Laserbehandlung : Weniger Schmerz durch Laserlicht gegen Karies

Zur schonenden Behandlung und Diagnose von Karies gewinnen laserbasierte Verfahren in der modernen Zahnmedizin immer mehr an Bedeutung. Foto: KaVo Dental
Zur schonenden Behandlung und Diagnose von Karies gewinnen laserbasierte Verfahren in der modernen Zahnmedizin immer mehr an Bedeutung. Foto: KaVo Dental

Da freut sich der ängstliche Patient: Der klassische Bohrer wird in vielen Zahnarztpraxen vom Laser abgelöst. Das High-Tech-Gerät hat aber auch Nachteile.

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06. Januar 2011, 11:24 Uhr

Der Bohrer beim Zahnarzt ist den meisten Menschen ein Grauen - nicht nur wegen des unangenehmen Geräusches. Auf der Suche nach einem schmerzärmeren und genauerem Verfahren ist man schon vor rund 35 Jahren auf den Laser gekommen. Durch eine Vielzahl technischer Neuerungen ist der Einsatz in der Zahnarztpraxis heute mehr denn je zu empfehlen, sagt Professor Dr. Norbert Gutknecht von der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde.
Wird eine behandlungsbedürftige Karies diagnostiziert, muss die befallene Zahnsubstanz gründlich entfernt werden. Geschieht dies nicht oder zu ungenau, setzt sich die Infektion trotz Füllung fort und kann unter Umständen den ganzen Zahn zerstören. Hier kommt klassischer Weise - und meistens mehr als uns lieb ist - der Bohrer zum Einsatz. Jeder, der dieses erbarmungslos kreischende, hochtourig rotierende Metall in seinen Zähnen gespürt hat, kennt dessen Nachteil: Die Behandlung ist schmerzhaft. Oft ist der bearbeitete Zahn bis ins Mark erschüttert. Und unser Zahnarzt kann weitere Nachteile aufzählen: Die kariöse Zahnsubstanz wird unselektiv entfernt - das heißt, es wird notgedrungen gesundes Zahngewebe mit abgetragen. Zudem muss während der Behandlung die Drehzahl reguliert und das Instrument zum Teil mehrfach gewechselt werden.
Auch das High-Tech-Gerät hat Nachteile
Ganz anders bei der Laserbehandlung: Aus dem Zahnlaser-Handstück, das äußerlich einem herkömmlichen Bohrer ähnelt, schießen gleichmäßig 25-30 Laserimpulse pro Sekunde, deren Wirkung auf photothermischer Wechselwirkung mit dem Zielgewebe beruht. "Die Energie lässt sich so einstellen, dass der Strahl nur das erkrankte Gewebe wegschießt, den gesunden Schmelz aber nicht angreift," beschreibt Gutknecht die Wirkungsweise. Der Infrarot-Laserstrahl wirkt also auf gesunder Zahnsubstanz anders als auf kariöser: Letztere wird so stark erhitzt, dass sie in kleinen Portionen regelrecht herausgesprengt wird und verdampft. Der Patient merkt davon so gut wie nichts. Lediglich das tackernde Geräusch der Miniexplosionen ist zu hören.
Die wesentlich schmerzärmere Methode hat den Vorteil, dass weniger Betäubungsmittel zum Einsatz kommen müssen. Zudem beugt die antibakterielle Wirkung des Laserlichts die Entstehung einer neuen Karies vor. Auch bei einer Wurzelkanalbehandlung und bei Parodontitis (Entzündungen des Zahnhalteapparates) erzielt die keimreduzierende Wirkung des Lichtes gute Behandlungsergebnisse, weiß Professor Gutknecht.
Doch auch das High-Tech-Gerät hat Nachteile: Der mit einem Laser geschaffene Hohlraum für die Füllung ist relativ rau und daher nicht für alle Füllmaterialien geeignet. Im Wesentlichen müssen die aufwändigeren Kompositfüllungen verwendet werden: Ein organischer Kunststoff, der mit Füllkörpern versetzt ist. Auch ist der Laser - trotz großer technischer Fortschritte - noch nicht so schnell wie der turbinengetriebene Bohrer. Selbst die schnellsten Lasersysteme schaffen nur ein Drittel von dessen Geschwindigkeit. So ist die Behandlung zwar schmerzärmer und schonender, dauert aber länger. Darüber hinaus sind Dentallaser vergleichsweise teuer: Ein Gerät gegen Karies kostet ab 45 000 Euro. Andere Behandlungsmethoden erfordern andere Wellenlängen und weitere Geräte. Da die Krankenkassen die Kosten für eine Laserbehandlung nicht erstatten, legen die Zahnärzte ihre Kosten letztendlich auf die Patienten um: Eine Kariesbehandlung mit Laser kostet ab 50 Euro extra. Die Zuzahlung variiert von Praxis zu Praxis.

Wer lasert?
Etwa 2000 der gut 55000 praktizierenden Zahnmediziner in Deutschland arbeiten mit einem Lasergerät. Wer der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL) seine Postleitzahl nennt, erhält die Adressen von Laserpraxen in seiner Umgebung. Kontakt: Telefon 0241/8088164, www.dgl-
online.de. Auch im Internet finden sich über die Suchbegriffe "Zahnarzt" - "Laser" - "Schleswig-Holstein" eine Reihe von Laser-Praxen, zum Beispiel in Ahrensburg, Büsum, Elmshorn, Lübeck und Rendsburg.

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