Kohle, Tabak und Co. : Wasserpfeife – die süße Versuchung

<p>Auch, wenn das oft süßliche Aroma den Eindruck erweckt, dass Shisha-Rauchen weniger gesundheitsgefährdend ist, enthalten Wasserpfeifen dieselben schädlichen Inhaltsstoffe wie Zigaretten.</p>

Auch, wenn das oft süßliche Aroma den Eindruck erweckt, dass Shisha-Rauchen weniger gesundheitsgefährdend ist, enthalten Wasserpfeifen dieselben schädlichen Inhaltsstoffe wie Zigaretten.

Gerade bei jungen Leuten ist das Shisha-Rauchen in geselliger Runde sehr beliebt. Das Gesundheitsrisiko des süßen Rauchs wird dabei häufig unterschätzt. Fünf Fragen und Antworten rund um die Shisha.

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04. Mai 2018, 04:06 Uhr

An öffentlichen Plätzen wie Parks, Stränden oder Flussufer ist ihr Anblick längst keine Seltenheit mehr: Gruppen sitzen um eine Wasserpfeife in orientalischem Stil und genießen gemeinsam den süßen Tabak, während der Schlauch reihum weitergegeben wird. Auch in vielen Städten steigt die Anzahl der Bars und Cafés, in denen man das Rauchen einer Wasserpfeife bestellen kann. Für viele gilt die Wasserpfeife, auch Shisha genannt, als gesellige und süße Alternative zum Zigarettenrauchen und wird für relativ harmlos gehalten. Dass diese Annahme jedoch ein Irrglaube ist, lässt sich an häufig gestellten Fragen verdeutlichen:

Wie gesundheitsschädlich ist die Wasserpfeife?

Der Tabak in der Wasserpfeife wird, nicht wie bei der Zigarette, direkt verbrannt, sondern er wird bei niedrigeren Temperaturen verschwelt. Dabei entstehen Gifte wie Acetaldehyd, Acrolein oder Benzol in hohen Konzentrationen. Durch das Verschwelen des zugesetzten Zuckers und Sirups werden zusätzlich krebserzeugende und Stoffe erzeugt, die gleichzeitig die Schleimhäute reizen.

Ist das Rauchen einer Wasserpfeife harmloser als das Zigarettenrauchen?

Nein, ganz im Gegenteil: Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin warnen vor dem fast doppelt so hohen Lungenkrebsrisiko, das im Vergleich zum Rauchen von Zigaretten auftritt. Im Tabakrauch sind tabakspezifische Nitrosamine, Aldehyde und andere Verbrennungsprodukte enthalten. Viele von ihnen stecken nicht nur in der Zigarette, sondern im Rauch von Wasserpfeifen.

<p>Die heutige Form der Shisha entstand wohl im Ägypten des 16. Jahrhunderts. Um die Shisha entwickelte sich eine Gemeinschaftskultur, die bis heute Bestand hat.</p>
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Die heutige Form der Shisha entstand wohl im Ägypten des 16. Jahrhunderts. Um die Shisha entwickelte sich eine Gemeinschaftskultur, die bis heute Bestand hat.

 

Sollte immer ein eigenes Mundstück verwendet werden?

Im besten Falle ja. Da die Wasserpfeife häufig von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird, können Speichelreste durch das Mundstück problemlos von Mund zu Mund gelangen. In diesem Speichel können sich Keime von ansteckenden Krankheiten wie Herpes, Tuberkulose oder Hepatitis verbergen, die an die anderen Raucher übertragen werden können.

Werden einige Schadstoffe durch das Wasser herausgefiltert?

Das Wasser in der Shisha dient der Abkühlung des Qualms, damit dieser beim Einatmen nicht im Hals krazt. Reinigen kann das Wasser den Rauch aber nicht. Beim Rauchen von Wasserpfeifen können zum Teil sogar mehr Giftstoffe in den Körper gelangen als beim Rauchen von filterlosen Zigaretten. Dazu gehören auch Schwermetalle wie Chrom, Nickel oder Blei, die für den Körper schädlich sein können.

Kann man vom Shisharauchen genauso abhängig werden wie beim Rauchen von Zigaretten?

Teils teils. In der Regel wird die Wasserpfeife nicht täglich geraucht, wie es etwa bei vielen Zigarettenrauchern der Fall ist, weshalb die Suchtgefahr potentiell geringer ist. Jedoch wird beim Shisharauchen der Qualm über einen langen Zeitraum hinweg eingeatmet, sodass das Nikotin, das für eine körperliche Abhängigkeit verantwortlich ist, konzentrierter und in größeren Mengen in den Körper gelangt. Hierdurch kann eine langfristige Abhängigkeit entstehen.

(Mit Material von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Barmer Krankenkasse)

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