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Gaumenentzündungen : Weniger Mandel-OPs im Norden

vom

In Schleswig-Holstein werden Kindern und Jugendlichen seltener die Mandeln entfernt als im Bundesdurchschnitt. In Flensburg sieht die Lage jedoch völlig anders aus.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:57 Uhr

Der "Faktencheck Gesundheit" der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, das es bei der Zahl der Mandeloperationen gibt deutliche regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Mit jährlich 39 Operationen pro 10.000 Kindern und Jugendlichen im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2010 liegt Schleswig-Holstein unter dem deutschlandweiten Schnitt von 48 Operationen.
Innerhalb der Landesgrenzen gibt es der Studie zufolge aber beträchtliche Unterschiede: So werden Kinder und Jugendliche aus der Stadt Flensburg mit Abstand am häufigsten operiert (75), in den Kreisen Pinneberg (29) und Steinburg (21) sind es deutlich weniger.

Einschätzungen der Ärzte machen den Unterschied


Als Begründung für die Entfernung der Gaumenmandeln bei Kindern und Jugendlichen sind der Bertelsmann-Stiftung zufolge vor allem zwei Diagnosen von Bedeutung: Wiederholte Entzündungen der Gaumenmandeln sowie eine Verengung der Atemwege aufgrund einer starken Vergrößerung der Mandeln.
Dass diese Diagnosen regional so unterschiedlich gehäuft auftreten, ist unwahrscheinlich. "Kinder aus Flensburg erkranken nicht mehr als dreimal so häufig an den Mandeln wie ihre Altersgenossen aus dem Kreis Steinburg", sagte Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.
Die Gründe für die Variationen lägen vielmehr in einer sehr unterschiedlichen Bewertung der Ärzte, wann eine Entfernung der Gaumenmandeln sinnvoll ist und dem Kind wirklichen Nutzen bringt. Zudem spiele für die OP-Häufigkeit auch die Klinik-Situation vor Ort eine Rolle: Kinder aus Kreisen, in denen eine oder mehrere große HNO-Kliniken diese Operation vornehmen, werden häufiger operiert.
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