zur Navigation springen

Zahnmedizin : Weisheitszähne: Fluch und Segen

vom

Sie machen nur Ärger, verschieben die Zähne und entzünden sich. Alles nur Schwarzmalerei, denn nicht immer müssen Weisheitszähne gleich gezogen werden.

Jeder kennt sie, aber nicht jeder hat mit ihnen zu kämpfen: Weisheitszähne. Für den einen werden sie nie ein Problem, bei manch anderem müssen sie unter Vollnarkose entfernt werden. Weisheitszähne, auch die achten Zähne genannt, brechen erst ab dem Erwachsenenalter durch. Manchmal aber auch nie. Der Rückgang der Weisheitszähne ist eine evolutionäre Entwicklung, die mit der Verkleinerung des Mundraumes zu erklären ist.
Das Thema Weisheitszähne ist zumeist negativ belegt. Kommt das Gespräch darauf, wird häufig über das unangenehme Entfernen gesprochen. So entstehe der Eindruck, dass Weisheitszähne entfernt werden müssen, sagt Zahnarzt Dr. Gero Wilm aus Schuby. Das sei jedoch ein Trugschluss. Das negative Image des Weisheitszahns könne sogar ein gefährliches Vorurteil sein. Wilm: "Es gilt in jedem einzelnen Fall abzuwägen, ob der Zahn entfernt werden muss oder nicht."

Stopper oder Schieber

Ein Weisheitszahn, der schief wächst oder um 90 Grad kippt, birge ein Risiko, erklärt der Mediziner. Beispielsweise können sich die Zahnreihen verschieben, Entzündungen entstehen oder der Zahn bis in die Mundhöhle vordringen, da er in die falsche Richtung wächst. Durch Röntgenaufnahmen ist jedoch überprüfbar, ob ein Zahn gerade oder schief wächst. Ein weiteres Argument für eine frühe Entfernung der Weisheitszähne sind die noch nicht so stark ausgebildeten Wurzeln, was den Eingriff erleichtert.
Der Weisheitszahn kann aber auch von Nutzen sein, da er einen "schönen Abschluss für die Zahnreihen bildet", so Wilm. Oft verschiebt sich der siebte, also der letzte Zahn der Zahnreihe, nach hinten, so dass eine Zahnlücke entsteht. Der Weisheitszahn ist also als "Stopper" zu betrachten. Weisheitszähne können im vorangeschrittenen Alter als "Brückenhalter" dienen.

Die Weisheit des Entfernens

Risiken bei dem Entfernen können bei der Narkose entstehen, da der Eingriff häufig unter Vollnarkose durchgeführt wird - eine Belastung für das Gehirn. Zudem verläuft ein wichtiger Nerv in der Nähe des Weisheitszahnes. Wird der beschädigt, kann es zu Gefühlsverlust im Unterkiefer und einem Phantomschmerz führen. Daher sollte ein Eingriff, besonderes im Unterkiefer, von einem Kieferchirurgen vorgenommen werden.
Der Weisheitszahn wächst zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr: "Da nimmt man an, dass eine gewisse Weisheit erreicht ist", so Wilm zur Herkunft des Namens. Diese Weisheit gilt es einzusetzen, wenn es darum geht Weisheitszähne zu entfernen oder nicht.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Dez.2012 | 12:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen