenmenge oder eine verstärkte Verdunstung des Tränenfilms sein. Die Augen sind gerötet, weil die Hornhaut in einer Art Notprogramm über die Blutgefäße der Bindehaut mit Sauerstoff versorgt wird. Sie fühlen sich trocken an und ermüden leicht. Anzeichen für das Sicca-Syndrom können außerdem Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen und geschwollene Lider sein.
Häufigste Ursache: Bildschirmarbeit
Durch die ständige Reizung können die Augen auch verstärkt tränen. Zudem steigt das Risiko für Infektionen. "Trockene Augen sind keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine komplexe Erkrankung der Augenoberfläche, die vom Augenarzt abgeklärt werden sollte", sagt Hilfer. Das Sicca-Syndrom ist hierzulande weit verbreitet: Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. ist es der Grund für 20 Prozent aller Augenarztbesuche.
Häufigste Ursache für Beschwerden sind laut Berufsverband äußere Einflüsse wie Bildschirmarbeit: Durch angestrengtes Starren auf den Monitor sinkt die Frequenz des Lidschlages, wodurch die Augen nicht ausreichend befeuchtet werden.
In geheizten und klimatisierten Räumen verdunstet der Tränenfilm der Augen stark. Zugluft, Autogebläse, Flugzeugkabinen und Rauchen haben den gleichen Effekt. Auch Menschen, die Kontaktlinsen tragen, entwickeln langfristig oft das Sicca-Syndrom. Warnzeichen sind rote Augen und festsitzende Kontaktlinsen. Außerdem können bestimmte Erkrankungen die Entstehung von trockenen Augen fördern, etwa Rheuma, Haut- und Schilddrüsenerkrankungen sowie Diabetes mellitus. Auch die Einnahme von Medikamenten kann Beschwerden hervorrufen. Außerdem bildet der Körper mit zunehmendem Alter weniger Tränenflüssigkeit.

Tipps, die trockenen Augen vorbeugen:


  1. Die Raumluft sollte frisch und feucht sein. Das gelingt durch regelmäßiges Stoßlüften. Wer Wasserschalen auf den Heizkörpern oder einen Luftbefeuchter aufstellt, kann trockene Luft auf diese Weise befeuchten. Zugluft sollte dagegen vermieden werden.
  2. Wer den ganzen Tag am Bildschirm arbeitet, sollte regelmäßig Pausen einlegen und dabei ein paar Mal blinzeln. Bewusstes Gähnen kann die Tränenproduktion anregen.
  3. Auch das sogenannte Palmieren kann helfen. Dabei bedeckt man die geschlossenen Augen mit den gewölbten Handflächen, um Reize von außen auszuschalten.
  4. Beim Autofahren sollte der Strahl des Gebläses nicht direkt auf die Augen gerichtet sein. Tabakrauch und verrauchte Räume sind zu meiden.
  5. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte sie abends herausnehmen und seinen Augen eine Pause gönnen.
  6. Auch genug zu trinken kann helfen. Mindestens eineinhalb Liter pro Tag sollten es sein.
  7. Sind die Augen trotz dieser Maßnahmen zu trocken, helfen Tränenersatzmittel aus der Apotheke.
zur Startseite

von
erstellt am 19.Apr.2012 | 11:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen