Migräne : Wenn der Kopf brummt

Auch schwankende Temperaturen und schnelle Wetterwechsel lösen bei vielen Betroffenen einen Migräneschub aus. Foto: dpa
Auch schwankende Temperaturen und schnelle Wetterwechsel lösen bei vielen Betroffenen einen Migräneschub aus. Foto: dpa

Was hilft eigentlich gegen lästige Migränebeschwerden? Nordisch-Gesund-Experte Prof. Dr. Frank Block, Chefarzt der Klinik für Neurologie an den Helios Kliniken Schwerin, klärt auf.

shz.de von
09. Oktober 2012, 01:02 Uhr

Das Problem: Ich habe häufiger Kopfschmerzen, die mich dann völlig außer Gefecht setzen. Ich kann mich nicht aufrichten, ohne dass mir schwindlig wird. Mir bricht der Schweiß aus und ich habe das Gefühl, mich gleich übergeben zu müssen. Ist das schon Migräne? Was kann ich gegen die Beschwerden tun?
Prof. Dr. Block: Diese Symptomkombination beschreibt einen typischen Migräneanfall. In der Regel verschwinden die Beschwerden nach einigen Stunden wieder vollständig. Es könnten unter Umständen aber auch andere neurologische Erkrankungen dahinter stecken. Diese sollte ein Facharzt mittels einer gründlichen körperlichen Untersuchung in Verbindung mit einer bildgebenden Diagnostik wie einem CT oder MRT ausschließen. Ist das Ergebnis dieser Untersuchung unauffällig, handelt es sich um Migräne.
Bei der Migräne unterscheidet man zwei große Formen: Migräne ohne und Migräne mit Aura. Migräne ohne Aura ist die wesentlich häufiger auftretende Form. Hier stehen heftige Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie eine starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit im Vordergrund.
Oftmals helfen bereits Schmerztabletten
Bei der Migräne mit Aura treten vor oder gemeinsam mit dem Kopfschmerz neurologische Reiz- und Ausfallserscheinungen wie Seh- oder Sprachstörungen beziehungsweise Lähmungen auf. Diese halten zirka 20 bis 30 Minuten an. Von dieser Migräneform Betroffene suchen zwangsläufig einen Arzt auf.
Tritt Migräne ohne Aura auf, steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund. Mit klassischen Analgetika wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen kann der Kopfschmerz beseitigt werden.
Noch gibt es kein Heilmittel
Antiemetika, das sind rezeptpflichtige Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, sorgen dafür, dass das Schmerzmittel besser resorbiert wird. Darüber hinaus gibt es spezielle Migränemittel, sogenannte Triptane. Diese ebenfalls rezeptpflichtigen Medikamente bekämpfen hochwirksam sowohl den Kopfschmerz als auch die Übelkeit. Wichtig ist, das entsprechende Medikament bereits bei den ersten sicheren Anzeichen eines Migräneanfalles einzunehmen.
Gänzlich verhindern kann man Migräne bislang noch nicht. Bekannte Auslöser sind neben Stress oder auch dem Wegfall von Stress Hormonschwankungen oder der Genuss von Rotwein und bestimmten Käsesorten. Besteht mit letzteren ein Zusammenhang, sollte man nach Möglichkeit auf deren Verzehr verzichten.

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